– re;publica19 – 

Heute beginnt die re;publica19 in der Station, Berlin. Da das so nah ist, fuhr ich nach dem sonntäglichen Draw-togetha mal vorbei – gestern und heute sollte als Auftakt ein Netzfest sein, jedoch mehr tagsüber und abends waren wohl noch ein paar Leute da, aber kein Fest zu sehen.

Ein paar Fotos habe ich vom Rad geschossen, zwar aus dem Stand, dennoch einige ziemlich verwackelt.

Die re;publica ist sowas wie eine Cebit für junge Leute. Im Internet sein ist eigentlich nichts Verbindendes mehr – da ist heute jeder. Das Programm des Netzfestes, etwa, hat mich schon nicht angesprochen. Der Rest der Veranstaltung darf auch gerne ohne mich ablaufen. Allerdings bin ich auch kein Influencer mit meinen aktuell 129 Blog-Followern, plus 55 auf Twitter und seit jüngstem, genauer dem Ende von google+, auf nerdpol.ch, was wohl zu Diaspora gehört.

Aber paar Fotos kann man ja mal machen und über den Stand der eigenen Vernetzung berichten. Wer kann, sollte beim Blog bleiben und nicht die anderen Dienste als Primärzugang nutzen. Wer allerdings kein WordPresskonto hat und sich keins anlegen will, der mag die anderen Optionen erwägen, um da Benachrichtigungen zu bekommen oder zu kommentieren.

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 – Handelfmeter – 

fassungslosigkeit

Ich habe nicht vor, das Thema Videounterstützung oder Handspielfragen halbwegs vollständig zu behandeln.

Aber interessant war der Einwurf, schon vergessen von wem, ob Spieler oder Trainer, dass es rational wäre, jetzt zu üben, dem Gegner im Strafraum auf die Hand zu schießen, weil es dafür so oft Elfmeter gibt – sinngemäß – vorgetragen als Frage, ob das jetzt die Konsequenz sein soll. Damit ist die Katze aus dem Sack, den Gedanken kann man nicht mehr zurückholen.

Wir sind alle keine Propheten. Plant man ein neues Gesetz, eine neue Regel, eine neue Verordnung, so kann man schlecht voraussehen, welche Konsequenzen damit einhergehen werden. Gegen die Rattenplage wurden einst Prämien ausgelobt. Wer ein linkes Ohr einer Ratte aufs Amt bringt, bekommt einen Obolus. Anfangs fing die Bevölkerung Ratten, die Plage ging zurück. Aber dann fehlte den Leuten der Obolus und so begannen sie Ratten zu züchten.

Was 20 Funktionäre sich Schönes ausbrüten – in der Praxis denken 400 Spieler (21811) jedes Wochenende drüber nach, wie sich ein Vorteil aus der Situation schlagen lässt – so sind wir. Nicht immer, aber immer mal wieder. Die Findigkeit großer Menschengruppen über längere Zeit wird leicht unterschätzt.

Nein, eine Lösung habe ich auch nicht.

Wenn ein Spieler sich wegdreht und den Ball halb gegen die Brust, halb gegen den Oberarm kriegt, dann kann ich am TV auch mit 3 Zeitlupen meist nicht sagen, ob es Hand war. Als Spieler könnte ich sagen, wo die Kraft hauptsächlich gewirkt hat, aber der Spieler ist Partei, der sollte das Recht haben zu schweigen, statt sich selbst zu belasten.

Zeigler meinte, früher sei es einfacher gewesen. Das glaube ich nicht. 3 Regeln warf er in den Raum: Geht der Ball zur Hand oder die Hand zum Ball? Da liegt ja meist beides gleichzeitig vor. Absicht, oder nicht? Früher konnte man auch niemandem in den Kopf schauen. Hat man die Körperoberfläche taktisch vergrößert, um später, wenn die Hand angeschossen wird, zu sagen: „Ist angeschossen! Ball ging zur Hand!“

Das ist doch genau die Problemlage von heute, nur dass es aus x Blickwinkeln mit Kamera nach Köln gesendet wird, wo man sich den Kopf zerbrechen darf, was natürliche Hand- und Armbewegungen sind (anatomisch betrachtet ist vieles, was im Fußball Hand ist, Arm).

Im schnellen Spurt mit plötzlichen Bewegungswechseln, unter besonderer Berücksichtigung von Körpertäuschungen, die integraler Bestandteil des Sports sind, sowie Sprüngen und Einfluss eines Gegners, der nicht will, dass man da hin kommt, wo man hinwill, sind Arm und Hand natürlich bald hier, bald da. Ein finanziell üppig ausgestattetes Konsortium von Medizinern, Anatomen und Sportwissenschaftlern könnte sicher den ein oder anderen Fall aufklären – wenn sie 30 Jahre Zeit hätten, wie beim Wembleytor, wo man ja auch dank grübelnder Experten inzwischen weiß, dass er nicht drin war (wenn auch freilich britische Experten zu einem anderen Ergebnis fanden, aber die fahren ja auch auf der falschen Seite, trinken Tee und haben einen Brexit).

Das Bild oben ist, glaube ich, von einer Szene Deutschland gegen Süd-Korea, vergebene Chance, kein Handelfmeter.

 – FDP-Chaoten –

fdp-graffiti7085.png

„Kapital verzinsen!“ – vor Fertigstellung der bekannten Parole der FDP-Chaoten wurden diese am Kleistpark von der Ordnungsmacht aufgescheucht und mussten ihr Werk unvollendet lassen.

 – kein Sonett: Instrumentenbauer – 

instrumentenbauer

Das Versschema aabba habe ich auf Wikipedia nicht gefunden. Ein Quintett ist es, mit 5 Versen, auch ohne 5 Musiker/Instrumente. Habe ich jetzt eine neue Gedichtgattung aus der Taufe gehoben oder nur nicht richtig gesucht?

Transkription:

  • Instrumentenbauer Andrea Stilett
  • Der kreuzte ein blaues Spinett
  • Mit einer roten Geige
  • Erhielt so, natürlich, kein Beige
  • Jedoch ein pianoviolett.

 – Dorrey L. Leyles im ZZJC – 


Nach langer Zeit mal wieder im Zig-Zag-Jazzclub. Die kranke Ingrid Arthur, an dieser Stelle wünsche ich gute Besserung, wurde von Dorrey L. Leyles vertreten. Auch sonst entprach die Band nicht ganz der Ankündigung und wurde nicht, wie sonst üblich, trotz gewisser Überschneidungen, auch nicht als Brooklyn Bridge vorgestellt.

Nach meinen Notizen: Dorrey L. Lyles (voc.), Fitzgerald O’Conner (keyb.), J.C. Dook (gui.), Manuel Satchek(?) (b.), K. Martin (dr.).

Wenn die Drumsticks ein bißchen wie weißer Spargel aussehen – dafür kann ich nichts, und es hat nichts zu bedeuten.

Höhepunkte des Abends waren Lady Marmelade und Proud Mary, aber auch die ruhigeren Stücke erstklassig vorgetragen.