– Manspreading – 

menspreading

and Womanoccupation.

Deutschsprachigen Lesern, die fernab feministischer Diskurse siedeln, ist der Begriff vielleicht gar nicht vertraut: Manspreading. Er beschreibt das mehr oder weniger häufige Verhalten von Männern, sich irgendwo so hinzusetzen, die Beine weit gespreizt, so dass man die 2 Nachbarsitze nicht einnehmen kann, ohne den Mann zu stören. 

Für das analoge Frauenverhalten, das natürlich nicht alle Frauen zeigen und auch nicht nur Frauen, die Nachbarsitze mit Hand- oder Einkaufstaschen, Schal und Hut zu okkupieren, dem Buch oder dgl. hat sich noch kein Begriff gefunden, bis eben. Ich schlage eine neutrale Untersuchung vor, die feststellen soll, welche Gruppe die größere Unverschämtheit an den Tag legt.

Im Alltag hat sich bewährt auf die Person mit der erkennbaren Absicht zuzugehen, den Platz einzunehmen – ja, man muss dazu ein wenig stören, was überhöflichen, zurückhaltenden, defensiven, kontaktgestörten Leuten schwerfällt. Für 3 Stationen U-Bahn vielleicht für manche nicht wichtig genug, aber bei einer 4-Stunden Bahnfahrt sollte man sich vielleicht einfach überwinden. Frauen gegenüber nimmt man einfach die Tüte, stellt sie der Frau auf den Schoß und setzt sich auf den freien Platz, oder man fragt, ob das Drogerietäschchen ein Ticket gelöst hat.

Das Bildchen oben habe ich bei Twitter gefunden – aus dem Nahverkehr Madrids soll es stammen, und nur die männerfeindliche Variante.

Mimimi.

Wer einen Knigge braucht: Solange der Zug, der Bus fast leer ist: Spreaden Sie die Beine, okkupieren sie mit Klamotten und Mitbringseln, wie sie lustig sind (Pfurzkissen!). Wenn sich das Verkehrsmittel füllt, räumen Sie von sich aus das Feld, Nutzen Sie Kleiderhaken und Ablagen, Beine zusammen, nicht unbedingt verklemmt, aber andere Leute wollen nun mal auch sitzen. Wenn Sie nicht wollen, dass sich ein angriffslustiger Rüpel wie ich neben Sie setzt, machen Sie es auch schüchternen Menschen leicht, sich neben Sie zu setzen.

Oder Sie rüsten auf: Sonnenbrille oder Schlafklappe vor die Augen, Kopfhörer über’s Ohr, Plätze mit fettigen Pommesverpackungen belegen und benutzten Taschentüchern. Schminken Sie sich zu Hause Pusteln aufs Gesicht die sie einem Seuchenbuch abgeschaut haben, essen sie große Mengen Knoblauch. Verzichten Sie eine Woche aufs Duschen und Kleiderwechseln. Bringen Sie einen Dobermann oder ein Rottweilerpärchen mit.

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