– Diskussionskultur – 

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(English version below)

Wie gestern bereits angerissen, gibt es Aufregung um und bei Google (USA). Ein Mitarbeiter hat die Diskussionskultur kritisiert, die Art wie Diversity- und Inclusionprogramme umgesetzt werden. Sein Text ist sachlich und ausgewogen – keine Polemik, geschweige Hatespeech oder sonstiges. Erst erschien der Text anonym, inzwischen ist der Name des Autors bekannt, James Damore.

Allerdings wird ihm dann doch vorgeworfen, der Text sei frauenfeindlich und sexistisch und große Teile der Presse sind auf diese Behauptung aufgesprungen. Nach kurzer Debatte ist er auch bereits entlassen, will sich aber juristisch dagegen wehren.

Ihm zur Seite sprangen 5 Wissenschaftler, deren Verteidigungsschriften auch zu Lesen empfohlen wird – es geht, zugespitzt, um die Frage, ob alle Leistungsunterschiede zwischen Mann und Frau sozial bestimmt sind, durch Erziehung, Umgebungskultur und Diskriminierung oder ob biologische Faktoren, die weitgehend außerhalb unseres willentlichen Einfluss stehen, eine bedeutende Komponente der empirisch beobachtbaren Unterschiede sein können. Eine solche Diskussion auch nur zu fordern rührt offenbar bei Google an ein Tabu.

Den Höhepunkt der Heuchelei machte ich bei Bloomberg aus, wo Ex-U.S.-Chief-Technology-Officer Megan Smith mit dem Sender sprach, und die großartige Kultur im Silicon Valley lobte, die offenbar darauf beruht, dass man Kritik mit Stumpf und Stil ausrottet. Ich habe aber sicher nicht alles gesehen und gehört, was an fröhlich-bornierter Ignoranz so kursiert.

P.S. Hier ist ein Videointerview von Jordan Peterson mit James Damore vom 8.8.2017.

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As mentioned yesterday, there is some rumor at and about Google (USA). An employee criticized the culture of discussions, the way diversity- and inclusion programs are made. His text is balanced and rational – no polemic, not to mention hate speech or the like. First the text appeared anonymus, but now, the name of the author is known, James Damore.

But he is confronted with accusations, the text being misogyn and sexistic and large parts of classical media repeat the claim. After short debate he was fired, but is planning to fight that in court.

He is publicly supported by 5 scientists, whoms defendence I suggest to read. The topic is, simplified, whether all differences in performance between man and woman are socially determined, by education, surrounding culture and diskrimination or whether biological faktors, which lay mostly outside our willfull influence, play an importend role in the mix of reasons for empirical observable differences. To suggest and initiate such a discussion touched a taboo at Google.

The highlight of hypocrisy I found at Bloomberg, where former U.S. Chief Technology Officer Megan Smith explained, what awesome culture in Silicon Valley exists, which is obviously based on the idea, to nip the stuff of critic in the butt. But I didn’t read everything, which circulates on happy bigotedd ignorance.

P.S. Here is a video interview from Jordan Peterson with James Damore from 2017-8-8. (lang=EN)

 – Google Home –

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Für sich schon eine heikle Idee, ein Gerät das nicht nur mithört, sondern um Fragen zu beantworten auch noch ständig ins Internet funkt, ob Alexa (Amazon), Siri (Apple) oder nun Google-Home, kommt bei Google erschwerend hinzu, dass sie über unzählige Dienste Daten über uns sammeln und aggregieren können, sowie die meisten Kunden haben.

Jetzt zeigt Google aber auch noch, was sie von freier Rede halten. Wie borniert und ignorant sie auf Argumente reagieren. Auch wer sich sagt, er habe nichts zu befürchten, da er die grob betrachtet den Werten, die Google da gegen einen Angestellten vorbringt, um Ruhe im Karton zu schaffen, ja beipflichtet: Gleichstellung, Diversität, Arbeitsdisziplin.

Morgen kann Google schon andere Werte haben. Morgen könnte man selbst andere Werte haben. Morgen könnte Google die Daten an jemanden mit gänzlich anderen Werten verkaufen. Oder die Daten werden, wie so oft, rausgetragen. Oder das Gerät hat Ironie nicht erkannt oder ein Wort falsch verstanden.

Links zum Fall mit dem Angestellten trage ich entweder hier nach, oder in einem gesonderten Beitrag, der Kopf noch reift.

 – Urban-Spree-Sketching – 

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ob. 1. v. l. und u. 2. v. l.: Mitsketcher, Rest: Gäste

Die Figuren sind auf Din-A5 gezeichnet, entweder eine oder zwei, gescannt, vektorisiert und hier auf ein Bild zusammengeschoben. Unten 1, 2 und 5 von li. sind Bleistiftzeichnungen. Das Scanprogramm (xsane) kennt 3 Hauptmodi: Strichzeichnung (nutze ich 90% der Zeit), Graustufen und Farbe. Scanne ich die Bleistiftzeichnungen als Graustufen ein, so zieht der Scanner in der Vorschau 60% durch, macht eine längere Pause aber es sieht gut aus. Dann zieht er nach ca. 5-10s auf ca. 85% der Fläche, es sieht immer noch gut aus und dann, nach etwa 20 weiteren Sekunden fertig, und in dem Moment – swapp – ist die Vorschau fast komplett weiß.

An verschiedenen Einstellungen (Auflösung, Kontrast, Gammawert, Helligkeit) habe ich bereits rumgefummelt, aber es ändert nichts. Auf die Dauer zermürbend. Ich habe noch einen zweiten Scanner, einen Nur-Scanner. Dieser hier kann auch drucken, faxen und kopieren, aber seit die Druckerpatrone leer ist habe ich nicht mehr gedruckt oder kopiert – wie auch – und das ist vielleicht ein Jahr her.

Ich drucke alles über den Laserdrucker, naja, und gefaxt wird hier gar nicht – ich hab‘ E-Mail.

Unser Sketchingmeetup fand im Urban-Spree des RAW-Geländes an der Oberbaumbrücke in Friedrichshain statt. Preiswerter Espresso (doppelter Espresso 2 Euro) und teurer Imbiss (Schrimps 10€). Eine Galerie zeigte interessante Werke von Rylsee, Buchstaben mit denen allerlei Schabernack getrieben wurde. Ein Teil des Areals ist Verkaufsfläche mit Kunstbüchern, -plakaten usw. – interessant dabei, wieso habe ich kein Photo gemacht? – eine Künstlerin, die Buchseiten so faltet, dass sie im zugeklappten Zustand von außen ein Wort zeigen. Allerdings bringt einen das in eine gewisse Bredouille: Ein wertvolles, tolles Buch will man so nicht verunstalten. Ein überflüssiges Schrottbuch will man aber gar niemand erst zeigen.

RAW ist Ostdeutsch für Reichsbahn-Ausbesserungswerk, gut möglich dass der Name älter ist als die DDR und bis in die Kaiserzeit zurückreicht. Koinzidenz: In den 90ern gab es in New-York eine Reihe moderner Comicbände verschiedenster Zeichner, darunter Art Spiegelmann auf den ich über Klaus Theweleit gekommen bin, der ebenfalls RAW hieß.

 

 – Der Eiländer – 

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In weiser Vorraussicht haben Sie natürlich an Osterdienstag die Marzipaneierreste der Supermarktketten zum reduzierten Preis aufgekauft, wie ich, um für solche Fälle gewappnet zu sein, dann aber doch an Ostermittwoch alle aufgegessen, wie ich. Stimmts?