– Aufsitzpendelhubstichsäge – 

stichsaege

Ja, es dünnt etwas, im Blog. Ich bin kopfmäßig woanders. Meist in Scalacode, aber heute auch Arbeit und Prokrastinieren und beim Verschieben wichtiger Aufgaben ist es gut, wenn man andere, unerledigte Aufgaben rumliegen hat, die man stattdessen erledigt. Hab‘ ich massig. Eine davon ein Flohmarktbeifang.

Eine Stichsäge habe ich gebraucht, auch einen Blick auf gebrauchte Kaffeemühlen wollte ich werfen. In der Nähe der Flohmarkt ist eine gute Mischung. Teils Wohnungsauflöser, wo man eben eine Kaffeemühle finden könnte die noch tut und gar nicht schlecht ist, teils teurer Handwerks- und Handarbeitskitsch, extra für Flohmärkte produziert, teils Chinaramsch der die Preise drückt, Privatpersonen, die den Keller ausgeräumt haben und zum Ende hin auch immer günstiger werden.

Etwas passendes zu finden ist Glücksache, aber der Preis ist dann oft ok.

Also eine Stichsäge wollte ich haben. Ich säge so selten, dass es sich nicht rentiert was anständiges zu kaufen, aber als faule Natur, die zugleich ungeduldig ist, ist das Sägen von Hand ein ernsthaftes Hindernis für mich, überhaupt damit zu beginnen. Mein Vater wollte mir mal was gutes tun, und gab mir einen Stichsägenaufsatz für die Bohrmaschine mit, den er nicht mehr verwendet. Leider hat es einen Aufnehmer, in den nur Schweizer und Englische Bohrmaschinen passen – Adapter gibt es wohl auch nicht. An eine historische Bohrmaschine, die nur 2 Geschwindigkeitsstufen hat, schnell und langsam, bin ich auch mal gekommen, aber da bekomme ich das Bohrfutter nicht ab, um überhaupt zu prüfen, ob sie vielleicht zufällig passt.

Ebenfalls von meinem Vater habe ich einen großen Sägeblattschlitten – die Fachbezeichnung kenne ich dafür gar nicht, aber da bräuchte man erstens eine Werkbank oder müsste es umgedreht in eine Werkbank einspannen, und dann mit dem Holz über die Säge ziehen. Kleiner Haken: Auch dafür muss man das Bohrfutter von der Bohrmaschine runterholen. Hier würde wohl meine Hausbohrmaschine passen, aber Bohrfutter demontieren ist so ein Aufwand – wenn man 100 Bretter sägen will, dann macht man sowas.

Eigentlich gefällt mir die Idee gut, eine ordentliche Bohrmaschine zu haben, und 100 Aufsätze, die man damit einsetzen kann. Nicht 100 Motoren, 100 Kabel, 100 Maschinengehäuse usw. – nur sollte es mit dem Bohrfutterschlüssel anzuschließen sein.

Kurz vor Feierabend kam ich an den Stand mit viel Werkzeug, der Mann war schon beim Abräumen und ich fragte was das Gerät kostet. Er meinte 5, ich meinte 2. Darauf meinte er, er gibt ’s mir für 3, wenn ich auch die Bohrmaschine mitnehme, ja, funktioniert alles. Der Umschalter für Rechts-Linkslaufumschalter der Bohrmaschine schlackert lose hin und her, kann man sicher reparieren (ja sicher, ich und Bohrmaschine reparieren!). Aber gut, für 3 Euro hätte ich auch die Säge alleine gekauft. Sägeblatt muss man nur besorgen, aber müsste ich noch 2-3 von meinem Vater her haben, die seit Jahren in der Werkzeugkiste auf ihren Einsatz warten, trocken und rostfrei.

Zuhause mal Ebay angeworfen und die Modelle recherchiert. Baumarktmüll, schlechte Bewertungen, Neupreis 20 Euro. Der Druck aus China macht alles billig, aber so billig, das wusste ich gar nicht – wobei 20 Euro ja 40 Mark sind, also waren. Naja.

Die Bohrmaschine läuft, aber der schlackernde Umschalter nervt natürlich. Soll ich die wirklich aufschrauben, auf die Gefahr, sie nicht mehr richtig zu zubekommen? Erst mal weggelegt. Die Sägeblätter gesucht und in polynomialer Zeit gefunden – ein Wunder. Ich brauch eine Anleitung und finde eine für das Vorgänger- oder Nachfolgermodell. Aha, vorne 2 Inbusschrauben lösen, Sägeblatt einsetzen, zudrehen, und los kann es gehen. Testhölzchen suchen – dies ist zu kaputt, das zu dünn, das könnte man nochmal als ganzes brauchen (2048 oder so) aber hier!

Ui, das geht ja durch wie durch Butter! Ach nein, ging es nicht, das Sägeblatt ist rausgefallen, haha!

Also noch ein Versuch, fester gezogen die Schrauben, aber sie finden kein Ende. Sind sie durchgedreht? Mache ich was falsch? Genug von den Einkäufen liegen sie ein paar Wochen da, wandern dann in die Werkzeugkisten.

Irgendwann Bohrmaschine Teil 2. Ich will das Schnellspannfutter öffnen und bekomm‘ es nicht auf. Mist. Dann kann ich sie auch ganz kaputtreparieren. Die Schrauben, die das Gehäuse zuhalten – davon ist auch eine durchgedreht. Später bekam ich sie doch irgendwie auf, aber nach dem Zuschrauben nicht mehr zum Laufen. :)

Jetzt habe ich die Stichsäge in Angriff genommen. So ein kleines Teil, aber 10 Schrauben! Und natürlich sitzt wieder eine fest, aber mit 3 Schraubenziehern und dem Drehmoment einer wütenden Furie ging es letztlich doch. Und ich klappe die obere Schale vorsichtig auf, und herausfällt ein Metallspind oder eine kleine Achse, oder was ist das – wo kommt das denn her?

Unten dran ist ein Schlitten, auch mit 2 Inbusschrauben befestigt. Und die passen nicht nur da, wo das Sägeblatt festgeschraubt wird, sie finden auch Halt. Hoi, hoi! Wäre da nicht diese 2cm Metallachse, für die ich keine Löcher finde, keinen Ort, an dem sie zu fehlen scheint.

Hm. Also die Festziehschauben, die bekam man zwar lose, aber nicht raus, ohne das Gehäuse ganz zu öffnen. Jetzt muss ich mal probieren, ob sie überhaupt läuft und ob wo was klappert, was bei der Suche hilft, wo diese Achse fehlt.

10 Schrauben wieder drauf, reihum festziehen, nochmal reihum, weil sich alles erst zurechtziehen muss. Strom! Stecker in die Dose. Brummt. Sägt nicht. Mist.

Also wieder auf. 10 Schrauben. Wo fehlt denn dieser Metallstift, verdammt. Hier vielleicht? Ja, wenn man ihn da reinsteckt, und dann das Gehäuse zusammensteckt, und die Schrauben wieder drauf, 1, 2, 3, 4, 6, 8, 9 … waren das nicht 10? Wieso ist eine übrig? Weil das Loch, aus dem mein Stift rausschaut nicht für den Stift ist, sondern für die 10. Schraube? Erstmal Strom. Stecker wieder rein, brummt nur. Oh, Mann. So oder so, sie muss wieder auf. Nur 9 Schrauben diesmal. Idioten gibt ’s!

Und jetzt finde ich eine Stelle, wo das Gehäuse doch etwas wie 2 Löcher in passendem Abstand hat, nur den Stift da reinzufummeln ist etwas zwackelig. Aber geht. So, und nochmal die Schrauben wieder drauf, und von Hand erstmal am Motor gedreht, ob sich alles geschmeidig bewegt, vor dem Zuschrauben – hier muss was einrasten, da muss was oberhalb oder unterhalb der Nut sein? Aha oberhalb offenbar. Und zu, und 10 Schrauben wieder reingedreht.

Und Strom, und es brummt nur. Mist. Ich drehe aus Mangel an Ideen am Geschwindigkeitsrad, und sie rattert los wie eine Nähmaschine, pendelt und tut, als wäre es eine Pendelhubstichsäge. Sagenhaft!

Schnell ein Holz! Ein Königreich für einen krummen Ast! Die freiwilligen Hölzer marschieren auf und wollen gesägt werden. Und das Sägeblatt fällt raus – ich glaub es nicht! Natürlich wollte ich die schönen Schrauben nicht auch gleich durchdrehen, aber ein wenig mehr Zug geht vielleicht doch? Eine defekte Müllstichsäge die noch kaputter ist hilft auch niemand was. Also mit etwas mehr Kraft angezogen, die Geschwindigkeit etwas runter, die Federung auf Mittel.

Und die Säge sägt.

Jetzt noch Räder dran, und wir reiten auf dieser Säge nach Vegas, die Sonne putzen, Babe! Die 3, 4 Hölzer die ich sägen wollte gleich gesägt, kein großes Ding, keine 5 Minuten mit der Astsäge von Tchibo, aber hey, Technik! Am Schlitten halten auch die mauen Schrauben die am Sägeblattaufnehmer nicht wollten – so la la, die ersten Minuten. Ich will ja jetzt keinen Blaumilchkanal mit der Säge stemmen. Aber wenn sie 2x im Jahr 4 Hölzchen sägt hätte es sich in 10-20 Jahren doch rentiert.

Wegen der Leiden, die man durchmacht und der Geschichten, die dabei anfallen. Das ist es ja auch, was einen zum Fußball treibt. Nicht die Siege, nein, die Niederlagen, die verschenkten Siege, dumme Trainer, faule Spieler, ein Spieler der Abseits steht, wenn ich dem Inforadio trauen kann, und dem Ball, der ohnehin rein gegangen wäre, noch einen mitgibt. Am Ende noch froh über das Unentschieden gegen Dortmund.

Und Schopi mal wieder, die Welt als Wille und Vorstellung. Nicht Genie und Können, Einsicht oder Geschick, sondern Beharrlichkeit und Wille und das genervte, verlegene Drehen am richtigen Rädchen zur rechten Zeit verhalfen mir zum Sieg über störrische, billige, aber mich letztlich doch überfordernde Mechanik.

 

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 – CPU-Bugs –

(Version for English talking audience below) 

intel-bug

Für Informationen zum CPU-Bug empfehle ich Heise, wobei mir genauere Informationen noch fehlen (sind meine CPUs betroffen, in Kombination mit Linux gefährdet, wahrscheinlich ja, ja). Zur Backdoor ME, die Intel-Management-Engine sah ich ein Video beim 34c3. Informativ, aber die stockende Vortragsweise auf russischem Englisch des ersten Hackers habe ich nicht lange ertragen. Als verantwortungsbewusster Blogger muss ich aber wohl schauen, was ich empfehle und verlinke, da fiel mir ein, dass es ja deutsche Simultanübersetzungen zu den Videos des #34c3 gibt. Die Übersetzer haben auch Schwierigkeiten, dem stockenden Stil Herr zu werden, aber haben eine Menge rausgeholt, finde ich. Also rechts unten am Rädchen drehen, bzw. am Rad das Submenü aufklappen, und mal testen, ob man damit besser zurechtkommt, wenn man sich für Details interessiert aber auch am Stil verzweifelt. Dem zweiten Hacker konnte ich dann gut im Original folgen. Und ja, ARM und andere sind auch betroffen. Weiterlesen

 – Der blinde Fleck – 

blinder-fleck

Der 34c3 ist nun vorbei, und vieles wurde debattiert, aber das Thema James Damore @ Google blieb seltsamerweise ausgespart.

Früher gab es ja allgemein in IT-Kreisen viel Sympathie für Google, einfach weil die Suche so viel besser war, als bei der Konkurrenz, dazu das asketische Suchinterface und mit Adblocker auch eine aufgeräumte Sache. Legofarben, die Harmlosigkeit suggerieren, dazu viele interessante Projekte, die von Google ausgehen und starke Unterstützung von Open-Source-Projekten, finanziell aber auch durch Code, durch Verlautbarungen, wo man überall Linux einsetzt und wie man sich in Standardisierungsgremien verhielt, bis hin zur Entwicklung von Android, welches auch auf Linux basiert und sowie die Konkurrenz zu Microsoft und dem snobistischen Apple.

Dann haben aber doch die Einkaufstouren gezeigt, wie viel Macht dieser nette Konzern hat; die Werbegeschäfte riechen doch unangenehm, auch wenn man sich selbst davon abschotten kann. Was hat Snowden noch mal zu Google enthüllt?

Jedenfalls Damores Rauswurf, ein internationales Thema, und der Chaos-Communication-Congress hat nichts dazu zu sagen?

Sicher, die Praxis sieht so aus, dass im Spätsommer irgendwann ein Termin verkündet wird, zu dem man seine Vorschläge, worüber man sprechen will, einreichen muss. Und wenn niemand was einreicht, dann wird keine Diskussion unterdrückt – es will sie nur niemand führen. Oder die Einreichungen waren nicht überzeugend.

Bazon Brock hat für die Dokumenta ja gefordert, dass man eine Nichtdokumenta daneben aufbauen sollte, wo man den Leuten zeigt, was es alles nicht auf die Dokumenta geschafft hat, weil sich das Publikum sonst kein eigenes Urteil bilden kann. Ähnlich gibt es vom CCCongress auch keine Liste, welche Vorschläge durchgefallen sind.

Die Szene ist aber auch nicht direkt berufen eine solche Debatte zu führen. Psychologen, Soziologen, Biologen sind dünn gesät in den Reihen. Pöbler, die sich in der Thematik nicht auskennen sondern Stammtischparolen weitergeben wollen bringen auch nichts. Man tut sich aber sicher auch schwer zwischen einem Faible für evidenzbasierte Wissenschaften einerseits und traditioneller Verbundenheit mit linken und grünen Strömungen Position zu beziehen.

Ich wüsste im deutschsprachigen Raum auch spontan niemanden, den ich auf einem Debattenpodium gerne sehen würde, und zwar im Sinne von überhaupt niemand, auch unter Leuten, die dem CCC fernstehen nicht.

Einen Augenblick sah es so aus, als könne Kutschera jemand sein, aber der hat sich als unsachlicher Troll erwiesen, der sich im Ton vergreift und im Segelwind der Natur einem Geburtenwahn anheimgefallen ist, verbunden mit Tendenzen, die ins rechte Lager reichen oder da her kommen. Danke, nein.

Ob es intern keine Diskussionen gegeben hat? Ich bin nicht im Club, kann es mir aber eigentlich nicht vorstellen. Ein solches Thema hat natürlich die Brisanz einen solchen Verein zu spalten. Das Thema zu vermeiden wird sich aber, so fürchte ich, rächen. Kontroversen muss man auch auszuhalten lernen, aber wo tut man das noch? Das ist aber kein Druck von außen, der die political Correctness erzwingt, sondern es ist die Konsequenz des Verhaltens von 1000 Einzelnen, die alle die neue Hymne singen: „Einigkeit statt Recht und Freiheit“.

 – Genderpricing – 

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Haareschneiden kostet für Frauen mehr als für Männer. Vielleicht dauert es auch länger? Müsste man eben mal messen. Merkwürdig ist es schon, aber der Kunde bestimmt, welche Angebote er honoriert. Oft klumpen sich die Friseure ja, so dass man es nicht weit bis zum nächsten hat.  Weiterlesen

 – Genderpay – 

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Interessanterweise ist es ja so, dass die gleichen Kreise, wenn auch nicht exact die gleichen Kreisen, die sonst mit Pink-stinks-Kampagnen auf sich aufmerksam machen nun gegen überteuerte Einwegrasierer zu Felde ziehen, die im 5er-Pack 60 ¢ mehr kosten, als die für Männer, erkennbar daran, dass sie nicht pink sind. #genderpricing

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