– Times ain’t no changing – 

obama-2016

Während es sich an der Oberfläche wandelt, bleiben die wahre Werte bestehen.

LANG=EN:

obama-2016en

Heute bescherte mir Obama indirekt eine unbeabsichtigte Enttäuschung. Und zwar kam ich aus dem Westen, Prager Platz, und wollte zur Lehrter Straße, wobei ich Kanzleramt/HBF westlich passierte und erstmal nichts passierte. Über ebay-Kleinanzeigen hatte ich  einen neuen alten Monitor (24″) ergattert, nachdem dem alten alten (22″) das Lebenslicht erloschen war.

Ich habe auch mal einen Rucksack vor dem Müll gerettet – bei mir kommt nichts weg – der hässlich, unförmig, super unbequem aber groß ist. Ein kräftig, blaues, witterungsbeständiges Polyester auf einem Gestell, das aussieht, als wäre es an eine Art Körperform angepasst, es aber nicht ist. Irgendwie gebogen aber es drückt nur zufällig auf irgendwelche Knochen ein, und wenn man einen Fahrradhelm trägt muss man den Kopf auf eine Art schief halten, die jeden Arzt neugierig macht.

Aber ich hatte ihn vorher am 22-Zöller probiert und festgestellt, dass auch ein 24er reinpassen muss, so man den Fuß abbekommt, und den Fuß bekommt man ja immer ab, wenn man weiß nie – allerdings weiß man meist nicht wie.

Der Verkäufer wusste auch nicht wie, aber entdeckte eine Schraube, wollte aber keinen Schraubenzieher besitzen. Kluger Mann baut vor und hat sowas am Taschenmesser das auch Schlüsselanhänger spielt. Der Fuß ging dann aber nicht ab, und das Originalhandbuch hatte er auch nicht – den Witz „wahrscheinlich geklaut“ verpasste ich und stellte mich auf den Fuß und zog den Fernseher mit Wuppdich hoch, und mit Krachen löste sich Fuß von Bildschirm und nun ging er so halbwegs, weil der Arm, der im Fuß steckt, am Panel blieb, in den Sack.

Also los, gen Süden, etwa 10 vor 10 war es, PM, und am Bahnhof kam ich noch vorbei, aber wo es über die Spree zum Kanzleramt ging war die Straße kunstvoll gesperrt in Rot-Weiß, dichter werdendes Polizeiautoaufkommen hatte es irgendwie angekündigt, am Himmel schraubten mindesetens 3 Schrauber hub. Manchmal kommt man ja mit dem Rad bei solchen Absperrungen durch, jetzt nicht dank sportlicher Fähigkeiten, sondern freundlich/gelangweilt gewinkt, aber bei Obama versteht der Ordnungshüter keinen Spaß, dabei ist doch der Spaß für Obama jetzt eh fast vorbei.

Ich soll doch zum Schloss Belevue, da käme ich durch. Nun, die rbb-Meldung hatte gebracht, dass auch viele Beamte aus anderen Bundesländern die Berliner Polizei verstärken. Zudem kennen sich ja selbst die Berliner nicht alle aus, und wenn, dann denken die meisten aus einer Autofahrerperspektive. Also gab ich gar nichts auf die Auskunft und fragte, wo ich auf der anderen Seite durchkäme, ob ich bis Friedrichstraße vormüsste. Das überforderte die Beamten vollends. Also versuchte ich es, und Brücke eins, zwei und drei Richtung Ost waren ebenfalls mit Wachen besetzt. Dann landete ich in einer Sackgasse und musste zur dritten Brücke zurück, und fragte eigentlich nur pro forma und auf gut Glück, wie lange denn noch gesperrt sei, und ja, lange dauert es nicht mehr, aber nein, genau könnten sie es natürlich nicht sagen. Krächtz, krächtz, das Walkie-Talkie, Alpha Charlie für Beta, Gamma, Lambda – ja, höre, laber, laber.

Ja, justament jetzt könne ich durch, schönen Abend allerseits. Aber 100m weiter, ohne Möglichkeit abzuzweigen zwischendurch war die nächste Sperre. Von der Gegenseite kam aber schon ein ziviler Radler entgegen. Ich sagte, die andere Wache hätte mich durchgelassen. „Ja, wir aber nicht.“ Ich erklärte, dass mir Obama sehr viel lieber sei, ich ein stadtbekannter Demokrat und zertifizierter Kriegsdienstverweigerer sei. Das beeindruckte erwartungsgemäß wenig, aber auch hier krächzte was aus dem Walkie-Talkie, die Vorkontrollen seien aufzulösen. 9mal klug erklärte ich ihm, dass er ja vielleicht diese Vorkontrolle sei, die aufzulösen ist. Außerdem hätten sie ja nun wirklich genug Hubschrauber, um Obama über die Luft fortzubringen, aber er wies auf seine Kollegin und sagte, nun er und seine Kollegen würden in der Tat jetzt abziehen, aber an die Kollegin abgeben, die noch bleiben würde. Optisch war jetzt zwischen den Uniformen oder so kein Unterschied festzustellen, etwa dass das eine Bepo und das andere SEK gewesen wäre, aber was solls, ich also gleich die Frau ins Visier genommen und auch protestierend auf einen weiteren Radler aus der Gegenrichtung gewiesen, der mir anzuzeigen schien, dass auf der Gegenseite die Sperre auch schon aufgelöst war. Dann krächtzte es aus einem Funkgerät bei einem Wachtmeister im Hintergrund und der erklärte, dass doch, jetzt allgemein die Absperrung aufgelöst wird, und wie es der ordentliche Dienstweg gebietet schaute ich zur zuständigen Beamtin, die mir dann auch pflichtschuldig die Durchfahrtserlaubnis formlos, knapp und deutlich bestätigte, und hier beginnt die Enttäuschung. Ich zielstrebig gen Süden los, da muss gleich der Potsdamer Platz kommen oder das Brandenburger Tor, etwas in der Art.

Es kam aber nichts dergleichen. Ich dachte, ich hätte einen guten Orientierungssinn, aber statt nach Süden war ich wohl meistenteils nach Westen geradelt, auch zu Hause am Stadtplan konnte ich quasi nichts rekonstruieren. Auf die Paulistraße kam ich raus, wo ich auf dem Hinweg langgekommen bin. Jetzt war ich doch auf Höhe Bellevue!

Zwischen HBF-Kanzleramt und meinem Zielvektor, Potse, liegt der Tiergarten, den ich nachts je nach Stimmung entweder durchquere, oder umfahre. Umfahren ist kürzer über BraBuTor, aber jetzt war ich so weit westlich dass das dummer Trotz gewesen wäre. Jetzt war es kürzer über Großen Stern, Nollendorfplatz zu fahren. Den Weg durch den dunklen Tiergarten wollte ich heute eh nicht nehmen, vor allem hier nicht, wo ich den Weg nicht von Fahrten im Hellen kannte.

Ich muss mir doch mal ein Smartphone zulegen. Dank GPS und mit der richtigen App, so hoffe ich, kann ich dann zumindest nachträglich genau verfolgen, wo ich war. Eine Lenkradbefestigung und Navifunktion ist auch denkbar, aber hatte ja gar nicht mit Schwierigkeiten gerechnet.

Jedenfalls hat mich Obama so 15 Minuten meines Lebens gekostet. Dafür bestrafe ich ihn, in dem ich ihn zum 2. Mal von hinten zeige, mit einer Pose aus dem Alpenpanorama. Aber so abtretende Politiker schreien irgendwie danach, dass man Bilder, die man mal mit etwas Mühe erzeugt hat, noch schnell ausschlachtet, bevor sie im Meer der Bedeutungslosigkeit des Gestern versinken.

P.S.: Nach dem 17 oder 19″ Notbildschirm sind 24″ echt toll. Man bekommt noch mehr geöffnete Tabs nebeneinander. Der Sound ist aber lausig – da werde ich wohl weiter bei meinen externen Boxen bleiben. Hoffentlich hält der Monitor mal 2 Jahre, ein Fujitsu-Siemens Scaloview L24W2. Ich frage mich, ob mal ein DVI-Kabel besorgen soll, ein Kommentator im Netz meinte, damit sei das Bild sehr viel besser. Ich bin noch voll in der  VGA-Kabelwelt.

Ein Pluspunkt ist der Ausschalter am Gehäuse vorne. Der Medion zuvor hatte den Schalter unten, unter der Frontkante, der war nicht gut erreichbar und leicht mit einem Nachbarschalter zu verwechseln.

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