Archiv für den Monat September 2018

 – Admiralbrückensketching 10 –

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Flaschensammlerin mit Einkaufsroller (ohne Frau)

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Besucherin

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Muse, Modell, Malerin?

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Pärchen, ohne Mann (kam erst später)

 

 

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 – ZZJC: Brooklyn Bridge + Ingrid Arthur – 

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Ingrid Arthur, JC Dook, IA

Kleine Überraschung: Mittwoch war’s, und ich mal wieder im Zig-Zag-Jazzclub bei Brooklyn Bridge feat. Ingrid Arthur.

Seit zwei Wochen hatte ich es dringend vor, aber dann zuviel mit Rennereien wg. meines Unfalls um die Ohren und andere Dinge, die erledigt werden mussten, drängten sich auch in die Abende. Heute wäre es auch fast wieder geplatzt.

Eine lange Story, die ich versuche kurz zu halten. Sonntags wollte ich auf den Flohmarkt, denn eine Krankenbettbeschäftigung von mir war es, die Ebay-Kleinanzeigen abzugrasen, Sektion zu verschenken, und da hatte ich einen Diaprojektor erbeutet. Das schwebt mir schon lange vor, aber mit geringer Dringlichkeit – es lief mir nicht weg. Mein Ziel: Auf Klarsichtfolie oder Transparenzpapier mit dem Laserdrucker Fotos drucken, aber in Diagröße. Die dann ausschneiden, rahmen und mit einem Diaprojektor von hinten auf eine Leinwand projizieren, von vorne grob die Hauptstrukturen abpausen, dann flott drübermalen, so dass man einerseits den Effekt rascher, lebendiger Striche hat, andererseits aber die Proportionen, die Perspektive super stimmt. Evtl. unter Berücksichtigung von Licht und Schatten.

Diaprojektor hatte ich, Rähmchen gibt es preiswert im Netz, aber oft in Mengen, die es doch teuer machen oder aus Entfernungen, wo der Versand den Verkaufspreis übertrifft. Am Flohmarkt dagegen erst neulich massig Dias gesehen – da könnte ein Magazin billig abzustauben sein. Jetzt war aber kein Flohmarkt sondern eine Veranstaltung der Tafeln Berlin vor dem Schöneberger Rathaus. Die nächsten mir bekannten Flohmärkte an der Straße d. 17 Juli und am Marheinikeplatz aber auch so weit, dass ich erst kurz vor 15 Uhr da wäre, wenn die Berliner Flohmärkte gerne schließen.

In der Nähe ist aber auch der Winterfeldplatz, wo unter der Woche oft Wochenmarkt ist und der also prädestiniert wäre auch einen kl. Flohmarkt zu beherbergen. Also dahin. Es war dort auch was los, aber ein reiner Fahrradmarkt, der mich auch interessierte.

Hier fädelt ein zweiter Erzählstrang ein: Seit meinem Unfall ist mein Rad ja auf der Notaufnahme (der Laden mit Werkstatt heißt wirklich so). Ach ne, Radaufnahme. Die haben schon einen Heil- und Kostenplan erstellt, aber solange die Versicherung des Unfallgegners nicht die Übernahme der Kosten bewilligt hat, und sich womöglich überlegt einen Sachverständigen zu schicken, legt die nicht los. Also musste ich mein Reserverad, eine ziemliche Gurke (Bremsen: oh jeh, Licht: na ja, Umwerfer für Schaltung vorne fehlt, keine Schutzbleche, kein Tacho, klassische Tourenpedale, T-Lenker, kein ordenlicher Geradeauslauf), flottmachen, in erster Linie von der Wand pflücken und aufpumpen, provisorisch Taschenlampen montieren, und ein, zwei Klingeln.

Aber obwohl das Mistding eine ziemliche Krücke ist, ist darauf irgendwas besser als am Rennrad. Die mehr aufrechte Sitzposition vielleicht?

Nein, es ist die Rahmenhöhe, bin ich überzeugt. 56cm, nicht 58 wie beim Rennrad. Da ist das Sattelrohr ganz eingefahren und ich erreiche mit 172cm zwar im Stand den Boden, aber es ist einfach ein Stück zu groß.

Als treue Seele wollte ich erst mein geliebtes Rennrad um jeden Preis zurück, aber langsam beschleichten mich Zweifel. Immerhin könnte ich auf diesem Marktplatz mal eine Probefahrt machen auf einem Rad das klein ist, aber mit Rennradanatomie und ohne Vorderadanomalie. Das tat ich auch und fühlte mich bestätigt.

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Helmut Burger, Kai Schoenburg, JC Dook

Aber beim Gehen sprach mich ein anderer Besucher an, Mitte 60, irgendwie hüftsteif, aber sympathisch, ziemlich unsicher. Ob ich sein Rad kaufen will, hat er aber nicht dabei, ist selbst zufällig über den Markt gestolpert. Ein weißes Apple-Collection-Fahrrad, ja, die Computerfirma Apple. Zig Jahre alt aber gut in Schuss. Nein, Rahmenhöhe weiß er nicht, Rennradschaltung aber T-Lenker, Gepäckträger, Schutzblech. Hat es selbst gefahren aber wg. einer Verletzung kommt er nicht mehr auf Herrenräder.

E-Mailadressen getauscht, er misst die Rahmenhöhe nach. Er war aber ähnlich groß wie ich, und das Messergebnis war entsprechend: 54cm. Da bekäme ich noch eine Schelle für eine Anhängerkupplung um die Sattelstütze. Nach dem Preis hatte ich gefragt und da wollte er sich nicht richtig festlegen. Mit „Hundert“ hatte er schon angefangen aber es klang so, als solle es 130, 150 oder 180 werden.

Hm. Wenn es mir persönlich nicht zusagt könnte es immer noch ein geeignetes Objekt sein, um es im Apple-Iphone-Hype weiterzuverkloppen. Ich selbst würde ja höchstens ein Rad mit GNU-Logo fahren, nicht so eine Hippster-Luxusmarke.

Im Kopf eine Liste gemacht, worauf zu achten sein wird und heute sollte die Besichtigung mit Probefahrt sein. Vorher schon Google angeworfen, das wusste nichts von einem Applefahrrad.

Eine ziemliche Enttäuschung. Viel Rost am Rahmen. Bremsen mit so alten Miniklötzchen, einfache Ausführung, selbst für die Zeit, aus der es stammt, wohl irgendwann 80er, also ähnlich meinem Rennrad, das aber überall Schimano-Exage-500 verbaut hatte. Hier: Suntours – nie gehört. Sun war ja auch eine Computerfirma, insbes. in den 80ern, dass da keine Berührungsängste bestanden … Das Schaltwerk wirkte nicht schlecht, 2×5 Gänge sollte auch reichen, aber die vordere Schaltung ließ sich nicht umwerfen, Umwerfer vielleicht verharzt. Mantel vorne zeigt schon poröse Symptome. Die Bremsen zogen überhaupt nicht und überzeugten auch sonst nicht – die erwartete Hochpreisigkeit aller Komponenten war ein Luftschloss. Aber es fährt, hat einen kleinen Rahmen – für kleines Geld sollte ich vielleicht doch zugreifen. Bis maximal 200 wollte ich gehen, bevor ich es gesehen hatte, wenn es so beeindruckend wie erhofft gewesen wäre. Auf 150 hatte ich spekuliert, wo er doch schon „Hundert…“ gemurmelt hatte. Jetzt wollte ich nicht mehr als 100 berappen. Das, was getan werden musste, um es fahrbereit zu machen, könnte mir vielleicht ohne Werkstattbesuch selbst glücken – so eine Bremse und so ein Umwerfer müssen sich doch nach YT-Besuch selbst einstellen lassen. Überall satt WD-40 oder Lidl-Kettenspray drauf …

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Besucherin in rotem Kleid, IA

Sagte der Bastler mit den zwei linken Händen.

Die Bremsbeläge vorne bekam ich ab und auseinander für frische, dicke. Die dumme Packung verrät natürlich nicht, ob für Alu- oder Stahlfelge. Aber ich bekomme die Bremszange auch nicht wieder richtig zu und mittig.

Mal nach dem Umwerfer sehen. Videos gefunden und verstanden. Aber die Kreuzschlitzmadenschrauben wollen sich nicht drehen. Tiefer muss das ganze auch 2mm. Dann festdrehen. Ich hab so schöne Ratschenschlüssel. Leider zu dick für die Mutter, fasst sie nicht recht. Mit der ratschenlosen Südseite geht’s. Und noch eine halbe Drehung, und noch eine – geht das leicht! – wo ist denn der Anschlag? Und noch eine halbe, und batsch – Schraube ausgerissen. Mist! Die bekommt man doch da nie raus!Brauch ich einen neuen Umwerfer auch noch. Erst mal am besten den Umwerfer ganz ab. Sagt sich so leicht. Die verhindernde Schraube um die Kette sitzt auch fest.

Die Stimmung ziemlich unten. So viel Tatendrang zerbröselt. Grrr. War vielleicht doch keine so gute Idee? Ach so – 120 hatte der angehende Verkäufer gesagt. Darauf ich: „Dann sag ich 80 und wir einigen uns auf 100?“ Er schaut mich lange nachdenklich an. Ging dann irgendwie in sich – ich dachte erst das soll ok, ich geb auf bedeuten. Dann murmelt er was mit 90. Ich komme mir vor wie bei Monty Python und tadle ihn, dass ich ja schon 100 gesagt hätte. Da könne er jetzt nicht drunter gehen.

Er muss meine Offerte wohl falsch verstanden haben.

Vorher hatte er alle Vorzüge des Rads beworben, aber weniger wie ein gerissener Gebrauchtwagenhändler, mehr wie ein Liebhaber, der die Schwächen seines Lustobjekts immer übersehen hat. Ich umgekehrt hatte die meisten Mängel mitleidsvoll zur Sprache gebracht. Ich meine die 100 sind fair, wenn hier in den Kommentaren nicht ein Applejünger aus dem Internet springt und mir 1000 € bietet, Selbstabholung und ein IBM-Rennrad mit Linuxgetriebe, Postgresql-Datenbank, Wifi und Bluetooth bekomme ich obendrauf. Bloß alles so lassen. Erinnert mich an ein Apache-Rennrad, dass ich auf dem Winterfeldmarkt gesehen hatte.

Wenn ich einen Umwerfer richtig montiert bekomme und die Bremsen eingestellt, dann kann es noch was werden. Es sollten bloß nicht noch mehr Schrauben abreißen. Aber erst mal war ich bedient und fragte mich, ob ich noch zum Soul-Funk-Abend soll. Und zum Trost wollte ich es mir gönnen, radelte also auf Rad zwei los, es war schon 21:15, und kaum war ich im vertrauten Raum mit den groovigen Tönen wusste ich, dass ich lange nicht mehr eine so gute Entscheidung getroffen hatte. Das Intro lief noch, die Sängerin hielt sich noch in der Gaderobe bedeckt.

Song 1 und 2 ließ ich noch ohne Zeichenblock auf mich wirken. Haha – Stifte vergessen! Nur einen Fineliner 0.4 schwarz dabei. Egal – dann ohne Bleistiftvorzeichnung mit Radierorgien.

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Manuel Zazek, IA mit Keith Tynes, KT solo

Bescheidene Ergebnisse, ich gebe es ungern zu. Körperhaltung, Proportion war das selbst gestellte Motto, rasch gezeichnet. Eigentlich war es auch zu dunkel zum Zeichnen. Abb. 2, 2. v. l. sieht aus wie ein Löwenweibchen, oder? Das Klavier links daneben ist zu dick, so dass das Klavierbein zu kurz wurde. Im dunklen Kneipenlicht sah das alles viel besser aus.

Band und Sängerin waren dagegen spitze. Lediglich bei „Black velvet“ meine ich, hat die Sängerin 3 mal an der gleichen Stelle schräg geklungen. Dafür waren das letzte Stück und die Zugabe einfach großartig. Der Applaus wollte auch nach der Zugabe nicht verstummen, bis beharrlich leise Musik vom Band ertönte und das Licht deutlich Feierabend sprach.

 

 – Admiralbrückensketching 9 –

2 Brücken westlich vom Umspannwerk Kreuzberg, wo ein Trüppchen Unentwegter Revolution ohne Massen zu inszenieren versucht, trafen sich, wie schon 9x zuvor (das erste Treffen ohne mich, deswegen ist meine Zählung erst bei 9) andere Unentwegte, Zeichner, Maler, Skizzierer und ein Dilettant.

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Die junge Frau o.re. drehte sich unerlaubt aus dem Profil, so dass es ihre Hände nicht mehr auf’s Papier schafften. Der Zeichner u.re. setzte sich aus der Hocke auf und wurde dann noch von einem Passanten weitgehend verdeckt, so dass die Details auf diese Weise litten, nicht auf die übliche (meine Ungeduld + mein Unvermögen).

Auf dem Rückweg zog vertrocknetes Laub über die Straße, getrieben von ersten Böen, die „der Herbst kommt“ riefen.

 

 – Thaimarkt im Preussenpark – 

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Der Preussenpark wartet mit einer Borussiastatue auf. Erst hatte ich den Hals vergessen (mi.), womöglich weil das Blatt auch oben knapp wurde, Also einen Kopf mit Hals nachträglich gezeichnet (li.) und am PC verschmolzen (re.).

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Eine Teilmenge von #sketch_together (Berlin) hatte sich für Sonntag verabredet. Hier ein Gast auf Klappsessel.

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Und noch zwei unbekannte Parkbesucher.

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3 Frauen im Park. Zeichnerin (nicht zeichnend). Die Hände bewegten sich zu schnell. Anfangs ein Smartphone haltend, welches ich angefangen hatte zu zeichnen, waren die Hände kurze Zeit später hier und da, aber nicht mehr in die Körperhaltung integrierbar. Daher ist im Motivzentrum ein undefinierter Spot. 

Kürzlich suchte ich bei Ebay nach E-Zigaretten und Ersatzteilen und fand dort viele, teils spottbillige Technik- und Zeichenartikel, die inzwischen weitgehend alle eingetrudelt sind – per Schiff mit Zeitfenster 10-50 Tage. Teil der Sonntagsetuden war daher das Ausprobieren verschiedener Stifte/Pinsel auf mittelstrukturiertem Papier, nach glattem Papier am Freitag.

Bei den Ebaysachen aus China hatte ich ja gehofft alles bei einem Händler zu finden, so dass ich, sollte die Post nicht bei mir, sondern in der Filiale landen, da nur einmal hin muss. Was ich gefunden habe war aber, dass zwei Händler den E-Verdampfer haben, den ich haben will, und der eine hat auch noch dieses Ersatzteil, der andere jenes. Hier hat einer noch interessanten Elektrokram, da einer Fahrradzubehör und -werkzeug, die man aber auch bei einem dritten Händler bekommt, wo man dann Zeichenmaterial findet, das man dann bei den anderen sucht und nicht findet, aber dafür anderes Zeichenzeugs. Es endete dann doch mit 4 Händlern, aber das meiste passte glücklicherweise in den Briefkasten.

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Eine Sketcherin.

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Ortsüblicher Kaltgetränkebecher mit Phantasiefigur.

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Vom Park bewegten wir uns in eine Wohnung zum Quatschen, Musikhören u. weiterzeichnen. Dort nahm ich mir einige Bleistiftskizzen vor, und spendierte Tinte, teils Farbe. Hier ein Phantasiebaum, für den ich schon eine Cartoonidee habe.

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Frau mit blauem Hut. Skizze schon älter und der Hut war, glaube ich, staubrot in Wahrheit.

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Restaurantbesucherpärchen, Trier. 

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Musiker, Bass, Zig-Zag-Jazzclub. Die unvollendeten Skizzen sind doch am besten.

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Raucher mit eigentümlicher Handhaltung.

 – Admiralbrückensketching 8 – 

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Künstlerin, Graphitstift auf Papier

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Gast, Bleistift + Pinsel, Künstler, Bleistift + Tuschestift

Das letzte oder vorletzt Admiralbrückensketching für diesen Sommer, wohl. Ich war spät dran und allzu lang blieben wir da nicht, bevor wir zu einer Pizzeria am Kottbusser Damm aufbrachen, Turtle-Pizza, aber keine echten Schildkröten auf der Pizza sondern ordinäre Salami, Schinken, Pilze, Käse usw. Dort quatschten und palaverten wir bis kurz nach zwölf. Meine Kühlbandage hatte längst die Außentemperatur übernommen.

Zwei, drei Skizzen aus dem Kopf für einen Comic meines Unfalls habe ich auch verfertigt, 2 davon in jeder Hinsicht Schrott – mal sehen ob ich das überhaupt weiter verfolge.

Den Hut der Zeichnerin hatte ich zu weit nach links unten rutschen lassen. Nach dem vektorisieren den Hohlraum auszuschneiden und hochzuschieben, so dass er zum Kopf passt, hat elend lange gedauert, weil das Programm knapp 300.000 Knotenpunkte für das Bild erzeugte. War jedoch wichtig.

Das nächste #sketch_togehter dann wohl Do. in der Markthalle 9.

Am Fahrradhappening CMB (Critical Mass Berlin) konnte ich so nicht teilnehmen, aber gegen 00:00 Uhr kam der Rest des Pulkes an unserer Pizzeria vorbei.