Archiv der Kategorie: Berlin

 – Zig-Zag-Rock – 

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Heute nur ein Musiker (li.), dafür viel Publikum.

Im Programm gab es wohl einen Hinweis, dass es sich bei den Musikern um Amateure handelt, hellhörig wurde ich aber erst, als es in der Ansage des Veranstalters noch mal wiederholt wurde. 4 Musiker bestritten die erste Hälfte des Abends, der ja als Jam-Session in Rock und Blues angekündigt war. In der Pause sollten sich dann Amateuere des Publikums mit der Band abstimmen, wer wann zum Auftritt kommt. Begonnen wurde mit While my guitar gently weeps und bei 2-3 Übergängen schienen mir die Harmonien nicht zu stimmen.

  • Zig Zag Willi – Drums
  • Jörn Becker- E-Gitarre
  • Manfred Albrodt- Bass (im Bild)
  • Stefan Fischer – Keyboards

Insgesamt schlugen sich die Musiker aber wacker. Der Gitarrist stach etwas heraus, hatte verschiedene Sounds drauf und war schnell – nach dem Schlussakkord nachzuklimpern könnte er sich noch abgewöhnen. Ich verstehe das, da selbst ein verspielter Charakter, mehr verspielt als Charakter, aber es wirkt einfach nur gut, wenn man dann wirklich das zu Ende geglaubte Lied nochmal aufnimmt. Der Keyboarder war kaum zu hören, weswegen ich in der Pause intervenierte, man möge das lauter drehen. Mehr noch als Becker übernahm er auch die meisten Gesangparts auf gutem Niveau. Der Schlagzeuger fiel nicht weiter auf wie auch der Bassist – nicht untypisch für das Instrument – meist im Hintergrund blieb, außer dass er einmal den Backgroundgesang gab, und dabei paradoxerweise mehr in den Vordergrund rückte.

Für eine Amateurband schon ziemlich gut war die Differenz zu meinen bisherigen Erfahrungen im Zig-Zag-Club aber doch hier und da zu erkennen. 2-3-Mal geriet der Klang mehr zu Lärm.

Dass niemand was zu Chuck Berry sagte leuchtete mir auch nicht ein, dann kurz vor Schluss spielten sie doch Johnny B. Goode, für meinen Geschmack aber zu schnell. Vielleicht sollte es ihn noch erreichen.

Was gut klappte, war die Integration der anderen Musiker in Part zwei. Im hinteren Clubeck wurde auch sporadisch getanzt, aber es war nicht sehr voll und Versuche das Publikum zu animieren fanden gar nicht erst statt.

 – Brooklyn-Bridge und Koffi Missah – 

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(Soul, Pop, Funk, Motown)

Musikerstudien.

  • Links oben, Loomis Green, Gitarre, ein ziemlicher Koloss, der sich die Guitarre gerne wie ein Baby auf die mächtige Brust legt, aber sehr feine, schnelle Solis aus ihr rausholt.
  • Re.ob., Adam Lenox, Bass (mit weißem Hut im Hintergrund) , der mich in den Bewegungsabläufen ein wenig an Clapton erinnerte. Zwischenzeitlich schob er taubenartig den Kopf vor und zurück, was ich mit 3 Brillengläsern und doppelter Profilkontur wiedergeben wollte.
  • Li. un. Marlon Browden, der wenig spektakuläre Drummer
  • Re. un. Koffi Missah, ein recht variabler Sänger der schon deswegen schlecht einzufangen war, weil er viel in Bewegung war, nicht nur die Mundmuskulatur, wie bei Sängern unvermeidlich, sondern auch sonst ständig – für einen Künstler der auch viel in Musicals macht, sicher nicht ungewöhnlich.
  • ohne Abb.: Helmut Bruger, Keyboard, der auch mit einigen Solos glänzte.

Den Ausschlag für meinen Besuch hatte das kl. Wörtchen „Motown“ gegeben. Mit Sicherheit konnte ich aus der Erinnerung zwar nur die Temptations als Band dieses Labels benennen, aber dem Programm waren weitere bekannte Funkgrößen zu entnehmen. Den Gitarristen erkannte ich wieder, und zwar hatte der bei der Vertretung für Malina Moye gespielt.Manchmal greift der beim Spielen überkreuz über die linke Hand rüber – was das soll habe ich noch nicht verstanden, im verlinkten Video zu sehen. Den Fotos nach würde ich sagen, der Drummer war damals auch da.

Der Laden war diesmal so schwach besucht wie selten – ob es am Fußball lag (Leverkusen – Ahtletico Madrid) oder ob die Leute alle die Niederlandenwahl verfolgen wollten? Das tat meine Sitznachbarin wohl via Smartphone, das sie oft konsultierte um mir am Ende des Konzerts die frohe Botschaft zu verkünden?

An den Musikern kann es schlecht gelegen haben.

Mein nächster Besuch steht schon  fest, Blues-Rock-Session am Montag, The Big, Bad and Beautiful, ein wiederkehrender Termin (monatlich?).

 – Lazy afternoon sketching – 

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Es war wieder ein Sketching-Meetup. Ich werde nicht besser, aber schneller. Diesmal in Neukölln bei Froilein Wunder – nein, Frollein Lagner. Ein prima Espresso, ein tödlich guter Browniekuchen, Lichtverhältnisse so la la – am Fenster gehts. Im Licht des Scanners kommen dann die Unzulänglichkeiten raus. Aber es sind ja Étuden, keine Werke. Die Bedienung beim Frollein ist zwar nett aber wegen der vielen Gäste dauert es leider oft lange, bis man überhaupt wahrgenommen wird, wenn man schreiend und winkend an der Theke steht im Gästepulk.  Weiterlesen

 – Skizzen Black History Month – 

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Letzte Woche besuchte ich 2 Veranstaltungen zum Black-History-Month in der Werkstatt der Kulturen, Neukölln, nicht zu verwechseln mit dem Haus der Kulturen, Tiergarten. Einmal aus Neugierde auf dienen Ort, den ich noch nie besucht hatte, obwohl er innerhalb der milden Winterschmerzgrenze für Radfahren von knapp 20 Minuten liegt, zum anderen wegen guter Erfahrungen mit afrikanischer Musik, schwarzer Musik bzw. karibisch-brasilianischer Musik.

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 – Jam-Session, Skizzen – 

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Musiker sind relativ dankbare Modelle für das Skizzieren, da sie auf einer Bühne einen festen Platz haben, so lange sie nicht Mick Jagger sind, und sich ihre Körperhaltung und Stellung bei aller Variabilität und Beweglichkeit doch wiederholt.  Weiterlesen

 – Konsensmilch – 

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§103 StGb (1) Wer ein ausländisches Staatsoberhaupt oder wer mit Beziehung auf ihre Stellung ein Mitglied einer ausländischen Regierung, das sich in amtlicher Eigenschaft im Inland aufhält, oder einen im Bundesgebiet beglaubigten Leiter einer ausländischen diplomatischen Vertretung oder dessen Bobbycar beleidigt, wird mit Ruckreden bis zu drei Jahren oder mit Hotelgutscheinen, im Falle der verleumderischen Beleidigung mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

 – Ein Schloss für Steini – 

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Instinktsicher, wie es nur die SPD kann, twittert und fakenewst sie noch vor der Wahl „Wir freuen uns auf den neuen sozialdemokratischen Schlossherrn“. Nicht Krieg den Hütten, Paläste für alle, sondern Hauptsache einer von uns sitzt im Palast! Leider haben sie übersehen, dass es gar kein sozialdemokratischer Präsident wird, sondern ein supergroßkoalitionärer (inkl. grün-gelb). Jetzt entschuldigen sie sich für ihre naive Offenherzigkeit.

 – Gumpert, Eberhard et. al. – 

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Ulrich Gumpert, macht charakteristisches mit der Orgel

Samstag war ich mal wieder im Zig-Zag-Club, angelockt vom angekündigten Stil „Soul, Jazz & Blues“ sowie dem Einsatz einer Orgel. Ich war erst kurz nach neun dort, zu spät um meine Reservierung einzufordern, aber gerade noch rechtzeitig, um am hinteren Rand einen Barhocker zu ergattern, weil eine Gruppe junger, asiatischer Touristen es sich wohl anders überlegte und den Veranstaltungsort verließ.

So voll hatte ich den Club noch nicht erlebt. Womöglich weil es ein Samstag war, womöglich weil im Winter die Leute verstärkt strömen, womöglich zogen die Musiker besser als anderen. Zwei ältere Herren, die später kamen, quetschten sich noch links von mir hin, was anfangs kein Problem war – nur ein wenig eng. Das erste Stück begann etwas verhalten und ich begann hier hinten in meinen kleinen Block ein wenig skizzieren. Dabei bog ich mich einmal etwas nach rechts, was mein linker Nachbar ausnutzte, um sich in die entstandene Lücke hinein zu vergrößern. Jetzt war ich gezwungen meine schiefe Position beizubehalten.

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Silke Eberhard, sax

Ich habe nichts dagegen wenn auch andere Leute Musikveranstaltungen besuchen, aber ist es wirklich nötig, dass sie dazu ihren Körper mitbringen? Große Körper? Nun ja – meine Verstimmung hielt nicht sehr lange an, denn während ich vor mich hinzeichnete, ohne mich voll auf die Musik zu konzentrieren, weil sie etwas gemächlich, nicht so schwungvoll daherkam, schlich sie die Musik in mich hinein, und die leisen Töne entfalteten ihren Reiz, insbesondere die Orgel und das Saxophon. Auch wenn ich keine Zeichnungen von ihnen anfertigte will ich aber auch den Bassisten, Jan Roder, und den Schlagzeuger, Kay Lübke, namentlich erwähnen.

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Silke Eberhard, sax (profil)

Zur Pause sortierten sich dann die Zuhörer etwas um, und im zweiten Teil hatte ich ordentlich Platz. Ein sehr erfreulicher Abend, rundum. Ein paar Mal stellte sich durch die Orgelklänge das Gefühl ein, jetzt müsse gleich Lazy von Deep Purple ertönen, mit dem furiosen Jon Lord, aber dass es das nicht tat, war in Ordnung – ich habe das Stück wohl zu oft gehört, oder noch nicht oft genug, wie man’s nimmt.

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Zig-Zag-Besucherin