Archiv der Kategorie: Fahrrad

 – Plattenhart – 

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Meine Mobilität ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Das Schicksal meint es nicht gut mit mir. Mir geht es schlecht wie Peru. Außerdem habe ich einen Jahresrekord an Zu-Fuß-Geh-Leistung absolviert. 400m zum Fahrradladen und 400 zurück, dann 500 zum Supermarkt und vice versa.

Ich habe nämlich kein Sprudelgas mehr, außerdem wollte ich eine Ebay-Kleinanzeigenware abholen, zur Bank, meine Gleitsichtbrille abholen und eventuell zur Post. Stattdessen beim Losfahren Plattfuß, nachdem ich gerade erst das Hinterrad aufgepumpt hatte.

Jetzt bin ich ein geübter Kombinierer und versuche Besorgungen, wie wohl fast jeder, zu kombinieren. CO2, Bank und Optiker lassen sich etwa mit 1x Fahrrad anschließen kombinieren.

Stattdessen erst mal wieder rauf in die Wohnung. Hatte ich das Ventil nicht richtig verschlossen? Nochmal aufgepumpt. Pffffft. Nein, irgendwo entweicht da was, mutmaßlich Luft. Auf ein Wunder hoffend eine Dose Pannenspray in den Schlauch vergeudet. Es brubbelt v.a. vor dem Ventil raus, auf das PVC im Flur. Mist. Die Ebay-Kleinanzeige angerufen, dass ich entweder deutlich später oder morgen komme.

Jetzt die zweite Kombination: Hinten fehlt nämlich schon eine Speiche. Jetzt bin ich 2-3 Monate mit einer Speiche zu wenig gefahren und wollte das Problem lösen, wenn ich eh wieder hinten Mantel und Schlauch runter nehmen muss. Jetzt ist es soweit. Also 10 Minuten später, nachdem ich mit dem Plattenbesteck den Mantel endlich ab hatte. Plattenhart. Handwerklich bin ich mehr verbissen als geschickt.

Jetzt sitzt hinten jede 2. Speiche auf der Seite mit der Zahnkranzkassette. Die anderen gegenüber. Gegenüber kann man die Speichen gut einfädeln. Natürlich ist nicht eine von gegenüber gerissen. Und ob man an der Kassette vorbei eine Speiche einfädeln kann, ohne diese zu demontieren, ist noch fraglich.

Dummerweise ist auch noch der Himmel ausgerechnet jetzt so zugezogen, dass man sich ans offene Fenster stellen muss, um halbwegs was zu sehen – dazu ohne Gleitsichtbrille. Und da steckt noch der Rest der alten Speiche! Es kommt nicht raus. Clever greife ich zu einem Magneten, und der Stummel bewegt sich auch, aber erheblich ist das nicht. Auch da mit den Händen zwischen den Speichen – wie man auch reingreift, man kommt nicht richtig ran.

Feinmechanikerzange, so eine mit spitz zulaufenden Schenkeln, geholt. Komm ich auch nicht mit ran. Überall diese doofen Speichen! Man könnte natürlich versuchen die 3, 5 oder 7 Nachbarspeichen alle zu lösen, um besser ranzukommen. Kam ich in dem Moment nicht drauf und gebracht hätte es wahrscheinlich eh nichts. Bevor ich ewig rumfummle lieber gleich zum Fahrradladen. Um die Kassette zu demontieren braucht man ein Spezialwerkzeug das ich eh nicht habe. Vielleicht halten sich die Kosten in Grenzen.

Draußen dann kommt zum Hohn die Sonne raus und zwingt mich zum Foto. Das ist so trostlos, zu Fuß zu gehen mit dem kranken Rad in der Hand!

Ja, muss man die Kassette demontieren, das Felgenband gefällt dem Meister über teures Equipment auch nicht mehr, und ja, am Ende muss man das Rad ausrichten, auch mit einem Spezialwerkzeug an dem mittelalterliche Folterknechte ihr Vergnügen hätten.

Kann man Räder nicht so bauen, dass man sie mit Hausmitteln reparieren kann? Das ist alles eine schlimme Mafia! Und mal schnell zwischendurch geht auch nicht. Bis morgen mittag, zwischen Brasilien (14:00) und Nigeria (17:00) bin ich meiner Mobilität beraubt. Ein schnöder Pedestrian. Eine lahme Schnecke mit dem Aktionsradius eines Plattenhardts.

Nigeria werde ich wohl morgen opfern müssen. Und 17,50 für den Spaß. Bis dahin Hausarrest. Peru verliert zum zweiten Mal. Einer der schlechtesten Tage 2018s bislang.

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 – Inktober #27 – CliMB – 

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Wieder mal ein Doppelthema, #inktober2017 Climb + CMB (Critical Mass Berlin). Allein 3 Gipfel der Ehrenkategorie (P’Berg, X-Berg und der Schöne Berg) plagen uns Zweirad-Fahrer. Start wie immer 20:00 Uhr, Mariannenplatz. Wenn meine innere Schweinekatze nicht zuschlägt auch mit mich.

 – Clinical mass – 

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Heute, Freitag, der letzte des Monats (September, by the way) ist wieder Critical Mass, in Berlin namentlich Critical Mass Berlin oder auch CMB, wie wir Acronymiker sagen. Die Uhrzeit wie immer 20:00 Uhr und wie immer Mariannengraben – eh – -platz.

 – Velovote – 

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Dieses Jahr klappt es nicht mehr, aber zur nächsten Wahl starte ich eine Crowdfundingkampagne. Call ’ne Urne. Hier der erste Prototyp. Wahrscheinlich brauch man Tandems, weil ein neutraler Zeuge die Stimmabgabe überwachen muss, ein zweites Rad tut es natürlich auch. Wahlen in Berlin: Abgeordnetenhaus, Bundestags- und Europawahlen, also Arbeiten nur alle 1-2 Jahre. Für Gehbehinderte, die ja dank Alterung der Gesellschaft immer mehr werden, ein Markt mit Potential. Eine sprudelnde Geldquelle. Prima wäre es natürlich, wenn man Alten- und Pflegeheime abgreifen kann, wo gleich dutzende wählen.

Pro Wahlvorgang 2 Minuten +8 Minuten Anreise mit dem Rad, aber im Mittel 2 Wähler pro Ort wären 12 Wähler die Stunde. Bei 10 Stunden von 8-18°° Uhr kann man so 120 Wähler abfrühstücken. Das Geld muss für 2 Radfahrer und 12 Monate reichen, das macht 2000€/5 also 400€ pro Wähler, um wirtschaftlich zu sein. Da braucht es noch paar Volksabstimmungen, damit das wirtschaftlich wird – so gut betuchte Wähler sind dann doch selten, aber im Ansatz eine ausbaubare Idee.

Vielleicht wenn man zwischen den Wahlen Pizza ausfährt, aber dann artet es wieder in echte Arbeit aus.

 – Protorad – 

CMB 08/2017 –

protorad

Meinem Kalender zufolge ist morgen wieder Critical-Mass-Berlin, wobei der Twittertrigger bislang ausgeblieben ist, aber es ist ja der letzte Freitag des Monats, 20:00 Uhr Mariannenplatz.

Ob man tatsächlich ein solches Rad bauen könnte – ich habe keine Ahnung und ich bin auch kein Ingenieur. Die Räder sollten deutlich größer sein als 28″, und man sollte zwischen diesen sitzen, auf der Achse, nicht unmittelbar darauf, sondern auf einem Sattel der darauf montiert ist. Eine Rückenlehne wäre auch sinnvoll. Nur würde man darauf ja frei nach vorne oder hinten kippen – also braucht es vorne und hinten ein kleines Stützrad.

Nacktfahren ist keine damit verbundene Idee, aber ergab sich aus der Zeichnung der Gliederpuppe.

Hinten könnte man einen Korb montieren, wie oben links dargestellt.