– Sketching at the Green Market –

green-market-2017

Sonntag war ich zum Sketching at the Green Market, wo ich letztes Jahr schon mal war, aber im Juni. 

Da ich meinen damaligen Beitrag noch mal gelesen habe befürchtete ich hohe Preise für mäßige Konsumgüter, die eine Ideologie adressieren, die ich nicht teile, zusammenfassbar als moralisch Leben durch richtiges Essen – bzw. richtig teures Essen. Ich kochte mir also einen großen Thermoskaffeebecher voll Kaffee, auch weil ich die Aluflasche für Cola nicht in 5 Minuten finden konnte und packte eine viertel Packung Amarettinis in eine Brötchentüte, beides mit Zeichenkram in den Rucksack und fuhr los.

Man zahlt 3 Euro Eintritt für das Recht auf dem Gelände weiteres Geld auszugeben. Was meine Aufzeichnungen nicht verzeichnet hatten, war, dass man es mit einer Taschenkontrolle zu tun bekommt die vor einem Schild stattfindet, das das Mitbringen von Picknick untersagt. Die Schlange war zwar ca. 30m lang, aber ging zügig voran – nach 5 Minuten war ich an Kasse und Einlass, hatte aber die Amarettinis in die Jackentasche vergraben und meinen Schlüsselanhänger nachlässig darübergepackt. Der Kaffeebecher steckte in einer der Außentaschen meines Rucksacks, so dass ich mich zu pokern herausgefordert sah. Ich riß also bereitwillig schon beim Zurücklegen der 5 Meter von Kasse zu Gepäckkontrolle den Rucksack weit auf, wo Blöcke und Mäppchen lagen und der Kontrolleur winkte mich gelangweilt durch. Das war einfach.

Im Sommer waren noch die meisten Stände außen, auf der Anhöhe und einige wenige im Keller des Gebäudes, das eine Go-Kart-Bahn beherbergt. Heute waren die meisten Stände im Inneren eines flachen Nebengebäudes. Recht schnell und wenig interessiert tankte ich da durch. An einem Stand konnte man Gebäckstücke für 2 Euro erstehen oder ein Fitzelchen derselben probieren. Letzteres tat ich, sie mundeten wohl. Ein anderer Stand bot Hanföl an, aber nicht zum Rauchen – das ist noch verboten – sondern als Lebensmittel, also sicher ohne Delta-3-THC. Kosten unbekannt. Später, beim Gehen, probierte ich noch an einem Stand Lebervurst, die ich schon im Mund hatte, als ich erfuhr, dass sie auf Bohnenbasis, Senf und anderem beruht. Schmeckte auch gut, aber sollte 4 Euro kosten und ich darf ja richtige Leber essen. Schweine sind ja lange nicht so klimaschädlich wie Rinder – also wozu? Wenn Stechmücken und Krokodile Veganer geworden sind können wir noch mal drüber reden.

Sitzgelegenheiten und einige Imbisse gab es dann noch auf einem außen, mit Bauzäunen abgetrennten Bereich. Dort fand ich am Ende meine Zeichenkollegen und verewigte 4 Besucher, die nicht zum Zeichnen gekommen waren, eine Kollegin, deren Abbild aber nicht nach Veröffentlichung schreit und zeichnete den Sanduhrcartoon.  Außerdem verteilte ich freigebig mein alternatives Backwerk und flößte mir den Kaffee ein, all das im Hemd ohne Jacke, denn es war frisch, aber in der Sonne gings (15:30-18:00 Uhr).

Manche brachen früh auf, um auf dem Tempelhofer Feld noch zu skaten, so dass ich überlegte, ob ich auch über den alten Flughafen fahren sollte um ihnen nochmal fröhlich zuzuklingeln, habe ich doch kürzlich erst neue Klingeln am Rad montiert. Aber kurz vor dem Flughafen wurde ich kurz zum Verkehrshindernis, weil das Hinterrad überraschend blockierte – der Schnellspanner hatte sich gelöst und das Rad saß nicht mehr im Rahmen. Wo auf dieser Seite des Geländes genau die Einlässe sind wusste ich auch nicht und hatte keinen Nerv mehr für den kleinen Umweg,

Einen Stand mit wirklich adretten Törtchen in weiß und pink muss ich noch erwähnen. Ich näherte mich misstrauisch und äußerte meine Vermutung, dass da wohl auch Kalorien wie blöde drinstecken. Nein, nein, wurde mir beteuert. Man süße nicht Zucker oder Honig, sondern mit Agavensaft. Jetzt hatte ich aber wegen eines Internetrezepts für selbstgemachte Gummibärchen schon Kontakt mit Honigersatzstoffen. An den Namen des empfohlenen Zeugs erinnere ich mich jetzt nicht, aber in einem der Läden stand so ein Produkt zwischen Agavensirup und Konsorten, und da schob ich mir auch meine Lesebrille auf die Nase und prüfte nach: doppelt so teuer wie billiger Honig und genauso viele Kalorien. Also klärte ich die Tante auf, dass es genauso viele Kalorien hat wie Honig. Ja, entgegnete sie, mag sein (geglaubt hat sie es mir nicht), aber raffinierter Zucker enthielte ja bekanntlich Benzin, was die meisten nicht wüssten.

In der Tat weiß ich davon nichts. Dabei war ich mal im Haus der Technik, die eine halbe Etage dem Thema Zucker gewidmet hatten. Außerdem hat Benzin einen starken Geruch – das würde man merken, nicht? Vielleicht nimmt man das Benzin zum Erhitzen des Zuckers? Nein, es wäre Benzin im Zucker drin. Erst jetzt geht mir auf, dass es eine Fehlinterpretation des Wortes Raffinade (raffinierter Zucker, Raffinerie) sein könnte.

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