– Antisemit vom Kirchentag verbannt – 

luther-messe

Nachzügler könnte man den Cartoon auch nennen, gehört er doch zum Kirchentag, der an Berlin weitgehend spurlos vorbeigegangen ist, ähnlich wie diese aufdringliche Woran-glaubst-Du Missionswoche der ARD-Senderfamilie, inkl. Arte, Phoenix und ONE. 

So wie man bei der Themenwoche die Kritiker mit einkauft, in dem man auch in jeder 3. Sendung einen Atheisten zu Wort kommen lässt gab sich der Kirchentag diskussionsfreudig und wollte mit den Kritikern reden, allerdings wollten sie sich schon aussuchen, welche Kritiker sie reinlassen und welche nicht.

Unter fadenscheinigen Vorwänden durfte Luther mit seinen antisemitischen Zitaten nicht auf den Kirchentag, vielleicht war aber auch Moses das größere Problem, mit 11. Gebot „Du sollst Deinen Kirchentag selbst bezahlen“.

Carsten Kranz, ein Kirchentagssprecher, kam im RBB zu Wort, vermeldete:

Das machen wir auch als Kirchentag so, dass wir uns auf das Versammlungsrecht berufen, aber natürlich ist auch n bischen nachvollziehbar, dass wir mit so einer ganz, ganz eindeutigen Kirchentagskritik äh, und sehr deutlichen, man kann sich drüber über den Inhalt natürlich sehr intensiv streiten, Kritik, ähm, auch sagen, ehm, ob aufm Kirchentagsgelände, Messegelände, man das haben will, nicht gerne.

Drollig, oder? Kritik, gerne, immer, aber bitte nicht ganz eindeutig und lieber undeutlich. Könnten Sie nuscheln?

Von dieser Erfahrung ausgehend sollte das Team vom 11. Gebot um David Farago beim nächsten Event, dem Katholikentag, aufblasbare Figuren produzieren. Da kann man, solange man nicht drin ist, die Luft ganz rauslassen – dann lässt sich ertasten, dass da keine Waffen drin sind – und halbaufgeblasen durch die Schweizer Garde, alias Kirchensecurity, so dass es hinreichend undeutlich ist.

Ich hatte am betreffenden Tag, oder als die Zeichnung fertig war, bereits einen Beitrag gepostet, und deswegen diesen in die Schublade gelegt, in der Hoffnung das Thema käme in den Medien noch mal hoch. Kam es nicht, also haue ich es heute raus.

Im Jahr zuvor in Leipzig is besagter Moses von der Polizei verbannt worden mit der Begründung, es könnten sich in der Figur Sprengstoff oder Waffen verbergen. Man hätte die Figur mit einem Fenster und einer LED-Innenbeleuchtung ausstatten können, um solch absurden Vorwürfen zu begegnen, aber wie man sieht hätte das in Berlin nicht geholfen. Hier trauten sich die Polizisten keine Unterscheidung von Ernst und Satire zu oder waren tatsächlich unfähig eine solche anzustellen.

Im Zweifel gegen die Meinungsfreiheit – das war schon immer preußisches Staatsverständnis.

Ich habe auch noch ein zweites #dekt2017-Thema in der Hinterhand, aber ich denke das hebe ich mir für den Wahlkampf auf, oder wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt. Dies hier geht vielleicht auch als Beitrag zur #Themenwoche #WoranGlaubstDu durch.

Der selten ausgewogene Ketzerpodcast hat mit einem der Störer vom 11. Gebot gesprochen – das zu verlinken wollte ich nicht versäumen.

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