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 – Aus der Aus Amputationsambitionen – 

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Glaubt man dem Pro-Medienmagazin, so hat die Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au in einer Debatte mit Michael Schmidt-Salomon am Rande des #DEKT2017 den moralischen Tiefpunkt ihres Vereins neu ausgelotet:

Wenn beispielsweise eine Muslima hierzulande mit ihrer Tochter zum Frauenarzt komme, um aus religiöser Tradition heraus deren Schamlippen zu beschneiden, sei das gegen die Menschenrechte. Doch weigerte sich der Arzt, das zu tun, würden sie möglicherweise zu einem „Kurpfuscher“ gehen, der die Gesundheit der jungen Frau gefährde. Deshalb könnte der Arzt den Eingriff gegen seine eigentliche Überzeugung vornehmen und dann gemeinsam mit Betroffenen etwas gegen diese religiöse Praxis unternehmen.

Wäre schön, man könne irgendwo die Debatte vollständig nachhören.

Wir sind Zeuge der Türöffnung zur Geschlechtergleichheit in der religiösen Kinderverstümmelung. Und nicht nur das, nebenbei wird der Kirchenanspruch, die religiöse Moral über das Strafgesetz und das Grundgesetz zu stellen als selbstverständlich vorausgesetzt.

Durch eine intellektuell fundamentale Unfähigkeit geradeaus zu denken erzielt sie ein fundamentalistisches Ergebnis, das als das Gegenteil dessen verkauft wird, was es ist.

Für Menschen, die die Menschenrechte verletzen, dürfe es keine Toleranz geben, sagte Aus der Au.

Darf es nicht? Dann wäre ja gut. Die Kirchenfrau hat jedoch ein Doch für uns parat.

Doch in der konkreten Begegnung etwa mit Muslimen gebe es in der Hinsicht nicht nur schwarz und weiß.

Es gibt also keine Toleranz, wenn es um die Verletzung der Menschenrechte geht, außer es handelt sich um Moslems. Dann öffnen wir die Türe für die Genitalverstümmelung, wie wir es schon bei Jungs getan haben?

Deshalb könnte der Arzt den Eingriff gegen seine eigentliche Überzeugung vornehmen …

In der religiösen Welt hat man immer eine Überzeugung und dann hat man noch eine eigentliche Überzeugung. Die eigentliche ist wohl die, die man herzeigt, für die Öffentlichkeit. Man sagt „Keine Toleranz für die Feinde der Toleranz!“ und gibt es als Überzeugung aus, und dann hat man noch eine wahre Überzeugung, nach der Gott und seine Gebote das wahre Maß aller Dinge sind mit jahrtausende alten Schafs- und Hirtenreligionen, die für die kleinen Mädchen auch mal Härtenreligionen sein können. Kleine Härten an der Sexualität, die sie dann bis ins Grab mit sich rumschleppen können, aber keine Sorge, wenn das eine dumme Idee war – macht nix, es kommt ja noch das ewige Leben, das alle Fehler korrigiert und für alles Leid entschädigt.

Doch weigerte sich der Arzt, das zu tun, würden sie möglicherweise zu einem „Kurpfuscher“ gehen, …

Und wie in der Jungenbeschneidungsdebatte auch hier die Argumentation mit dem kleineren Übel. Auch mit dem Strafgesetz ist der Zuwanderer ja nicht zur Raison zu bringen, also Amputieren wir die Schamlippen mit sterilem Besteck, da wird sich Deine Tochter freuen!

… zu einem „Kurpfuscher“ gehen, der die Gesundheit der jungen Frau gefährde.

Nein, Frau Aus der Au, er gefährdet die Gesundheit nicht, er schädigt sie, und zwar unwiderruflich, das wächst nicht nach wie Fingernägel! Und geschädigt ist ein wehrloses Kind, aber auf dem gemeinsamen Altar des abrahamitischen Glaubens, da muss man schon mal ein Menschenopfer bringen, ein kleines, Brückenbauen zwischen den Religionen, nicht?

Deshalb könnte der Arzt den Eingriff gegen seine eigentliche Überzeugung vornehmen und dann gemeinsam mit Betroffenen etwas gegen diese religiöse Praxis unternehmen.

(Alle Zitate soweit pro-Medienmagazin, s.o.)

Gemeinsam dagegen anbeten, oder was? Der Täter mit dem Opfer, oder wie? Mehr Glaubwürdigkeit war ja selten. Was will denn der Herr Kinderchirurg, oder Frau Kinderchirurg, denn in den Ländern, in denen das Praxis ist, sind es ja auch meist Frauen, die die Verstümmelung durchführen, danach gegen die Praxis unternehmen? Vielleicht Kollegen anzeigen, die derartiges verbrechen?

Werbung für Parteien machen, die das geltende Verbot beibehalten wollen?

Noch ist es ja verboten, also rät Frau Kirchenrat die religiöse Moral über das Grundgesetz und die Menschenrechte zu stellen. Wieso beobachtet der Verfassungsschutz nicht die EKD?

Ach, Frau Aus der Au ist aus der Schweiz. Was herrschen denn dort für Gesetze? Lt. Wikipedia dort auch verboten.

Welchen Sinn hat das, wo es doch in der ev. Kirche keine Mädchenbeschneidung gibt?

Vielleicht ist es der strategische Schulterschluss mit dem Islam, der hier vorbereitet wird, angesichts des Absterbens der eigenen Organisation, der langsam aber stetig fortschreitet? Sehr plausibel ist das insofern nicht, als die meisten Zuwanderer in Deutschland und wohl auch in der Schweiz, die aus moslemischen Ländern kommen, gar keine Schamlippenamputation praktizieren.

Als Vorrang der kirchlichen Moral gegenüber den staatlichen Gesetzen hätte sich viel eher das Kirchenasyl als Beispiel angeboten, hat man den Kirchentag doch offenkundig benutzt, um sich von der AfD nicht vollkommen, aber doch weitgehend abzugrenzen und es sich da mit einigen Gläubigen ohnehin verscherzt.

Ist es am Ende nur verschrobener Glaubenswahn? Eine Demonstration, wie man durch die Berufung auf das Irrationale noch die bizarrsten Ideen rechtfertigen kann?

Kirchentagspräsidentin Aus der Au sagte, dass sie es unfair finde, von religiösen Menschen zu verlangen, dass sie sich in säkularer Sprache ausdrücken, da das Woher ihrer Argumente aufgrund ihrer Gottesbeziehung immer religiös sei.

Quelle: HPD

Über 90% der Christen, so sagt mein Bauch, drücken sich im Alltag und im Beruf routinemäßig ganz normal aus und schalten nur zum Nachtgebet oder Sonntagsgottesdienst in einen Religionsmodus um. Sonst müsste man sich ernsthaft Sorgen machen. Dass der Staat ein solches Sektierertum finanziell unterstützt und Regierungskasper en gros dorthin absendet sollte schnell ein Ende finden. Ohne das staatliche Doping würden die Werbeveranstaltungen wesentlich kleiner ausfallen, die Fernsehsender nicht verstopfen und den Heinis nicht auch noch die Illusion vermitteln, sie täten was wertvolles für die Gesellschaft.

Das Medienecho zu den Aus-der-Au-Aussagen war bislang so um die Null.

 

 – Nachtreten statt Beckmessern – 

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Nachtreten gilt ja allgemein als unfein, aber Nietzsche sagte, was fällt soll man noch stoßen, und Marx meinte, Kritik, die sich mit solchen Inhalten befasst, sei die Kritik im Handgemenge und im Handgemenge handele es sich nicht darum, ob der Gegner ein edler, ein ebenbürtiger Gegner sei, sondern es handele sich darum ihn zu treffen.

Unvergessen von meiner Seite ist, dass Beck kleinen Jungs das Recht auf körperliche Integrität abgesprochen hat. Stellvertretend für ihre Eltern sollen die Jungs mit der Opferung ihrer Vorhaut den Glauben der Eltern bekunden, hat dann aber, verlogen wie die anderen Abgeordneten, auf eine religiöse Erfordernis der Kindesverstümmelung, aka Zirkumzision, verzichtet.

Er könnte sich aus Solidarität nun, um in den Kreis der Saubermänner zurückzukehren, die – seien wir großzügig – reichlich überflüssige Nasenschleimhaut wegmessern lassen. Eine Rasierklinge sollte dafür gerade frei geworden sein.

 – Haut ab – 

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Es ist ca. ein Jahr her, dass das jüdische Museum Berlin eine Ausstellung unter dem bösen Namen ‚Haut ab‘ veranstaltete und damit unterstellte, die Kritiker des Beschneidungsrituals als kleinen Jungen und Babies würden eine Vergraulung anstreben. Weiterlesen

Wachhalten der Beschneidungsdebatte

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Anfang Mai fand ein Symposium zur genitalen Autonomie statt. Jetzt bin ich im Netz beim AMB über die Videos der Beiträge gestolpert.

Die 11 Videos mit einer Spielllänge von 2 bis 47 Minuten behandeln verschiedene Aspekte der Jungenbeschneidung: Medizinische Indikationen undn behauptete med. Indikationen, Komplikationen, die Rechtslage, die Diskussion im anderen Ländern, Funktion der Vorhaut und so weiter.  Weiterlesen

Symposium zur Genitalen Autonomie

Symposium zur Genitalen Autonomie

Es gibt wieder Anlass sich zur Genitalverstümmelung zu äußern.

In Köln gab es ein Symposium mit dem Titel „Genitale Autonomie: Körperliche Unversehrtheit, Religionsfreiheit und sexuelle Selbstbestimmung – von der Theorie zur Praxis” und beim HPD einen ausführlichen Artikel dazu, den ich empfehle.

Auch beachtenswert, der Artikel zum Buch “Die Beschneidung von Jungen – Ein trauriges Vermächtnis“ beim AMB.