– Siebträgerhack – 

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Nachdem ich meinen Eltern zu Weihnachten eine günstige Siebträgermaschine, AEG EA 130, bei ebay schoß, und selbst ausprobierte, musste ich feststellen, dass die Crema, die eine Maschine macht oder nicht macht doch einen großen Unterschied ausmacht. Ich selbst hatte nur ein italienisches Edelstahlmodell älterer Bauart, dass ohne viel Schnickschnack seinen eigenen Reiz hatte und auch den großen Vorteil, dass man 4 Espressos auf einmal damit machen kann, allerdings hat sie mir nie eine schöne Crema gemacht und der Wassertank musste für jedes Kännchen neu befüllt werden mit einem nervigen Drehverschluss. Ich legte mich nach langem Zögern, ob die Vorteile jetzt die Nachteile überwiegen, auf die Lauer und konnte wieder sehr günstig eine gleiche Maschine also auch AEG EA 130 ersteigern. Es suppt etwas Wasser unten raus – keine Ahnung wo es herkommt, ob der Dichtungsring erneuert werden müsste, jedenfalls ist das Wasser klar, aber sie steht in einem Plastiktablett mit Schwamm, so dass die Lösung des Problems Zeit hat.

Ein größeres Problem ist, dass der Kaffee nicht so heiß aus der Maschine kommt, was für das Kaffeearoma wohl  das beste ist, aber die Süßstofftabletten lösen sich jetzt nicht mehr auf und ich habe noch 2 Spender voll. Außerdem ist der Flüssigsüßstoff schlecht zu dosieren. So kam ich auf den Trick, den Süßstoff mit in den Siebtäger zu geben, und Tatsache, da löst er sich auf.

Puristen mögen mich entfremden – Süßstoff im Espresso! – aber das Leben steckt voller Kompromisse.

Und zum Espresso passt natürlich bestens Marzipan, also machte ich meiner Liebsten eine kleine Marzipankugel zum Valentinstag. Noch ein lustiges Gesicht reingeschnitten und wg. des fotografischen Kontrasts mit Vanilleeis gefüllt, bzw. in Ermangelung solchens mit Magerquark, noch so ein Kompromiss. Dazu ein doppelter Espresso, wie gesagt:

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Dann machte ich mich auf die Suche nach meiner Liebsten, haha, da fiel mir ein, dass sie mich vor 26 Jahren verlassen hat, wenn ich U und D nicht als meine letzten Liebsten zählen will. Oder hatte ich sie verlassen?

Nun, in Ermangelung einer Liebsten musste ich meine kleine Marzipankugel selbst essen. Das war bitter, wg. der Bittermandeln – ich bekam ein Päckchen geschenkt, die gibt es wohl im Reformhaus, wenn auch nicht in jedem. In denen, in denen ich gefragt hatte, ausgerechnet nicht. Und sie sind auch sehr erschwinglich. Ein Tütchen, glaub ich, 2,50 oder so und das reicht für bestimmt 10 solcher Kugeln a 365g.

Wegen des Gifts, Blausäure, Cyankali, muss man sie vorher abkochen, wenn man sie nicht in eine Speise tut, die gemächlich im Ofen bäckt, aber eine genaue Anleitung wie lange habe ich nicht gefunden. 10 Minuten habe ich gewählt und lebe noch. Pro kg Körpergewicht braucht man wohl etwa eine Mandel, um die letale Dosis zu erreichen. 10 Bittermandeln sind in der ganzen Kugel. Man will aber auch keine leichten oder mittleren Vergiftungserscheinungen riskieren – also kocht man sie ab. Wegen der hohen Dosis, die es bräuchte, kann man aber Jugendliche oder Erwachsene damit schlecht ums Eck bringen. Der Geschmack ist ja intensiv und konzentriert auch unangenehm.

Geschmacklich habe ich keinen Unterschied zu früheren Experimenten mit Bittermandelölaroma festgestellt, aber außer, wenn es schnell gehen muss, hat dieses auch keinen Vorteil. Man kann den Puristen geben und Allgemeinwissen Bittermandeln und Krimis auspacken, mit echten Bittermandeln.

Auf der Suche nach einem preiswerten Espresso bin ich noch. Mit vielen bin ich zufrieden, wie etwa Lavazza Espresso und Lavazza Crema, die unterschiedlich viel kosten, aber ohne sie unmittelbar nebeneinander zu trinken kann ich nicht sagen, welcher besser ist. Dann hatte ich mal einen Edeka-Bio-Espresso, der war nix. Jetzt selbst gemahlenen Laudato-Espresso, wohl die Rossmann-Hausmarke – zufrieden, aber keine Offenbarung. Einen Cellini bei Edeka hatte ich mir mal gegönnt, 5 Euro für 250g, der war überragend, bisher, nur geschlagen von einem französischen Produkt, Brasil, auch 250g gemahlen von Carrefour (frz. Supermarktkette), angeblich 3 Euro nochwas, also unteres Preissegment für die gemahlenen Kleinpackungen.

Illy könnte ich noch mal probieren, der war schon in der alten Maschine besser als die anderen und noch besser war ein Werbegeschenk der Äthiopian Airlines, nun, wen wunderts, aber da wüsste ich wie beim Brasil, den ich online nicht finde, vielleicht auch eine Saisonaktion, nicht, wie ich da nochmal rankommen soll.

Da sich die Kaffeemühle zerlegt hat, und mit dem Schlagwerk der Kaffee sich nicht optimal mahlen lässt, bevorzuge ich tendenziell gemahlenen, aber was tut man nicht, für den besseren Geschmack, und wenn er preiswert ist, dann lohnt ein Espresso, der in ganzen Bohnen kommt, auch die Anschaffung einer neuen Mühle mit Kegelmahlwerk.

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2 Gedanken zu „Siebträgerhack

  1. dorotheawagner

    Hey, der Brasil aus dem Carrefour war bestimmt nicht unteres Preissegment, wenigstens mittleres. Der Kaffee war doch ein Mitbringsel, fürs Katzenhüten! War er nicht sogar bio?

    Antwort
  2. user unknown Autor

    Oh, ich hatte Dich gefragt, und Du hattest, soweit ich mich erinnere, gesagt, 3 Euro nochwas. Für gemahlenen Espresso ist das unteres Preissegment. Vielleicht täuscht mich aber auch die Erinnerung. Für Kaffee natürlich mittleres bis oberes.
    Wo die Packung geblieben ist kann ich gerade nicht sagen. Mag sein, dass er bio war. Das ist mir aber gleichgültig.
    Update: Packung gefunden – nicht bio.

    Antwort

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