Archiv der Kategorie: Religionskritik

 – Muslim-Womens-Day – 

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Von mir aus kann es einen islamischen Feminismus geben, wenn deren Manifest als §1 sagt: Jede Frau darf ohne Strafe den Islam aufgeben.

and for the international audience in English:

muslimwomenday-en

I appreciate islamic feminism, if their manifest states as §1: Every woman may abandon Islam without punishment.

 #MuslimWomensDay

 – Fleischfasten – 

hackfisch--0070

Essen Sie einfach mehr Fisch, beispielsweise Hackfisch. Auch Freitags, außerhalb der Fastenzeit, ist dem Christen Fleisch tabu. Und Fisch ist natürlich auch halal und koscher. Beliebt: Der Thüringer Mettfisch mit Salz, Pfeffer, Zwiebel und Olive, religionsübergreifend und roh natürlich, als Suschi Suhl.

 – Skeptiker u. Sozialwahlen – 

wunderglauben

Vor ein paar Wochen erfuhr ich vom Projekt Sozialwahlen-Watch, einer Aktion aus dem Hause Abgeordneten-Watch. Erst dachte ich, dass mir dazu keine Frage einfällt, die ich meinen Kandidaten stellen könnte, aber dann fielen mir gleich zwei ein, die ich hier wiedergebe, und an die 3 erstbesten Kandidaten richtete:

  1. Sind Sie Mitglied in einer Kirche? Wenn ja, bekleiden Sie in dieser Kirche eine Funktion?
  2. Was halten Sie von Homöopathie?

Wichtig war mir, dass die Befragten nicht erkennen, wie ich dazu stehe, damit sie mir nicht nach dem Mund reden. Das scheint funktioniert zu haben.

Leider bietet die Webseite keine Möglichkeit nachzufragen, sich für die Antworten zu bedanken oder nachzuhaken. Außerdem bekam ich vom Betreiber Post, dass es so nicht gedacht sei. Im Kleingedruckten stünde, dass man nicht die gleiche Frage mehrfach stellen soll.

Da frage ich mich natürlich was das soll. Ich kenne die Kandidaten ja alle nicht. Um sie zu vergleichen, ist doch nichts sinnvoller, als allen die gleiche Frage zu stellen.

Dann wurde ich noch ermuntert, meine Frage einfach umzuformulieren, damit sie wenigstens anders aussieht. Was für eine Farce! Man hat eine Regel, die man nicht gut begründen kann, und statt sie aufzugeben fordert man zur Trickserei auf. Offenbar ist aber das Feedback auf die Aktion so schlecht, dass man lieber meine 3 gleichen Fragen durchgehen ließ, als gar keine Fragen zu haben.

Nun denn, schauen wir uns die Antworten an. Da ich keine urheberrechtsbezogenen Lizenzanfragen stellen will, verlinke ich sie hier:

Herrn Klemens genügt als Antwort auf Frage 1 ein Nein, und mir genügt das auch. Die beiden Frauen betonen, dass sie aber ehrenamtlich aktiv sind und mehr Geld für gemeinnützige Zwecke spenden, als sie Kirchensteuer zahlen würden, wenn sie in der Kirche wären, als müssten sie sich dafür entschuldigen, nicht in der Kirche zu sein und als sei die Kirchensteuer vor allem eine soziale Ausgabe.

Offensichtlich haben sie keine Ahnung von der Kirchensteuer und deren Verwendung durch die Kirchen und keinen Schimmer, woarauf ich mit meiner Frage hinaus will (Kirchenlobbyismus). Eine erklärt auch noch, ihre Kinder seien getauft – das geht uns ja nun wirklich nichts an und wirft mehr neue Fragen auf, als es beantwortet.

Tatsache ist, dass die Kirchensteuer nur zu einem Bruchteil in soziale Arbeit fließt. Die sozialen Projekte der Kirchen, insbesondere von Caritas und Diakonie und kirchliche Krankenhäuser werden genauso aus den Sozial- und Krankenkassen vergütet wie bei nichtkirchlichen Trägern. Gleichwohl erlauben sich aber kirchliche Krankenhäuser aber die Mitarbeiter zu diskriminieren, etwa wiederverheiratete Geschiedene zu entlassen, Menschen ohne christlichen Glauben gar nicht erst anzustellen also aus religiösen Gründen zu diskriminieren und auch Leistungen aus religiöser Motivation zu verweigern. So wurde in Köln eine junge Frau, die nach einer Vergewaltigung ihre Verletzungen dokumentiert sehen wollte, vom Krankenhaus abgewiesen, weil dieses aus medizinischen Gründen auf die Möglichkeit der Pille danach hätte hinweisen müssen (ärztlicher Moralkodex), aus christlicher Sicht aber nicht hat hinweisen wollen (eine ungetaufte, verlorene Seele für das Himmelreich Gottes).

Wenn man berücksichtigt, dass die Kirchensteuer für die allgemeine Steuerpflicht mindernd geltend gemacht werden kann, dann entgeht dem Staat durch die Kirchensteuer mehr Geld, als von den Kirchen aus der Kirchensteuer für soziale Zwecke aufgewendet wird. Daher ist es für die Gesellschaft schon ein Gewinn, wenn man keine Kirchensteuer zahlt, auch ohne dass man kompensatorisch tätig wird, wovon ich natürlich niemanden abbringen möchte – nur von Kompensation kann man nicht sprechen.

Bei Fragen der Homöopathie kann man sehen, dass keiner der 3 Kandidaten eine kritische Einstellung dazu hat. Kirchenaustritt oder Nichteintritt bedeutet nicht unbedingt, dass man auch skeptisch gegenüber anderen Wunderglaubenssystemen ist. Dass es so schlimm ist, und 3 von 3 Personen, die sich aufgrund der angestrebten Funktion intensiver mit dem Thema befasst haben sollte, als der Durchschnittsbürger, und deren Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft auch Hoffnung auf eine linke, kritische Haltung nährt, hätte ich nicht vermutet.

Der Moderator, der mich wg. der gleichen Fragen tadelte, wies mich auch darauf hin, dass die Einstellung zur Homöopathie abzufragen wenig sinnvoll sei, da die Liste, auf der die Kandidaten kandidieren, eine gemeinsame Haltung zur Homöopathie vertrete. Das bedeutet dann wohl, dass es entweder keinen rationalen Kritiker an der Homöopathie gab, oder sich dieser nicht durchsetzen konnte.

Außerdem ist es noch so, dass man nur ganze Listen und gar nicht einzelne Personen wählen kann. Dann stellt sich die Frage, was diese Kandidatenbefragung dann soll. Ich kann eh niemanden aufgrund seiner Antwort vorschieben oder bremsen. Wo die gemeinsamen Positionen der Liste zu finden sind wurde auch nicht erklärt.

Jetzt, beim Verfassen dieses Beitrags, kam es mir merkwürdig vor, dass immer nur verdi-Kandidaten auftauchten. Bei Abgeordnetenwatch werden ja Abgeordnete aller Parteien befragt – was ist das für eine merkwürdige Schieflage? Und dann fiel mir auf, dass hier und da verdi-Logos auf den Seiten sind, und überhaupt nur die Verdiliste vertreten ist. Das finde ich ganz schön irreführend, bei meiner kurzen Beschäftigung war es mir nicht aufgefallen. Selbst wenn ich wähle, kann ich nur ganze Listen wählen. Die befragbaren Kandidaten sind alle von der gleichen Liste. Was für eine Farce!

Gäbe es bei Sozialwahlenwatch einen Vergleich verschiedener Listen, dann würde ich ja dazu ermuntern auf allen Listen diese Fragen zu stellen, aber so ist das natürlich reichlich witzlos.

Von der Verdiliste, die kollektiv dem Wunderglauben anheimgefallen ist, und deren Vetreter sich ängstlich rechtfertigen einem anderen abgeschworen zu haben kann aber nur abgeraten werden.