– Skizzen Black History Month – 

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Letzte Woche besuchte ich 2 Veranstaltungen zum Black-History-Month in der Werkstatt der Kulturen, Neukölln, nicht zu verwechseln mit dem Haus der Kulturen, Tiergarten. Einmal aus Neugierde auf dienen Ort, den ich noch nie besucht hatte, obwohl er innerhalb der milden Winterschmerzgrenze für Radfahren von knapp 20 Minuten liegt, zum anderen wegen guter Erfahrungen mit afrikanischer Musik, schwarzer Musik bzw. karibisch-brasilianischer Musik.

Die erste Veranstaltung war freitags, Themenschwerpunkt Südafrika und Nelson Mandela. In einem Kellerraum wurden nachts Bewegtbilder auf die Wand projiziert. Unterschiedliche Sprecher sprachen dazu Texte von der Bühne vor. Es war fast voll im Raum, etwa 100 Leute, würde ich sagen. Über dem Keller ist ein Foyer mit Kaffeetischen und Bar mit Selbstbedienung, im Keller, alias Club, ist auch eine Bar, im ersten u. zweiten Stock sind weitere Räumlichkeiten und auch im Erdgeschoss geht es wohl neben dem Foyer noch weiter. Sehr aufgeräumt, freundlich, eine Spur preiswert. Wer das wie finanziell trägt ist mir unbekannt – ich schätze es ist öffentlich gefördert, aber nicht Oper oder Fußball. Etwas irritierend, dass an diesem Ort die beiden Projektoren die Bilder nicht auf eine Leinwand, sondern die Wand warfen, wobei in der Mitte der einen Wand eine fette Röhre über die ganze Wandhöhe führt, Klimaanlage oder Entrauchungsanlage, was für den Bildgenuß keine kleine Störung bedeutete, die zweite Wand hatte dafür in der Mitte eine Tür, die der Zuschauer im Kopf wegfiltern musste.

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Die Projektoren liefen nur sporadisch und so war es es kein großes Ding, aber dass in einem solchen Haus keine Leinwand ist aber 2 Beamer an der Decke hängen war schon irgendwie seltsam.

Zur Bar muss ich auch einen Protest loswerden. Es gab keine zuckerfreie Cola. Man hat Fritz-Cola als Lieferanten und das sind irgendwie moderne Alternativ-Saftmischer. Irgendwie Hipster, Startup, Craft-, also Handwerksromatik und ob die nun Süßstoff als des Teufels ansehen oder mit ihren Kapazitäten nicht soundsoviele Varianten produzieren können – ich weiß es nicht. Also gesprächiges Wasser getrunken, mit 2,50 € für 250 ml nicht eben ein Schnäppchen. Sei’s drum.

Im Nachhinein vermischt sich in meiner Erinnerung der Abend mit dem folgenden, so dass ich gar nicht mehr weiß, was mir dort eigentlich gefallen hat, es muss wohl doch die Musik gewesen sein.

Samstag war ich noch mal dort. Thema war traditionelle Musik und Tanz aus Kuba und Brasilien. Diesmal im großen Saal des 2. Stocks. Dort waren vielleicht 2-300 Leute im Publikum versammelt, man saß in Stuhlreihen vor einer Bühne, und etwa ein Dutzend Tänzer/Musiker boten ein weitgehend choreografiertes Programm. Es begann damit, dass die Darsteller von hinten in den Zuschauerraum kamen, sich erst aufstellten und spanisch oder portugiesisch „de fume“ oder sowas riefen, um dann, teils in Medizinmannartigen Masken in den Raum zu kommen, ich dachte noch „rauchen?“ und tatsächlich schwenkten sie Rauchfässer, aber nicht wie bei den Katholiken an Ketten sondern eine Konstruktion mit einem Schale, wie bei diesen, die aber an einem langen, starren Henkel hing, etwa 50cm lang, und damit wurde das Publikum eingeräuchert – wahrscheinlich hatten sie schlechte Erfahrungen mit den Duschgewohnheiten in Neukölln gemacht. :)

Feierlich auf die Bühne eingezogen begannen erst die Kubaner zu trommeln, Musik zu machen und zu tanzen, dann die Brasilianer, dann wieder die ersten und so weiter, zwischendurch auch beide zusammen.

Es war nicht, wie ich es erwartet hatte, aber konkret erwartet hatte ich nichts Spezielles. Die Medizinmannkostümierung war aber überraschend, die Traditionsbetonung und der mehr unterrichtende als unterhaltende Charakter der ganzen Veranstaltung.

Dann wurde die Musik aber auch etwas fetziger, poppiger, man wurde animiert aufzustehen, mitzutun, zu klatschen, auf die Bühne zu kommen und da mitzutanzen was nicht nur ich gerne annahm, um dann wieder freundlich auf unsere Plätze verwiesen zu werden.

Zum Ende der Veranstaltung hieß es dann, man möge doch mit in den Keller kommen, wo anschließend noch zusammen gefeiert würde bei Musik und Tanz.

Auch da ließ ich mich nicht lange bitten, zumal ich, nach erfolgloser Cola-light-Anfrage im Foyer, im Treppenhaus einen Getränkeautomat ausgemacht hatte, der auch Cola-Zero hatte, na bitte, geht doch – dazu zum halben Preis. :) Kleiner Geheimtipp am Rande.

Im Keller dann gab es Musik vom DJ, zwischendurch eine Ansprache der Veranstalterin, die alle möglichen Funktionsträger von Black-Community-Vereinen aus ganz Deutschland vorstellte, alle nur sehr kurz aber einen Haufen Leute insgesamt, so dass ich mich fragte, ob ich vielleicht der einzige Gast ohne Vereinszugehörigkeit und Funktion war.

Zwischendurch entstanden auch die Skizzen oben, teils aus der Phantasie ergänzt, weil sich die Leute bewegen ohne zu fragen, ob man schon fertig ist.

Insgesamt war es sehr einladend und nett, wobei der Buchtitel Nett ist die kleine Schwester von Scheiße mich zwingt, das näher zu erläutern: Nein, es war durchaus besser. Ich bereue es keineswegs da gewesen zu sein. Es hätte etwas preiswerter sein dürfen, es war nicht spektakulär, aber ich habe mich rundum wohl gefühlt, die Atmosphäre war einfach freundlich und fröhlich und die Musik gut und beckenweckend. Die nächsten Wochen steht aber vermehrt arabisches auf dem Programm – das ist weniger mein Fall.

Wegen der Dunkelheit der Räume sind die wenigen Photos, die ich gemacht habe, nichts geworden, außer dem dokumenatarischen mit Rohr.

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