– Finde den Klimaleugner – 

klimaloony

Eben auf Maischberger, so ein Klimaloony! Wenn 99,9% der maßgeblichen Wissenschaftler (also keine Theologen, Sozialpädagogen, Germanisten, Juristen, Ökonmomen, …) übereinstimmen, dann scheint es ihm faul und religiös.

Solche Schwachmaten packen ja oft einen derart überraschenden Schwachsinn so dicht gepackt in die Argumentation, dass man anderen Diskussionsteilnehmern nicht vorwerfen muss, dass sie nicht gleich das griffigste Argument aus dem Ärmel schütteln, um sie lächerlich zu machen.

Was mich aber doch aufgeregt hat, das war diese Haltung: „Wir wollen niemanden mit Verzichtsforderungen verschrecken!“ der Gegenseite.

Es geht zwar um das Überleben großer Teile der Menschheit, wenn man berücksichtigt, wie sich die Verteilungskämpfe verschärfen können, wenn große Ernteausfälle, Naturkatastrophen und all das zusammenkommt. Aber es darf nichts kosten.

Ich halte ja den Klimawandel für ein weit größeres Problem als Trump, Nordkorea, ISIS und die Rundfunkbeitragsdebatte. Für jeden Hommingberger Gepardenfrosch auf die Barrikaden zu gehen und Armageddon auszurufen nervt mich ebenso, wie puritanische Verzichtsproklamationen, bei denen man sich auch noch vorlügt, dass Tofuwürstchen besser schmecken als ein fettes Nürnberger Bratwürtchen, oder dass man Sanddornsmoothies mit Wirsing eine kulinarische Offenbarung sind.

Nein, es schmeckt nicht besser. Man kann nicht alles genausogut mit dem Rad erledigen. Urlaub um die Ecke ist nicht genauso schön wie in der Karibik und eine mecklenburgische Magerwiesenbirne schmeckt nicht genausogut wie eine Banane.

Das ist auch meiner Meinung nach ein grober Fehler der Grünen aus Angst als Verbotspartei rüberzukommen immer defensiv zurückzurudern und sich Selbstbetrug und Lügen zu flüchten.

Nein, es wird ohne Einschränkungen und Verzicht nicht ablaufen. Die Frage ist, ob wir uns heute zielgerichtet einschränken, oder übermorgen gezwungenermaßen.

Große Teile der Wählerschaft, soweit sie den Klimawandel als ähnlich dramatisch betrachten wie ich, sind zu harten Einschnitten bereit. Dann könnte man auch mal wieder offensiver auftreten und auf die Kacke hauen. Rational bleiben und sich nicht in Symbol- und Ersatzhandeln ergehen – damit könnte man versuchen Wähler zu gewinnen.

Auch dieses komische Argument mit Internetversand, der am Klimawandel mitschuld sein soll. Was ist wohl schädlicher, wenn 10 Landbewohner selbst in die Stadt fahren, um zu kaufen, was es auf dem Land nicht gibt, oder wenn ein Lieferwagen aus der Stadt auf’s Land kommt?

Eine Schnapsidee ist es auch, bei jeder Klimadiskussion so einen Fundamentalisten einzuladen. Dann soll man einmal im Jahr 3 solcher Idioten auf einmal einladen, und 3 Wissenschaftler, die sie zerlegen, aber man kann nicht mit jemandem geeignete Maßnahmen zur Abmilderung des Wandels diskutieren, der gar nicht dran glaubt. Versucht hat er es dann aus mir unbekannten Gründen dann doch, dass Batterien/Akkus so schmutzig seien in der Produktion. Ich dachte die menschlichen Einflüsse seien vernachlässigbar – was denn jetzt?

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3 Gedanken zu „Spot the climate loony

  1. dorotheawagner

    „Die Frage ist, ob wir uns heute zielgerichtet einschränken, oder übermorgen gezwungenermaßen.“
    Nur daß es heute wir selbst sind, die uns freiwillig einschränken würden, während es übermorgen nicht mehr wir sind, die müssen, sondern unsere Kinder und Enkel bzw. Nichten und Neffen oder Großnichten und Großneffen. Das geht uns nicht mehr so viel an. Nach uns die Sintflut.
    Eben Scobel („Gier auf Tier“) geguckt? Den hast Du doch mal empfohlen, oder verwechsle ich was?

    Antwort
    1. user unknown Autor

      Ja, wobei ich den Anfang der Sendung verpasst habe und mich nebenbei abgelenkt habe.

      Es wurde etwas wild hin- und hergesprungen zwischen einerseits der Idee kein Fleisch mehr zu essen um dem Klima nicht weiter zuzusetzen und andererseits der Idee Tiere nicht zu quälen, was ja eine ganz andere Motivation ist.
      Bemerkenswert fand ich die Behauptung, dass biologisch gehaltene Tiere auch leiden, untermalt von Tieren in einer Art Freigehege, die da munter umherliefen, nur dass sie eben weniger leiden. Mit Tieren, die in Freiheit leben und auch leiden wurde es aber nicht verglichen, die sterben ja auch nicht an Glücksüberschuss. Ohne Lebensmittelproduktion würde es freilich die allermeisten Tiere gar nicht erst geben.

      Antwort

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