Archiv der Kategorie: Berlin

 – Diversity & Illusion – 

English version at the middle of the page.

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Im Zalando-Tech-Lab fand am Dienstag eine Veranstaltung zu Vielfalt und Inklusion in Open-Source-Projekten statt.

Dies erinnerte mich an eine Anekdote, die ich selbst erlebt hatte.
Ein Projekt, das schon am Laufen war, als ich dazustieß, hatte einen COC (Code of Conduct, also eine gemeinsame Selbstverpflichtung sich an Verhaltensstandards zu halten die oft solche sind, wie man sie sei der Grundschule verinnerlicht haben sollte, oft noch mal für verschiedene Merkmalsträger betont  – Hautfarbe, Geschlecht, Gesundheitszustand, sexuelle Vorlieben), den es von einem verbundenen, anderen Projekt übernommen hatte, aber es war strittig, ob dieser verbindlich für die Community sei. Als ich umherfragte fanden alle diesen COC prima. Merkwürdig fand ich daran, dass es die Institutionen, die hie und da tätig werden sollten, gar nicht existierten und es gab Vorschriften für die Entwickler, obwohl es in unserem Bereich keine Entwickler gab und auch nicht geben sollte. Mein Eindruck war, dass niemand das aufmerksam und kritisch gelesen hatte, aber alle schon geübt waren solche Statements wie eine Sonntagsrede abzunicken. Weiterlesen

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 – Inktober #13 – Teeming – 

antisexismus

Die Skulpturen sind vielleicht nur Gipsabdrücke. Von der Kunstfreiheit gibt es aber kein Backup im Archiv.

Die Kritik spielt an auf die Alice-Salomon-Hochschule. Dort hat man 2011 ein Gedicht an die Fassade gemalt, von Eugen Gomringer und auf spanisch, das Alleen, Blumen und Frauen bewundert. Das wäre sexistisch, weil Frauen zu Objekten degradiert würden.

Ich würde ja sagen, dass es mit der Perspektive des handlungsfähigen Individuums zwangsweise einhergeht, dass ihm der Rest der Welt als Objekt des Handelns und des Beobachtens gegenübersteht. Anderen Leuten vorschreiben zu wollen, wie sie die Welt zu betrachten haben und welche Betrachtungsweise wie geäußert werden darf ist eine totalitäre und autoritäre Tendenz, die immer weiter um sich greift.

Diejenigen, die das hier tun wissen offenbar ganz genau was richtig ist. Noch beschränkt sich ihre Macht auf die Beschriftung einer Häuserwand der Universität, aber ich zweifle nicht, dass sie, hätten sie Macht über mehr, sie mit der gleichen Gewissheit das beste zu tun weitere Kunst- und Lebensbereiche regulieren würden.

Die Freiheit des Individuums ist offenbar keine beachtliche Größe mehr. Aus meiner Unizeit weiß ich, dass solche Gremien wie der AStA selten von mehr als 10% der Studenten gewählt werden, also keineswegs die Mehrheit der Studenten repräsentieren. Dass 90% der Studenten diese Gremien wurscht sind macht die Sache aber nicht besser, sondern ist die notwendige Voraussetzung dafür, dass sich radikale Wächterräte Politik, Medien und Kultur unter den Nagel reißen und ihre bizzarren Spezialideologien für alle verbindlich machen.

Also wenn Sie Gedichte schreiben, die auf einer Häuserwand überdauern sollen, am besten Frauen als Inhalt meiden. Wenn, dann müssen diese als handelnde Subjekte auftauchen, nach Möglichkeit aber nicht als Verkäuferin, Friseuse oder Mutter, das würde Geschlechterstereotype reproduzieren. Ah, Moment. Laut Berliner Zeitung bildet die Hochschule Sozialarbeiter, Pädagogen, Pflegemanager und Physiotherapeuten aus. Das wären natürlich alles typische Frauenberufe, keine Naturwissenschaftler, Techniker, Ingenieure und auch keine Lyriker, Theatermacher oder Künstler, die selbst von solcher Reglementierung betroffen sind.

Ich schätze die Aktivisten sind auf der anderen Seite sofort auf den Barrikaden wenn es darum geht, dass Trump der UNESCO die Gelder streichen will und in den USA die Kulturförderung zusammenstreicht. Die strukturelle Gleichheit mit den Mächten, die in Mali Gitarrenspielern die Hände abhackt, in Afghanistan Buddhastatuen sprengt und im Irak konkurrierende Heiligtümer schleift oder dem christlichen Gegenpart, welches dies vor 1700 Jahren in Europa ähnlich handhabte, will man nicht sehen – kennt man vielleicht auch nicht.

Inktoberthema für den 13. ist Teeming, also Abguss. Im Abgussmuseum kann man etwa ein Porträt der Nofretete bestaunen. Diese Kämpfer gegen das Besondere, das Schöne, Gesunde und Junge werden, einmal an der Macht, nicht so doof sein, sich mit Abgüssen zu begnügen.

 – ZZJC Jamsession – 

Die Instrumente sind wohl zu erkennen, Spalte 1, Abb. 3+4 und Spalte 3, Abb. 1 zeigen Zuschauer. Mit Klick auf die Bilderkacheln bekommt man eine größere Einzelansicht.

Die Musikergesichter sind nicht sehr ähnlich. Als Ausrede bringe ich vor, dass mein Blöckchen nur Din-A6 ist; bei großen Instrumenten bleibt da nicht viel Platz Details auszuarbeiten, das Licht ist schummrig, der Stift und der Pinsel sind dick; erst stehen die Modelle unbeweglich und schauen nach links, und dann, während man zeichnet, drehen sie sich nach rechts und nicht mehr zurück. Musiker!

Gut, für den Stift bin ich selbst verantwortlich und so dick ist er auch nicht. Proportion und Körperhaltung sollten stimmen.

Musikalisch sollte ich aber doch eher die Mittwoche aufsuchen, das war nicht so fetzig, wie es meinem simplen Geschmack entspricht, sondern mehr Jazz als Funk/Soul. Dennoch, wie immer gut, im Zig-Zag-Jazzclub und relativ voll, 85-90% würde ich sagen.

 – Sketchwalk P’berg – 

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Sonntag war wieder ein Sketchwalk, diesmal P’berg, nicht X-berg, startend in der Kulturbrauerei wo ein Markt, vornehmlich Imbissorientiert, haust. Spät dran drehte ich erst eine Runde über den Markt, organisierte mir einen Bio-Espresso (gentechnisch veränderter stand nicht zur Wahl) und entlockte meinem Miniradio noch die Information, dass Hertha einen Punkt aus Hoffenheim heimbringt, dann brachen wir zum Mauerpark auf den ich mehr vom Hörensagen kenne.

 

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Kulturbrauerei

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Verbalsadismus

Es handelt sich um ein in gewisser Hinsicht typisches Berliner Idyll: Die Landschaft, die sich zeigt, ist ein notdürftig bewachsener Grünstreifen. Keine Bänke, kein Weiher, keine Beete – nix. Dem Berliner ist es egal. Nicht wirklich arm und auch nicht sonderlich sexy lungert er dort in kleinen Gruppen rum.

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Naturidyll, Berlin

Als Kulisse ansehnlich schließt im Osten das Jahnstadion mit seinen imposanten Flutlichtmasten auf einer Anhöhe an. Gegenüber ist in der Ebene (ca. 5-10 Höhenmeter) ein größeres Areal mit Zeltbauten zu sehen. Dazwischen, auch auf der Ebene ist ein asphaltierter Weg und grobe Steinblöcke, die man als Sitzbänke benutzen kann, dazwischen ein Basketballkorb. Ein wenig Wildgrillen findet statt, der Geruch von Tüten zieht durch die Luft, Einzelkämpfer laufen sporadisch mit einem Tablett voller Getränke und mutmaßlich ohne Gewerbeschein vorbei.

 

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Jahnstadion

Aber die Musik spielt. Trommelgruppen ganz nach meinem Geschmack, Minibands mit kleinen Verstärkern. Auf der Anhöhe zeichnete ich die zwei Figuren oben. Ein wenig hatten sich die Teilnehmer verstreut und dem mich umgebenden Gruppenrest folgte ich talwärts, wo sich alle auf der flachen Wiese ausbreiteten. Da mir da immer rasch die Beine einschlafen zog ich eine Inspektion des Zeltgeschehens vor.

 

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Blick vom Hang in die Senke (westwärts)

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Blick hanglängs, nordwärts

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Blick südwärts, Alex ca. 3km 

Getränke und Imbisse, herzhaft und süß, fernost bis nahost, Kunsthandwerk, Klamotten, Flohmarkt und Lebensmittel aus Kleinstmanufaktur. Ganz schön ausgedehnt das Ganze und ich war ca. 1h unterwegs und brachte als Beute einen Mangaka-Flexible-Stift und eine Hannibal-Lector-Maske mit und freute mich, die anderen Zeichner zu erschrecken, doch sie hatten mir einen Strich durch die Rechnung gemacht, und sich verdrückt – kein Mensch mehr da. Noch hier und da lauschend und schauend trott ich von dannen.

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Lampen, Flohmarkt

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Nähmaschine mit mechanischem Pedalantrieb

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Flohmarkt, Bollerwagen

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Flohmarkt, Schulungstafel

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Sonnenbrillen

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Schüsseln

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Bautätigkeit, nicht BER

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Trommlergruppe

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Miniband

Meine Kamera ärgerte mich wieder mit ihren penetranten Moirémustern, die beim Verkleinern auf 800×600 stark zurückgehen, bei 4000×3000 sind sie bilddominant.

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platzsparende Radaufhängung, Original (rot li.), early Adopter (re. gelb)

 

 

 – Man sieht sich – 

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(Techniche Info am Ende des Textes.)

Mit Obama sprach Merkel. 5x sprach „Er sieht mich“-Überwachungsminister de Maiziere, mindestens. 1x von der Leyen, vom Panzer in der Gedächtniskirche, Bundespräsident Steinadler auf dem Abschlussgottesdienst. Auch Grüne konnten in Bibelkreisen für ihre Partei werben. Selbst eine AfD-Vertreterin soll ja unter großer, öffentlicher Beachtung aufgetreten sein. Von FDP und Linkspartei sowie kleineren Splitterparteien, insbes. der Partei Die Partei habe ich nichts gesehen.

Zu sagen, es hätten ein paar Politiker auf dem Kirchentag gesprochen wäre eine Verharmlosung. Wie sehr, merkte ich erst, als ich begann eine Liste zu machen. Kleine Suche mit der Programmdatenbank des DEKT nach MdB, Beifang (MdEP, MdL etc.) mitgenommen, die Formatierung nicht ganz konsistent, pardon dafür:

Mi

  • 18:00 – 19:00 Eröffnung des Deutschen Ev. Kirchentages
  • Katrin Göring-Eckardt MdB, Präsidium Deutscher Ev. Kirchentag, Worte und Grüße zur Eröffnung
  • Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert MdB
  • Michael Müller, Regierender Bürgermeister, Berlin

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 – Sketchwalk II – 

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Leicht koloriert, und Lampe, Zeichnerin und Szene zusammengefügt. Eine Lampe stand auch ungefähr da rum, aber ich habe sie frei herumgeschoben, bis mir die Stelle gestalterisch passte. goerlitzer-bahnhof-2s

Die Bleistiftskizze habe ich zuhause mit Tinte ausgearbeitet und beim Baum links geträumt. Hatte ihn hinter der Bahntrasse in Erinnerung aber doch vor das Gitter der Bahn gezeichnet – fällt mir jetzt auf, wo ich das Foto nochmal ansehe. (Update: Baum jetzt korrigiert).

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Wie man sieht habe ich viele Feinheiten weggelassen, mir einige Freiheiten genommen und jetzt eine blaue Lenkradwicklung. Ach ja, und die Amsel oben rechts ist auch eine reine Erfindung.

Ein Foto des Gebäudes im Görlitzer Park habe ich auch, aber beim Vergleich mit der Zeichnung will ich es lieber nicht veröffentlichen – das Dach ist in Wahrheit viel, viel flacher! Herrjeh!

 – Sketchwalk Kreuzberg – 

Sonntag mal wieder ein Skizzentreffen, diesmal mit Spazieren durch Kreuzberg. Konkret sah das so aus, dass wir uns am U-Bahnhof Schlesisches Tor trafen (Abb.1), was nicht heißt, dass ich nicht per Rad gekommen wäre. Dort zeichneten wir gut 1h auf einem kleinen Grünfleck (Abb. 2). Dann spazierten wir in den Görlitzer Park (Abb. 3). Da war ich ja ewig nicht mehr, da gibt es jetzt befestigte Wege. Von dort brachen wir nach wieder rund einer Stunde auf in ein Straßencafe mit Küche in der Wiener Straße. Es ist immer sehr erfrischend in dieser internationalen Clique. Indonesien, Japan, Russland, Canada, Berlin …

 

Eine Bleistiftskizze harrt noch der Tusche.

Zu den Gesprächen: Hier ist Ton, Steine, Scherben und hier Nina Hagen, Rangehen und hier der Zig-Zag-Jazzclub.

#sketch_together