– Lazy afternoon sketching – 

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Es war wieder ein Sketching-Meetup. Ich werde nicht besser, aber schneller. Diesmal in Neukölln bei Froilein Wunder – nein, Frollein Lagner. Ein prima Espresso, ein tödlich guter Browniekuchen, Lichtverhältnisse so la la – am Fenster gehts. Im Licht des Scanners kommen dann die Unzulänglichkeiten raus. Aber es sind ja Étuden, keine Werke. Die Bedienung beim Frollein ist zwar nett aber wegen der vielen Gäste dauert es leider oft lange, bis man überhaupt wahrgenommen wird, wenn man schreiend und winkend an der Theke steht im Gästepulk. 

Da dies eh kein Cartoon ist, erlaube ich mir, zu einer kl. Kulturkritik anzuheben. Während in konzentrischen Kreisen um die FDP herum in den 90ern von der Servicewüste geunkt wurde und im grünen Milieu das Lied von der Wellness und Entschleunigung gesungen wird strömen die jungen Erwachsenen vor allem in Etablissements, wo man sich anstellen muss, um unterwürfig für einen Kaffee und ein Stück Kuchen anzustehen, die man sich selbst an den Platz schleppt und wo man wie in der Mensa auch selbst das Geschirr zurückbringt. Für den Mangel an Service darf man dann noch einen Tip in die Blechbox abdrücken wie beim Kindergottesdienst, obwohl man sich das Trinkgeld für den Service, den man ja selbst leistet, selbst geben müsste.

Im Prinzip das gleiche wie im Supermarkt, wo man das Warenband hinter der Kasse zu einem winzigen Stummel reduziert hat, um die Kunden dem gleichen Stress auszusetzen wie die Kassierer, damit es rasch, rasch raus geht, nach dem Zahlen. Der soziale Druck der nachfolgenden Kunden macht den Einkauf zur kurzen Akkordarbeit. Auf den gewonnen 6qm Ladenfläche kann man mehr Waren anbieten. Die Kunden sollen die Abläufe selbst optimieren – ein Kundenzertifikat wird auch noch kommen.

Die nächste Generation muss wahrscheinlich Kantholz für den gemütlichen Kamin mitbringen, Spülwasser und Lappen um den Tisch abzuwischen und zahlen darf man nur bargeldlos mit einer App, die man aufwendig installieren muss und der man seine ganzen Zahlungskontakte und -historie offenbart.

Nun ja – ganz verdient hat das Kaffee den Rant nicht. Die zweite Bestellung ging schon besser, die dritte und vierte auch. In Cafes mit Tischbedienung habe ich auch schon gesessen und ewig auf die Karte warten müssen. Summa summarum war es ein entspannter Mittag, nette Plaudereien und Austausch der Skizzenbücher.

Leider hatte ich nicht, wie ich dachte, meine dünnen Übergangshandschuhe in der Jacke sondern nur ein fettes Päckchen Papiertaschentücher und mir auf dem Rückweg fast die Finger auf dem Rad abgefroren, obwohl es nur 5 km, also ca. 15 Minuten waren. Inzwischen kann ich Entwarnung geben – die Finger sind alle noch dran und wieder durchblutet.

Zum Glück habe ich dieses Stück Browniekuchen verspeist, so hatte mein Körper genug Kalorien intus, um die postwinterliche Kälte zu überleben. Habe ich schon gesagt wie köstlich der war? Innen noch zähflüssig und sehr schokoladig.

The missing Link: In einem Gespräch erwähnte ich, dass man auch in der Berlinischen Galerie an Aktzeichenkursen teilnehmen kann, hier der Link. Außerdem erklärte ich Skizzen aus meinem Skizzenbuch, einmal zum Video aus Saudi Arabien, einmal zum Radio, schließlich das laufende Projekt Ei mit Beziehung zu Sharon Dodua Otoo.

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