Bücherverbrennung

Bücherverbrennung

Heute – genauer: gestern – war Jahrestag der Bücherverbrennung. Da es recht viel Rummel darum gab kann man sich ausrechnen, dass es ein runder Geburtstag ist, und wenn man von 2013 zurückrechnet und weiß, dass es nicht in den Endjahren des Krieges stattfand, und dass die Machtergreifung am 30.1.1933 war, dann kommt man zum Schluss dass es wohl 75 oder 80 Jahre her war.

80 ist richtig – bereits ein Drittel Jahr nach der Machtergreifung fand dieses noch harmlos wirkende Geplänkel statt. Aber man beachte, dass es an Universitäten stattfand, nicht im Prekariat; dass deutsche Juristen an vorderster Front der Nazis agierten, und nicht erst nach Jahren der Indoktrination und Gängelung.

Wenn man immer hört von der Tradition und Kultur des Abendlandes und solchen Schmuh, und dann dauert es ca. 10 Wochen, und alles ist dahin und vergessen. Und wir sollten nicht denken dass wir anders sind. Eine wichtige Umstellung der Lebensumstände, und wir wenden uns um 180° – so ist der Mensch.

Auf dem Weg zur Arbeit kreuze ich durch das Viertel mit den Pracht- oder Protzbauten wie Oper oder hier die jur. Fakultät am Bebelplatz. Das verbreitet schon eine besondere Stimmung, insbesondere morgends bevor die Touristenströme die Orte erobern.

Das Glas im Boden am Bebelplatz läßt einen in einen Raum leerer Regale blicken. Das soll die Bücherverbrennung darstellen. Tja. Es hat was von streng/karger Bauhausästhetik. Jüdische und kommunistische Autoren, Kritiker und moderne, intellektuelle Bücher wurden damals verboten. Berufs- und Veröffentlichungsverbote für die Autoren schlossen sich an, Verbannung aus den Unis und aus anderen, wichtigen Institutionen.

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