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 – Skeptiker u. Sozialwahlen – 

wunderglauben

Vor ein paar Wochen erfuhr ich vom Projekt Sozialwahlen-Watch, einer Aktion aus dem Hause Abgeordneten-Watch. Erst dachte ich, dass mir dazu keine Frage einfällt, die ich meinen Kandidaten stellen könnte, aber dann fielen mir gleich zwei ein, die ich hier wiedergebe, und an die 3 erstbesten Kandidaten richtete:

  1. Sind Sie Mitglied in einer Kirche? Wenn ja, bekleiden Sie in dieser Kirche eine Funktion?
  2. Was halten Sie von Homöopathie?

Wichtig war mir, dass die Befragten nicht erkennen, wie ich dazu stehe, damit sie mir nicht nach dem Mund reden. Das scheint funktioniert zu haben.

Leider bietet die Webseite keine Möglichkeit nachzufragen, sich für die Antworten zu bedanken oder nachzuhaken. Außerdem bekam ich vom Betreiber Post, dass es so nicht gedacht sei. Im Kleingedruckten stünde, dass man nicht die gleiche Frage mehrfach stellen soll.

Da frage ich mich natürlich was das soll. Ich kenne die Kandidaten ja alle nicht. Um sie zu vergleichen, ist doch nichts sinnvoller, als allen die gleiche Frage zu stellen.

Dann wurde ich noch ermuntert, meine Frage einfach umzuformulieren, damit sie wenigstens anders aussieht. Was für eine Farce! Man hat eine Regel, die man nicht gut begründen kann, und statt sie aufzugeben fordert man zur Trickserei auf. Offenbar ist aber das Feedback auf die Aktion so schlecht, dass man lieber meine 3 gleichen Fragen durchgehen ließ, als gar keine Fragen zu haben.

Nun denn, schauen wir uns die Antworten an. Da ich keine urheberrechtsbezogenen Lizenzanfragen stellen will, verlinke ich sie hier:

Herrn Klemens genügt als Antwort auf Frage 1 ein Nein, und mir genügt das auch. Die beiden Frauen betonen, dass sie aber ehrenamtlich aktiv sind und mehr Geld für gemeinnützige Zwecke spenden, als sie Kirchensteuer zahlen würden, wenn sie in der Kirche wären, als müssten sie sich dafür entschuldigen, nicht in der Kirche zu sein und als sei die Kirchensteuer vor allem eine soziale Ausgabe.

Offensichtlich haben sie keine Ahnung von der Kirchensteuer und deren Verwendung durch die Kirchen und keinen Schimmer, woarauf ich mit meiner Frage hinaus will (Kirchenlobbyismus). Eine erklärt auch noch, ihre Kinder seien getauft – das geht uns ja nun wirklich nichts an und wirft mehr neue Fragen auf, als es beantwortet.

Tatsache ist, dass die Kirchensteuer nur zu einem Bruchteil in soziale Arbeit fließt. Die sozialen Projekte der Kirchen, insbesondere von Caritas und Diakonie und kirchliche Krankenhäuser werden genauso aus den Sozial- und Krankenkassen vergütet wie bei nichtkirchlichen Trägern. Gleichwohl erlauben sich aber kirchliche Krankenhäuser aber die Mitarbeiter zu diskriminieren, etwa wiederverheiratete Geschiedene zu entlassen, Menschen ohne christlichen Glauben gar nicht erst anzustellen also aus religiösen Gründen zu diskriminieren und auch Leistungen aus religiöser Motivation zu verweigern. So wurde in Köln eine junge Frau, die nach einer Vergewaltigung ihre Verletzungen dokumentiert sehen wollte, vom Krankenhaus abgewiesen, weil dieses aus medizinischen Gründen auf die Möglichkeit der Pille danach hätte hinweisen müssen (ärztlicher Moralkodex), aus christlicher Sicht aber nicht hat hinweisen wollen (eine ungetaufte, verlorene Seele für das Himmelreich Gottes).

Wenn man berücksichtigt, dass die Kirchensteuer für die allgemeine Steuerpflicht mindernd geltend gemacht werden kann, dann entgeht dem Staat durch die Kirchensteuer mehr Geld, als von den Kirchen aus der Kirchensteuer für soziale Zwecke aufgewendet wird. Daher ist es für die Gesellschaft schon ein Gewinn, wenn man keine Kirchensteuer zahlt, auch ohne dass man kompensatorisch tätig wird, wovon ich natürlich niemanden abbringen möchte – nur von Kompensation kann man nicht sprechen.

Bei Fragen der Homöopathie kann man sehen, dass keiner der 3 Kandidaten eine kritische Einstellung dazu hat. Kirchenaustritt oder Nichteintritt bedeutet nicht unbedingt, dass man auch skeptisch gegenüber anderen Wunderglaubenssystemen ist. Dass es so schlimm ist, und 3 von 3 Personen, die sich aufgrund der angestrebten Funktion intensiver mit dem Thema befasst haben sollte, als der Durchschnittsbürger, und deren Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft auch Hoffnung auf eine linke, kritische Haltung nährt, hätte ich nicht vermutet.

Der Moderator, der mich wg. der gleichen Fragen tadelte, wies mich auch darauf hin, dass die Einstellung zur Homöopathie abzufragen wenig sinnvoll sei, da die Liste, auf der die Kandidaten kandidieren, eine gemeinsame Haltung zur Homöopathie vertrete. Das bedeutet dann wohl, dass es entweder keinen rationalen Kritiker an der Homöopathie gab, oder sich dieser nicht durchsetzen konnte.

Außerdem ist es noch so, dass man nur ganze Listen und gar nicht einzelne Personen wählen kann. Dann stellt sich die Frage, was diese Kandidatenbefragung dann soll. Ich kann eh niemanden aufgrund seiner Antwort vorschieben oder bremsen. Wo die gemeinsamen Positionen der Liste zu finden sind wurde auch nicht erklärt.

Jetzt, beim Verfassen dieses Beitrags, kam es mir merkwürdig vor, dass immer nur verdi-Kandidaten auftauchten. Bei Abgeordnetenwatch werden ja Abgeordnete aller Parteien befragt – was ist das für eine merkwürdige Schieflage? Und dann fiel mir auf, dass hier und da verdi-Logos auf den Seiten sind, und überhaupt nur die Verdiliste vertreten ist. Das finde ich ganz schön irreführend, bei meiner kurzen Beschäftigung war es mir nicht aufgefallen. Selbst wenn ich wähle, kann ich nur ganze Listen wählen. Die befragbaren Kandidaten sind alle von der gleichen Liste. Was für eine Farce!

Gäbe es bei Sozialwahlenwatch einen Vergleich verschiedener Listen, dann würde ich ja dazu ermuntern auf allen Listen diese Fragen zu stellen, aber so ist das natürlich reichlich witzlos.

Von der Verdiliste, die kollektiv dem Wunderglauben anheimgefallen ist, und deren Vetreter sich ängstlich rechtfertigen einem anderen abgeschworen zu haben kann aber nur abgeraten werden.

 – Nuhr religionsfreundlich – 

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Beim hpd gibt es einen kritischen Text zum Einfluss der Religion auf das Radioprogramm, am Beispiel einer nicht ausgestrahlten Radiosendung, die dort abrufbar ist, und hiermit empfohlen.

Wenn Sie sich fragen, was das rechts am Volksempfänger ist – das frage ich mich aus. Sieht aus wie misslungene Perspektive, aber auf dem Foto, von dem ich das herhab, sah es auch so aus, und ein Volksempfänger in Natura, um das rauszufinden, steht mir nicht zur Verfügung.

 – Bischof Ackermann fordert ein Symbol

der Wurzeln unserer Kultur

in den Gerichten aufzuhängen – 

wurzelurteil

Die Wurzel des Christentums ist ja das Judentum, das Recht hat mehr griechisch-römische Wurzeln, die Grundrechte haben antireligiöse, aufklärerische Wurzeln und das Germanentum wurzelt im dt. Wald. Dem Wildwuchs am gerechtesten wird hier als Symbol natürlich die Wurzel selbst.

kleber

Im Heute-Journal vom Samstag, nach dem Wetter (31:10), lässt Klaus Kleber die Sendung besinnlich-romantisch mit Bildern aus Paris und der ganzen Welt ausklingen, David Martello, mir bis dato unbekannt, habe sein Klavier in den Straßen Paris aufgebaut. Es gäbe nun Bilder zu einem Lied von John Lennon, die keine Worte brauchen (deswegen schickt sie Kleber vorweg), die von einer Welt träumen, in der so etwas nicht mehr passiert, weil es keine Fanatiker mehr gibt.

Keine Fanatiker? Das hatte ich anders in Erinnerung. Mein Gedächtnis sagt mir, dass es keine Religionen mehr geben soll, aber das kann man im dt. Staatskirchenfernsehen nicht so grob sagen, sagen wir doch einfach Fanatiker, da fühlen sich doch gleich viel weniger Leute auf den Schlips getreten, und wenn John Lennon eins mit Sicherheit nicht wollte, dann spießigen Opportunisten auf den Schlips zu treten.

Der Song wird tatsächlich nur geklimpert, ohne Worte, dafür sprechen die Bilder Bände – zum Schluss erscheinen prominente Bauten in den Farben der Tricolore, von der Oper in Sydney bis zum Brandenburger Tor. Imagine there’s no countries…

Am Vorwurf „Lügenpresse“ stimmt ja vieles nicht, etwa dass es meist gegen das Fernsehen geht, in dem noch nie etwas gepresst wurde. Fluffig geht es zu, es soll niemanden belasten, eine Wellnessoase mit Kinderkrankenbruder Kleber. Wenn Lennon pauschal gegen Religionen sang, dann muss er sich geirrt haben und der große Bruder korrigiert die Geschichte sanft und bringt den alten Hippie auf Linie. Fanatiker.

Die Wahrheit liegt oft nur in einer kleinen Präzision. Ein solcher Beitrag versetzt dem ZDF keinen KO-Schlag, aber die Punktrichter notieren die kleinen Lügen, und der Zettel ist längst voll, wir notieren schon auf der Rückseite. Dieser konfliktscheue Gefälligkeitsdevotismus erinnert leider an die DDR.

Die ÖR-Medien wollen zu viel. Sie wollen jeden erreichen, sie wollen uns emotional packen, sie wollen eine große Gefühlssoße anrühren. Sie zelebrieren mit ihren Brennpunkten und Sondersendungen die nationale Wichtigkeit. Wochenlang gab es nur Griechenland auf allen Kanälen, dann Flüchtlinge rauf und runter, jetzt wohl wieder große Terrorwochen. Und es kommen kaum viele divergierende Ansichten und Standpunkte zur Sprache, sondern es tendiert schon in eine weichgespülte Mitte. Große Koalition von Regierung und Fernsehen.

Ich will in den Nachrichten nicht emotional angesprochen sondern informiert werden. 140 Verkehrstote hatten wir 2014 alle 2 Wochen im Schnitt, da stecken wir es weg. Das ist etwas anderes, als ein intentionales Morden, das sehe ich auch so, aber dafür haben wir es 24x im Jahr. Es ist v.a. im Sinne der Terroristen, wenn wir wie aufgeregte Hühner reagieren. Das Freitagabendprogramm der ARD wurde den Terroristen geopfert – wieso bringen sie für interessierte Leute nicht die Sondersendungen auf Phönix und tagesschau24, dafür haben sie diese Sender doch? Und empfangen kann es auch jeder, der ein Gerät hat, ob per DVB-T, über Satellit, Kabel oder Internet. Nun – es zeigte sich: Die Sondersendung lief auch auf tagesschau24.

So falsch ist der Gleichschaltungsvorwurf gar nicht. Dem Zuschauer wird gesagt, das ist hier jetzt so wichtig, wir müssen das Programm ändern. Die TTIP-Demo hatte mit die meisten Demoteilnehmer bisher in der Bundesrepublik. Da gab es irgendwie fast nix zu im Fernseher – keine Will, Illner, Maischberger, Jauch schwieg, kein Brennpunkt, keine Extra-Sondersendung.