– Sharon Dodua O2 – 

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Als Otoo-Arena hielt das Babylon-Kino in der Rosa-Luxemburg-Straße für die erste Lesung der frischen Bachmannpreisträgerin, soweit ich weiß, her (im Bild auf der Bühne rechts).

Mehrere Gesprächspartnerinnen wechselten sich zwischen den vorgetragenen Texten ab, eine davon war, lt. Plakat, Thelma Buabeng¹ – ob es die auf dem Foto ist kann ich nicht sagen.

Als der Bachmannpreis stattfand übertrug wie üblich 3sat live, aber für meinen Schlaf-Wach-Rhythmus zu früh und ich beschloss, mir das ganze zu zivilen Zeiten in der Mediathek anzusehen, hatte die Rechnung aber ohne den Wirt gemacht – die Sendung schaute in der Mediathek nicht auf. Super!

Als dann die Preisträgerin feststand und sich noch dazu als Berlinerin entpuppte suchte ich im Web nach dem Text und Videos mit Dichterlesungen weil ich etwas lesefaul geworden bin. Den Herr-Grüttler Gröttrupbrät-sich-ein-Ei-setzt-sich-hin-Text fand ich nur als PDF, aber immerhin, sowie einige Videos von politischen Veranstaltungen zu Feminismus und Rassismus.

Erst schaute ich die 2-3-Videos und der leichte Humor der Frau Dodua-Otoo sprach mich an, und so folgte ich ihr auf Twitter, wo ich erfuhr, dass heute, also gestern, diese Lesung stattfindet.

Ich habe auch schon Autoren erlebt, die toll schreiben aber nicht lesen, also vorlesen, können. Frau Otoo (darf man das so abkürzen?) kann aber gut vorlesen. Ich nahm auch eines der Bücher mit, Synchronicity, in dessen Kleingedrucktem man gewarnt wird, dass ein Gender-Handigap verwendet wird (Kund_innen), das Räume ermöglichen soll – ich halte da nichts bis gar nichts von, aber die Lesung war in der Beziehung weitgehend unauffällig, außer 2 oder 3 jemenschs, die jemand vertreten sollten.

Ich hoffe das verleidet mir nicht das Buch. Beim überfliegen im Daumenkinomodus konnte ich allerdings kein Gender-Gap entdecken, also bin ich zuversichtlich.

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Abschluß mit Musik. Die Ingeborg-Bachfrau-Preisträgerin ganz rechts.

Ihren Humor darzustellen, ohne lange Zitate zu nutzen, um den Kontext zu entfalten, fällt mir schwer. Man will ja auch nichts verraten, aber von der Moderation so viel: Sie sprach über die Schwierigkeit die im multiplen Sprachgebrauch auftauchen, dass ihre Mutter der Integration wegen mit ihr immer Englisch gesprochen habe (sie ist in London aufgewachsen), aber Essen sei etwas ganz anderes – gegessen wurde immer ghanäisch. Und dann die Umstellung auf Deutsch. Es sei schwer gewesen, habe lange gedauert, aber dann, eines Nachts, habe sie auf Deutsch geträumt, nur leider kein Wort verstanden.

Hübsch, nicht wahr?

Als sie dann Umläute statt Umlaute sagte war ich nicht sicher, ob das ein Flüchtigkeitsfehler war oder ein Kalauer.

umlaeute

¹) Jetzt habe ich mal nach Thelma Buabeng („Haben Sie andere Hobbys als Schwarzsein?“) gegoogelt und das verlinkte Video gefunden, von dem aus weitere erschlossen („Ist der Film noch online?“) werden können. Eine der Rollen (oder ist das ihr richtiger Name?) ist Frau Müller. Eine der Moderatorinnen stellte sich auch als Frau Müller vor – ich schätze, ich bin da also zum Besten gehalten worden, und es gab nur eine Moderatorin in verschiedenen Rollen. Es kam mir schon etwas merkwürdig vor, dass die eine Moderatorin auch ein Stichwort der anderen aufnahm, aber nicht merkwürdig genug, um richtig misstrauisch zu werden.

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