– Commonground – 

commonground

Und wieder ein Sketching-Meetup, diesmal im Commonground am Rosenthalerplatz, ein ansprechend gestaltetes Cafe mit vielen Pflanzen, sehr luftig, asiatisch anmutende Lampen, Deckengestaltung mit einem Holzlattenraster, das im Hof fortgesetzt wird, womöglich als Rankunterstützung. Eine 5-teilige Glastür wartet noch auf wärmere Temperaturen. Ein wenig schmiedeeiserne Wandbehänge, die Wände eher dunkel gehalten, nicht mit Gestaltetem überladen. Im Vorderraum seltsame Figuren, ca. 70 cm hoch, mutmaßlich Pappmachee, bemalt, menschlische Körper mit Tierköpfen, sehr schön.

Unser Tisch sehr groß, kein Problem 3 Blöcke, Schreibmäppchen, Dampferbeutel, den doppelten Espresso plus Wasser zu platzieren, ohne die Nachbarn einzuschränken.

Die Karte dagegen sehr dünn. Als Nichtalkoholische Kaltgetränke bietet man Sprudel mit und ohne Gas an, irgendwas seltsames, wahrscheinlich mit Ingwer und Cola. Nachfrage ob Cola-light? Nein. Espresso steht mit 2 Euro in der Karte. Ich bestelle 2x einen doppelten und da ich das auf 8 Euro gesamt pessimistisch hochgerechnet hatte verkniff ich mir einen dritten – habe ich doch eine Siebträgermaschine zu Hause. Auf der Rechnung fand ich dann den doppelten Espresso für 2,50 – na das hätte ich vorher wissen sollen!

Traurig die Kuchenauswahl um 15:20 Uhr. Eine 3- oder 4etagige Vitrine zeigte im obersten Stock ein vereinzeltes Croissant, welches trotz suggestiver Frage einfach nicht mit Schoko oder Marzipan gefüllt sein wollte, sondern schnöder Teig ohne alles. In der Etage darunter 6 zwergbrötchengroße Quader mit irgendwelchen Körnern. Der Barkeeper konnte nur die englische Bezeichnung der Körner nennen, die mir nichts sagte. „Very small seeds.“ – „SEnf?“ – verstand er aber nicht, die Nachfrage. Eine fette Torte, bzw. das letzte Stück davon bewohnte das Erdgeschoss aber ein Schild warnte, dass es sich um Möhrenkuchen handelt.  Hab‘ ich in den 80ern mal probiert – wieso nicht? Weil es nicht schmeckt.

Das Croissant also. Der Espresso war in Ordnung aber nicht spitze. Meine Eckbäckerei hat da besseren, den man auch ohne Zucker genießen kann. In Berlin-Mitte natürlich brauner Zucker und serviert wird einem das von einem Kellner im grünen Gärtnerkittel. Wäre er nicht knapp 2m groß gewesen und sein Bart weiß statt schwarz hätte man denken können ein Heinzelmännchen. Die Jugend von heute!

Gut – zu meine Jugend gab es Punks und Popper, aber Popper hatten es nicht nötig als Kellner zu arbeiten und Punks war die Idee des Arbeitens komplett fremd.

Heute meint jede Klitsche sie müsse nicht eine große Auswahl, sondern eine Philosophie haben. Philosophie ist dabei der hochtrabende Ausdruck für unreifes Konzept. Kellner mit Gärtnerschürze, das hat die ansonsten schönen Pflanzen gleich zu Zeichen einer Einstellung abgewertet.

Ich habe gar nichts dagegen, dass man experimentelle Nahrungsmittel anbietet, aber ein paar Klassiker, fette Sahnetorte, Schokokuchen, Streuselkuchen, Baumkuchen, 2-3 Sorten mit Marzipan hie und da sollten die gesunde Basis bilden. Marmorkuchen, kalter Hund, Obstkuchen mit Gelee und Sahne, ein hübsches Eisbechersortiment. Das hat sich in Jahrhunderten bewährt.

Insgesamt war es aber sehr nett.

Die Musik war aber auch nix. Beim Zeichnen und Sprechen vergisst man das aber schnell. Auf dem Weg zum Klo, das muss noch erwähnt werden, findet man eine Art Bondagegeschirrr an der Wand, aber mit zu zierlichen Metallringen und dünnen, schwarzen Bändern – da kann man maximal ein Eichhörnchen dran foltern. Es schien etwas mit der Historie des Hauses zu tun zu haben, Fotos mit Texten forderten zur Auseinandersetzung heraus, aber man hat nicht für alles Zeit.

tl;dr: Insgesamt war es aber sehr nett.

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