Archiv der Kategorie: Politik

 – Fliegenschiss – 

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Kreuzpflicht in Bayern

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Da ein simples Kreuz allein nicht Deutsch genug ist sondern ebensogut in italienischen, spanischen, philippinischen Behörden oder in einem Amt in Ruanda hängen könnte ist bei der jetzt verpflichteten Dekoration bayerischer, öffentlicher Gebäude nicht einfach ein Kreuz zu verwenden, sondern ein bayerisches Kulturkreuz.

Die Grünen konnten sich mit dem gendergerechten Vorschlag, alternativ statt Jesus eine Jessica in pinkem Dirndl aufhängen zu dürfen, nicht durchsetzen.

 – Die fettste Kartoffel – 

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or let’s say it in English:

the fattest (or the most fat?) potatofettste-kartoffel-en

Nun denn – der Text zur Meinungsschlacht folgt noch.

Ich habe viel Kritik an der H&M-Werbung gesehen, gehört, gelesen. Meist wird sehr schnell das coolest im coolest monkey unterschlagen, denn offenbar ist das ja ein positiv besetzter Term, der sich mit der Ansicht beißt, hier läge Rassismus vor.

Leider macht sich eine Kultur breit, die auf die Analyse verzichtet und nur noch auf Trigger achtet. Affe sei eine häufige, rassistische Beleidigung und da ein schwarzer Junge in der Werbung gezeigt wird ist der Fall klar: Beleidigung aller schwarzer Menschen als Affen liegt vor.

Nur ist coolster Affe eben keine bekannte Beleidigung und Affe allein eine Beleidigung, die man jedermann an den Kopf werfen kann und auch schon an den Kopf geworfen hat.

Allerdings macht es keinen Sinn einen schwarzen Jungen, über den man sich lustig machen will, als Werbeträger zu verwenden. Benetton hat mal Schockkampagnen betrieben, bei denen man über die Intention streiten konnte. Hier ist aber offenbar der Junge als Sympathieträger auserkoren. Dass nur Schwarze den Hoodie kaufen sollen, auch noch um sich selbst verächtlich zu machen, macht keinen Sinn. Man soll das eigene Kind mit dem schwarzen identifizieren, jenes positiv besetzen und das Shirt kaufen, weil man auch ein coolest monkey in the jungle haben möchte.

Sicher, wer rassistisch beleidigt wird will nicht immer dem Beleidiger den Wind aus den Segeln nehmen, in dem er sich selbst schamlos so bezeichnet, wie es der Beleidiger tut. Vor allem Kindern, denen solche Spielchen noch eine Spur zu hoch sind, weil sie erst 5 sind, möchte man so ein Shirt vielleicht lieber nicht zumuten. Blöd von Erwachsenen angesprochen werden und gar nicht wissen, worum es geht.

Kann jeder vermeiden, in dem er seinen Kindern so was nicht anzieht, und Kinder in dem Alter kaufen ihre Klamotten ja nicht selbst.

Aber der Modekette wird unterstellt, es sei Rassismus, womöglich unbewusster Rassismus. Nur, wieso sollte die Modekette Millionen potentieller Kunden beleidigen? Sind damit schon aufgefallen? Wollen sie die Shirts gar an Rassisten verkaufen? Ein Rassist zieht sich eher kein T-Shirt an, für das ein Schwarzer wirbt. Aus Prinzip nicht, und wenn er, wie insinuiert wird, den Spruch als Beleidigung auffasst, doch erst recht nicht. Also für wen ist das Shirt gedacht? Dass es Rassisten kaufen, und schwarzen Kindern schenken? Ist das eine rechtsextreme, politische Aktionsform?

Oder gibt es Rassismus ohne Intention?

Ich erlaube mir, mich da eher bedeckt zu halten. Zumindest macht es einen erheblichen Unterschied, ob man jemanden absichtlich beleidigt, oder ob man etwas tut, wodurch sich ein anderer beleidigt fühlt, ohne dass man die Absicht hatte. Ich meine es ist ein Unterschied ums Ganze.

Das Recht kennt meines Wissens keine fahrlässige Beleidigung.

Oliver Kahn ist mit Bananen eingedeckt worden, weil man sagen wollte, er sei ein Affe, und man hat den Affen gewählt, weil er sich verhalten hat, als hätte er seine Impulse nicht im Griff. Man konnte m.E. immer sehr gut sehen, dass das Inszenierungen waren, beabsichtigt um gegnerische Spieler einzuschüchtern. Die Wirkung hat es dennoch nicht verfehlt.

Schwarze Fußballspieler werden auch öfter mit Bananen und Uh-Uh-Rufen beleidigt, und zwar ohne selbst Anlass geboten zu haben. Das ist natürlich rassistisch. Aber niemand ruft du cooler Affe zur Beleidigung. Du Sau ist auch eine Beleidigung, Du coole Sau ist Ausdruck von Anerkennung.

Kann man den Unterschied übersehen? Intentionslos? Fahrlässig zu Unrecht beleidigt sein?

 – Der blinde Fleck – 

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Der 34c3 ist nun vorbei, und vieles wurde debattiert, aber das Thema James Damore @ Google blieb seltsamerweise ausgespart.

Früher gab es ja allgemein in IT-Kreisen viel Sympathie für Google, einfach weil die Suche so viel besser war, als bei der Konkurrenz, dazu das asketische Suchinterface und mit Adblocker auch eine aufgeräumte Sache. Legofarben, die Harmlosigkeit suggerieren, dazu viele interessante Projekte, die von Google ausgehen und starke Unterstützung von Open-Source-Projekten, finanziell aber auch durch Code, durch Verlautbarungen, wo man überall Linux einsetzt und wie man sich in Standardisierungsgremien verhielt, bis hin zur Entwicklung von Android, welches auch auf Linux basiert und sowie die Konkurrenz zu Microsoft und dem snobistischen Apple.

Dann haben aber doch die Einkaufstouren gezeigt, wie viel Macht dieser nette Konzern hat; die Werbegeschäfte riechen doch unangenehm, auch wenn man sich selbst davon abschotten kann. Was hat Snowden noch mal zu Google enthüllt?

Jedenfalls Damores Rauswurf, ein internationales Thema, und der Chaos-Communication-Congress hat nichts dazu zu sagen?

Sicher, die Praxis sieht so aus, dass im Spätsommer irgendwann ein Termin verkündet wird, zu dem man seine Vorschläge, worüber man sprechen will, einreichen muss. Und wenn niemand was einreicht, dann wird keine Diskussion unterdrückt – es will sie nur niemand führen. Oder die Einreichungen waren nicht überzeugend.

Bazon Brock hat für die Dokumenta ja gefordert, dass man eine Nichtdokumenta daneben aufbauen sollte, wo man den Leuten zeigt, was es alles nicht auf die Dokumenta geschafft hat, weil sich das Publikum sonst kein eigenes Urteil bilden kann. Ähnlich gibt es vom CCCongress auch keine Liste, welche Vorschläge durchgefallen sind.

Die Szene ist aber auch nicht direkt berufen eine solche Debatte zu führen. Psychologen, Soziologen, Biologen sind dünn gesät in den Reihen. Pöbler, die sich in der Thematik nicht auskennen sondern Stammtischparolen weitergeben wollen bringen auch nichts. Man tut sich aber sicher auch schwer zwischen einem Faible für evidenzbasierte Wissenschaften einerseits und traditioneller Verbundenheit mit linken und grünen Strömungen Position zu beziehen.

Ich wüsste im deutschsprachigen Raum auch spontan niemanden, den ich auf einem Debattenpodium gerne sehen würde, und zwar im Sinne von überhaupt niemand, auch unter Leuten, die dem CCC fernstehen nicht.

Einen Augenblick sah es so aus, als könne Kutschera jemand sein, aber der hat sich als unsachlicher Troll erwiesen, der sich im Ton vergreift und im Segelwind der Natur einem Geburtenwahn anheimgefallen ist, verbunden mit Tendenzen, die ins rechte Lager reichen oder da her kommen. Danke, nein.

Ob es intern keine Diskussionen gegeben hat? Ich bin nicht im Club, kann es mir aber eigentlich nicht vorstellen. Ein solches Thema hat natürlich die Brisanz einen solchen Verein zu spalten. Das Thema zu vermeiden wird sich aber, so fürchte ich, rächen. Kontroversen muss man auch auszuhalten lernen, aber wo tut man das noch? Das ist aber kein Druck von außen, der die political Correctness erzwingt, sondern es ist die Konsequenz des Verhaltens von 1000 Einzelnen, die alle die neue Hymne singen: „Einigkeit statt Recht und Freiheit“.

 – Genderpricing – 

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Haareschneiden kostet für Frauen mehr als für Männer. Vielleicht dauert es auch länger? Müsste man eben mal messen. Merkwürdig ist es schon, aber der Kunde bestimmt, welche Angebote er honoriert. Oft klumpen sich die Friseure ja, so dass man es nicht weit bis zum nächsten hat.  Weiterlesen

 – Genderpay – 

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Interessanterweise ist es ja so, dass die gleichen Kreise, wenn auch nicht exact die gleichen Kreisen, die sonst mit Pink-stinks-Kampagnen auf sich aufmerksam machen nun gegen überteuerte Einwegrasierer zu Felde ziehen, die im 5er-Pack 60 ¢ mehr kosten, als die für Männer, erkennbar daran, dass sie nicht pink sind. #genderpricing

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  – Netneutrality – 

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So – ein zweiter Versuch mit Netzneutralität. Ich frage mich, ob ich noch ein, zwei knuffige Figuren in die Maschen setzen soll.

Für die, die sich fragen worum es bei der Netzneutralität geht:

Im Moment zahlt man für einen Prepaid Internetzugang für einen Monat zum Beispiel 15 Euro mit 5 GB Datenvolumen. Jetzt wollen einige Firmen anbieten, dass man manche Dienste (YouTube, Facebook, Apple-Musik, …) benutzen kann, ohne dass das aufs Datenvolumen angerechnet wird. Das klingt doch erstmal gut, oder?

Nun, für das Netz ist es eigentlich völlig wurscht ob es 1 GB Video oder Audio oder gezippte Daten überträgt – 1 GB ist ein GB. Welches Interesse hat ein Internetanbieter daran, für manche Dienste nichts zu berechnen? Offenbar einerseits, um bei dem Dienst zu kassieren, also Google, Facebook, Apple, … – wieso soll man die nicht schröpfen? Andererseits um so Kunden zu gewinne.

Und Kunden gewinnt man natürlich dadurch, dass man die beliebtesten Dienste, siehe oben, anbietet. Und das stärkt natürlich die Konzentration. Kleine Dienste lohnen gar nicht einen extra Tarif aufzusetzen. Zahlen können die auch nichts oder nicht viel. Kunden gewinnt man so nicht.

Dafür muss man als Kunde entweder den Internetprovider nach dem Lieblingsdienst auswählen, oder den Musikstream vom privilegierenden Internetprovider schlucken. Oder man läuft mit 3 Simkarten rum, um je nach Dienst immer wieder durchzuwechseln.

Und der Anbieter muss bei jedem Paket kucken, wo es herkommt. Kommt es Y, dann berechnet er nix wenn man in Tarif a oder b ist, bei Y nichts in a, b, c und bei Z nicht, wenn man in Tarif c ist.

Im europäischen Ausland zahlen die Bürger für mobile Gigabytes teils nur ein Fünftel dessen, was man in Deutschland hinblättert.

 – Netzneutralität – 

netzneutralitaet

Nachdem ich vor ein paar ein Wochen einen Maschendrahtzaun fotografierte lag das Photo erst einige Zeit rum, bis ich anfing, mit einem neuen Vektorisierungstool (png->svg) zu experimentieren. Irgendwann geriet auch das Bild in den Fokus, und das Resultat gefiel mir recht gut und brachte mich auf die Idee, den Maschendraht freizustellen, so dass man beliebige Inhalte (Katzen, Butter, Politiker, Marzipan, …) dahinter oder davor platzieren kann.  Weiterlesen