Schlagwort-Archive: 80er

 – Café Zeitsprung – 

zeitsprung

Nein, ich bin nicht auf den Mund gefallen. Berlin duldet das gar nicht. Da lernt man weit das Maul aufzureißen, damit man nicht unangenehm auffällt.

Das Dilemma des Cafégastes ist, dass man nicht weiß, ob man automatisch ein Wasser dazubekommt. Wenn ja, und man fragt extra nach, dann ist es schwer das nicht wie eine Belehrung aussehen zu lassen – faktisch ist es eine Beleidigung, nachzufragen.

Fragt man aber nicht nach, dann kommt kein Wasser. Dummer Kunde! Jetzt musst Du auf Dein Wasser warten. Bis dahin ist der Espresso kalt.

Aber bevor ich das Café beleidige gebe ich lieber erst mal Kredit. In Trier, Museum, internationales Publikum und 2017… – prompt daneben gehauen. Der Kellner ist nett, ja natürlich bringt er ein Wasser – Leitungswasser?

Man kann die Frage auch netter formulieren, aber Leitungswasser ist frisch und klar. Tafelwasser klingt wieder als kostet es extra. 5 Minuten später rennt er mit einem Tablett vorbei, voller Kuchen, nicht für mich. Sieht mich. „Ich komm gleich, hab‘ Sie vergessen!“. Ehrliche Haut, wie beim Wasser, aber auch schusslig und nicht sehr pfiffig was Ausreden betrifft.

Und dann passiert nichts. Außer dass ich am Espresso schlürfe, den verpackten Keks entkleide, verzehre, das Eis verspeise, am Espresso nippe. Nun ist er alle, das Wasser kommt. „Jetzt ist’s zu spät“ murmle ich mehr resigniert als tadelnd und stelle fest, dass es in einem extra zu diesem Zweck angeschafften Spezialglas mit Prägung auf italienisch, irgendwas mit Cafe im Schriftzug und einer Kaffeebohne als Emblem obendarauf, kommt. Gehen hier so viele Gläser unberührt zurück?

Mit Rücksicht auf die nächsten Gäste musste ich aus erzieherischen Gründen das Trinkgeld knapp bemessen. Er hatte nicht so viel zu tun, als dass die Verspätung zu rechtfertigen wäre.

Dann haben sie extra Wassergläser für den Espresso und rücken sie nicht raus!

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 – 30 Jahre Tschernobyl – III – 

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Auch aus dem Archiv.Obwohl der Challengerabsturz erst ein Quartal zurück lag waren die Stimmen, die die Überlegenheit westlicher Technik priesen, zahlreich. Der Unfall von Harrisburg lag schon 7 Jahre zurück und war daher vergessen und zählte nicht. Fukushima konnte natürlich niemand vorausahnen und wer es doch tat, galt als Defätist, Vaterlandsverräter – schlimmer noch: Ein Kommunist!

Die erste Version: challenger-1HIer Textblassen leserlicher gemacht. DIe erste Version hat den Schönheitsfehler, dass das Shuttle schon vor dem Auseinanderbrechen auf Abstrurzkurs ist, was keinen Sinn ergibt.

 – AKW Baupläne – 

akw-bau

Dieser Archivfund bedarf einer leicht ausufernden Erklärung. Auch aus den 80ern, frühe 80er jedoch – ich schätze ’81 bis ’83 (nur die Fotos, Linux mit Inkscape gab es damals noch nicht). Atomkraft war in aller Munde, und mir fiel beim Dösen und Träumen auf, dass 2 leicht konische Marmeladengläser, mit den Böden aufeinandergestellt, dem Umriss eines Kühlturms ähnlich sehen.  Weiterlesen

– Marsch für das Leben – 

Holocaust im Mutterleib

Archivfund, aber bis heute aktuell. Oben ein Ausriss aus dem Arbeiterkampf 288, späte 80er Jahre.

Am Sa. den 19.9.2015 soll in Berlin wieder ein Marsch für das Leben stattfinden. Eine Gegendemo findet sicher auch wieder statt. Traditionell am BraBuTor.