– AKW Baupläne – 

akw-bau

Dieser Archivfund bedarf einer leicht ausufernden Erklärung. Auch aus den 80ern, frühe 80er jedoch – ich schätze ’81 bis ’83 (nur die Fotos, Linux mit Inkscape gab es damals noch nicht). Atomkraft war in aller Munde, und mir fiel beim Dösen und Träumen auf, dass 2 leicht konische Marmeladengläser, mit den Böden aufeinandergestellt, dem Umriss eines Kühlturms ähnlich sehen. akw-I

In Kleister eingeweichtes Zeitungspapier kann man dann darüber verkleben, wobei die Falten nicht ganz Vorlagengetreu sind, aber dem ganzen einen rohen Look verleihen. Innen lässt man das Glas aber sauber. Einen etwas größeren Gummiball als einen Tennisball hatte ich über der eh kaputt war – die Herkunft des Röhrchens ist ungeklärt aber es dauerte ziemlich eins zu finden – das war dann der Startschuss für die Aktion. Etwas kaufen kam nicht in Frage – da war ich immer schon zu geizig für.akw-II

Den Kleisterrest verrührte ich mit Gips, woraus diese weiß-graue Farbe entstand. Die Bodenplatte war der Deckel eines Eismann-3l-Eiscontainers, auch mit Zeitung/Kleister/Gips verkleidet. Den Hintergrund bildete ein mütterlicherseits verliehenes, schwarzes Stoffstück. akw-III

Aus dem Kühlturm muss natürlich Wasserdampf treten, aber zur Not tut es auch Rauch. Im Supermarkt gibt es Salpetersalz, alias Pökelsalz, alias Hirschhornsalz, angeblich als Potenzmittel geeignet aber natürlich ebenso ein Humbug wie zerriebenes Nashornhorn – röhrender Hirsch, kapitaler Hirsch, Geweih, Potenz – eine reine Einbildung basierend auf assoziativem Denken, dem Königsweg (und einzigem Weg) von Religion und Esoterik. Man erzeugt eine konzentrierte Lösung des Salzes in Wasser, also immer rein damit, bis es sich nicht mehr auflöst, und tunkt dann Zeitung oder Baumwollfaden in die Lösung und lässt diesen trocknen – hat man also vor in einem Kraftakt alles möglichst auf einmal zu erledigen, dann gilt es hiermit anzufangen oder es besser einen Tag vorher vorzubereiten. akw-IV

Das entstandene, spröde Papier oder Schnürchen kokelt, wenn man es anzündet (evtl. ausblasen, wenn es brennt) und frisst sich, kleine Funken spritzend, langsam vorwärts, wie bei einer Zündschnur. Allerdings ist es heikel, denn es kann in einer Sekunde mal einen Meter zurücklegen, dann wieder nicht vom Fleck kommen. akw-VMein Freund, Uli Mendgen, übte sich im Fotografieren – noch in vordigitalen Zeiten – und konnte mir helfen, meine Idee umzusetzen die darin bestand, Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit starkem Kontrast zu machen, bei den der Schatten des Objekts auf diesem selbst mit dem Hintergrund verschwimmt. Die fotografische Umsetzung selbst, auch die Perspektivwahl und so, ist die Leistung Ulis, der heute 51 geworden wäre.

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