– 32c3, Tag 3 – 

bogart

Weiter in der Vortragskritik

(wird im Laufe des Tages aktualisiert) 

  • 27.12. 18:30, G, What does Big Brother see, while he is watching?

Hier hat sich jmd. angesehen, welche Art Fotos sich im Stasiarchiv finden, was sie verraten, weniger über den Fotografierten, als über den Zweck, aber auch über die, die sie machten, und bedauert, dass etwa das BND-Archiv aus der Zeit nicht zugänglich ist, um Parallelen und Unterschiede aus der Zeit des kalten Krieges sehen zu können. Flüssiger Vortrag, etwas untypisch für den CCC, aber untypische Vorträge sind selbst wieder nicht untypisch.

  • 29.12. 11:30 „Nach bestem Wissen und Gewissen“ – Floskeln in der Politik, maha/Biermann

Wenig neues von der Sprachfront, aber Maha/Biermann kann man auch gut zuhören. Am Ende wird das Tool floskelwolke vorgestellt; das war dann doch neu und interessant.

  • 28.12. 23:00, G, Unpatchable

Nochmal geht’s um medizinisches. Sehr lebendiger und interessanter Vortrag über Robotik und Prothesen.

  • 29.12. 12:45, 6, Graphs, Drones & Phones

Mit der spannendste Vortrag bisher.

Menschen kennen andere Menschen und diese Beziehungen lassen sich als Graphen darstellen. Google hat einen Graphen unserer Suchen, TelCos den unserer Bewegungen, Facebook unsere Kontakte, Amazon, WordPress, ebay, Twitter usw. Eine weitere an Graphen interessierte Forschungseinrichtung ist das US-Militär, welches mit solchen Mitteln Bin Laden gesucht und gefunden hat. Inwieweit unsere Dienste schon die wichtigsten Schaltstellen im TTIP-Protestst ausfindig machen und was sie mit diesem Wissen dann machen, war nicht Thema des Vortrags, drängt sich aber auf. Daneben ist es natürlich interessant für die ganzen Netze in denen wir freiwillig als Kunden unterwegs sind, und es sollte jedem bekannt sein, der solche Dienste nutzt. Ein sehr interessanter Vortrag. Stichwort: Sind doch nur Metadaten.

  • Ling

Vortrag über eine neue Programmiersprache, nur für eine schmale Sparte von Programmierern interessant, erfordert Programmierkenntnisse, nicht sonderlich interessant gestaltet oder vorgetragen. Nichts für Laufkundschaft.

  • Face your privileges

Möglichkeiten und Sinnhaftigkeit Rootprivilegien in eigenen Programmen aufzugeben. Ein atemloser Ritt durch die Optionen mit Fefe, Zielgruppe C-Programmierer.

  • Save harbor

Ein Österreicher klagte dieses Jahr in Irland gegen Facebook und berichtet selbst, trägt Englisch vor wie ein Maschinengewehr aber gut verständlich und endlich mal ein Deutscher mit klarem Tieh-Äitsch; gut, Fefe zuvor zum Droppen von Privilegien kam dabei auch ohne S-Laute aus. Interessanter Stoff aber auch schon weitgehend aus der Tagespresse bekannt.

  • Fluxus can not save the world

Ein Blick auf die Welt von Fluxus und den Vorläufer Dada und der Versuch Parallelen zur Hackerszene herzustellen, leidlich gelungen, etwas zäh.

  • Equador

Tja, für diejenigen, die sich für Equador interessieren interessant. Ich bin aber doch wegenickt.

  • G’scheitern

Bezüge zum Improvisationstheater. Kurzweiliges Kontrastprogramm aber nicht sehr zwingend.

  • TAN-Verfahren

Klassisches CCC-Thema. Spannend aufbereitet, sehenswert, leicht verständlich.

  • Softwarepatente

Kann man’s noch hören? Mich konnte der Vortrag nicht packen und als ich noch dabei war brachte er nichts neues.

  • 29.12. 18:30, 2, Prediction and Control, Watching Algorithms (en), Jennifer Helsby

Ein Beitrag über Big-Data, Statistiken und AI. Unbedingt sehenswert. Kreditscoring, Kriminalitätsvorhersage und die Probleme damit. Beispiel: Rassistische US-Polizisten kontrollieren häufiger Schwarze auf Mariuhana, finden dadurch auch häufiger welches, was sie in ihren Vorurteilen bestätigt. Aufgrund der statistischen Daten generiert der Computer wiederum Einsatzpläne, bei denen bevorzugt Stadtviertel mit überwiegend schwarzer Bevölkerung kontrolliert werden.

Bemerkenswert an diesen Verfahren ist, das sie ohne Theoriebildung vonstatten gehen können. Theoretisch könnte ein Algorithmus feststellen, dass 30-40 jährige Männer, die Hundebesitzer sind und japanische Autos fahren donnerstags und freitags verstärkt zu Straßenschlägereien neigen. Jetzt setzt sich aber niemand hin und versucht rauszufinden, wieso das so ist, sondern es fließt einfach in die Polizeiarbeit ein.

Ähnlich arbeiten Kreditscorer, Werbe- und Kaufvorschläge von Google und Amazon usw. Wenn es funktioniert fragt sich niemand wieso. Man will den Dingen gar nicht auf den Grund gehen sondern nur ein Geschäft damit machen oder Kosten senken (Polizei).

  • 30.12. 00:15, Grundrechte gelten nicht im Weltall (Anna, Cbass, Konstanze Kurz, Felix Betzin)

Ein Kulturbeitrag. Wer mag sowas? Na, ich zum Beispiel. Obwohl anfangs skeptisch muss ich sagen: Gelungen.

  • Perl

Ein schwer kamellastiger Rant über Perl. Programmierkenntnisse werden vorrausgesetzt, vorzugsweise in richtigen Programmiersprachen. ;) Dann sehr unterhaltsam und klamaukig, wobei etwas weniger brüllen und betonen dem Vortrag gut getan hätte.

  • Kabelmodem

Eine (2, 3, 4) Sicherheitslücke in Modems von Kabeldeutschland; sehr interssant, auch für Laien weitgehend nachvollziehbar dargestellt.

Uhrzeiten, Räume, Links und Personen liefere ich nicht zu jeder Veranstaltung nach; was soll ich das Programm wiederholen. Videos wie gestern gesagt, hier unten, Releases und Relieve.

Nach Tagen habe ich jetzt 20, 15, 10 und einen Vortrag gesehen, ca. 10 schon runtergeladen fürs spätere Sehen, soundsoviele runtergeladen und gelöscht, denn live kann man nur ca. 10 am Tag verfolgen. Das spätere Sehen wird sich wohl noch ein paar Tage weit erstrecken.

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