– Panoramafreiheit – 

panoramafreiheit

Am Wochenende war wieder ein Sketch-Together, und zwar am Zionskirchplatz. Hier die Rückansicht der Kirche, die meines Wissens heute nicht mehr für Punkkonzerte genutzt wird. Weiterlesen

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 – Inktober #13 – Teeming – 

antisexismus

Die Skulpturen sind vielleicht nur Gipsabdrücke. Von der Kunstfreiheit gibt es aber kein Backup im Archiv.

Die Kritik spielt an auf die Alice-Salomon-Hochschule. Dort hat man 2011 ein Gedicht an die Fassade gemalt, von Eugen Gomringer und auf spanisch, das Alleen, Blumen und Frauen bewundert. Das wäre sexistisch, weil Frauen zu Objekten degradiert würden.

Ich würde ja sagen, dass es mit der Perspektive des handlungsfähigen Individuums zwangsweise einhergeht, dass ihm der Rest der Welt als Objekt des Handelns und des Beobachtens gegenübersteht. Anderen Leuten vorschreiben zu wollen, wie sie die Welt zu betrachten haben und welche Betrachtungsweise wie geäußert werden darf ist eine totalitäre und autoritäre Tendenz, die immer weiter um sich greift.

Diejenigen, die das hier tun wissen offenbar ganz genau was richtig ist. Noch beschränkt sich ihre Macht auf die Beschriftung einer Häuserwand der Universität, aber ich zweifle nicht, dass sie, hätten sie Macht über mehr, sie mit der gleichen Gewissheit das beste zu tun weitere Kunst- und Lebensbereiche regulieren würden.

Die Freiheit des Individuums ist offenbar keine beachtliche Größe mehr. Aus meiner Unizeit weiß ich, dass solche Gremien wie der AStA selten von mehr als 10% der Studenten gewählt werden, also keineswegs die Mehrheit der Studenten repräsentieren. Dass 90% der Studenten diese Gremien wurscht sind macht die Sache aber nicht besser, sondern ist die notwendige Voraussetzung dafür, dass sich radikale Wächterräte Politik, Medien und Kultur unter den Nagel reißen und ihre bizzarren Spezialideologien für alle verbindlich machen.

Also wenn Sie Gedichte schreiben, die auf einer Häuserwand überdauern sollen, am besten Frauen als Inhalt meiden. Wenn, dann müssen diese als handelnde Subjekte auftauchen, nach Möglichkeit aber nicht als Verkäuferin, Friseuse oder Mutter, das würde Geschlechterstereotype reproduzieren. Ah, Moment. Laut Berliner Zeitung bildet die Hochschule Sozialarbeiter, Pädagogen, Pflegemanager und Physiotherapeuten aus. Das wären natürlich alles typische Frauenberufe, keine Naturwissenschaftler, Techniker, Ingenieure und auch keine Lyriker, Theatermacher oder Künstler, die selbst von solcher Reglementierung betroffen sind.

Ich schätze die Aktivisten sind auf der anderen Seite sofort auf den Barrikaden wenn es darum geht, dass Trump der UNESCO die Gelder streichen will und in den USA die Kulturförderung zusammenstreicht. Die strukturelle Gleichheit mit den Mächten, die in Mali Gitarrenspielern die Hände abhackt, in Afghanistan Buddhastatuen sprengt und im Irak konkurrierende Heiligtümer schleift oder dem christlichen Gegenpart, welches dies vor 1700 Jahren in Europa ähnlich handhabte, will man nicht sehen – kennt man vielleicht auch nicht.

Inktoberthema für den 13. ist Teeming, also Abguss. Im Abgussmuseum kann man etwa ein Porträt der Nofretete bestaunen. Diese Kämpfer gegen das Besondere, das Schöne, Gesunde und Junge werden, einmal an der Macht, nicht so doof sein, sich mit Abgüssen zu begnügen.

 – Finde den Klimaleugner – 

klimaloony

Eben auf Maischberger, so ein Klimaloony! Wenn 99,9% der maßgeblichen Wissenschaftler (also keine Theologen, Sozialpädagogen, Germanisten, Juristen, Ökonmomen, …) übereinstimmen, dann scheint es ihm faul und religiös.

Solche Schwachmaten packen ja oft einen derart überraschenden Schwachsinn so dicht gepackt in die Argumentation, dass man anderen Diskussionsteilnehmern nicht vorwerfen muss, dass sie nicht gleich das griffigste Argument aus dem Ärmel schütteln, um sie lächerlich zu machen.

Was mich aber doch aufgeregt hat, das war diese Haltung: „Wir wollen niemanden mit Verzichtsforderungen verschrecken!“ der Gegenseite.

Es geht zwar um das Überleben großer Teile der Menschheit, wenn man berücksichtigt, wie sich die Verteilungskämpfe verschärfen können, wenn große Ernteausfälle, Naturkatastrophen und all das zusammenkommt. Aber es darf nichts kosten.

Ich halte ja den Klimawandel für ein weit größeres Problem als Trump, Nordkorea, ISIS und die Rundfunkbeitragsdebatte. Für jeden Hommingberger Gepardenfrosch auf die Barrikaden zu gehen und Armageddon auszurufen nervt mich ebenso, wie puritanische Verzichtsproklamationen, bei denen man sich auch noch vorlügt, dass Tofuwürstchen besser schmecken als ein fettes Nürnberger Bratwürtchen, oder dass man Sanddornsmoothies mit Wirsing eine kulinarische Offenbarung sind.

Nein, es schmeckt nicht besser. Man kann nicht alles genausogut mit dem Rad erledigen. Urlaub um die Ecke ist nicht genauso schön wie in der Karibik und eine mecklenburgische Magerwiesenbirne schmeckt nicht genausogut wie eine Banane.

Das ist auch meiner Meinung nach ein grober Fehler der Grünen aus Angst als Verbotspartei rüberzukommen immer defensiv zurückzurudern und sich Selbstbetrug und Lügen zu flüchten.

Nein, es wird ohne Einschränkungen und Verzicht nicht ablaufen. Die Frage ist, ob wir uns heute zielgerichtet einschränken, oder übermorgen gezwungenermaßen.

Große Teile der Wählerschaft, soweit sie den Klimawandel als ähnlich dramatisch betrachten wie ich, sind zu harten Einschnitten bereit. Dann könnte man auch mal wieder offensiver auftreten und auf die Kacke hauen. Rational bleiben und sich nicht in Symbol- und Ersatzhandeln ergehen – damit könnte man versuchen Wähler zu gewinnen.

Auch dieses komische Argument mit Internetversand, der am Klimawandel mitschuld sein soll. Was ist wohl schädlicher, wenn 10 Landbewohner selbst in die Stadt fahren, um zu kaufen, was es auf dem Land nicht gibt, oder wenn ein Lieferwagen aus der Stadt auf’s Land kommt?

Eine Schnapsidee ist es auch, bei jeder Klimadiskussion so einen Fundamentalisten einzuladen. Dann soll man einmal im Jahr 3 solcher Idioten auf einmal einladen, und 3 Wissenschaftler, die sie zerlegen, aber man kann nicht mit jemandem geeignete Maßnahmen zur Abmilderung des Wandels diskutieren, der gar nicht dran glaubt. Versucht hat er es dann aus mir unbekannten Gründen dann doch, dass Batterien/Akkus so schmutzig seien in der Produktion. Ich dachte die menschlichen Einflüsse seien vernachlässigbar – was denn jetzt?