– Halbfabrikat – 

manequin-witz

Bedröhnt von Genderdebatten in allen Kanälen wollte ich meine Gliederpuppe, die tendenziell einen männlichen Körperbau hat, um eine weibliche ergänzen und war im nahegelegenen Künstlerbedarf. In der Tat haben sie dort weibliche Figuren, allerdings in kleinerer Auswahl und man zeigte mir Figuren in unterschiedlichen Größen, und was mich begeisterte eine, die Magnete in Füßen und Händen hat, so dass man sie an eine Metallfläche anhaften kann, auch mit einem Metallsockel, auf der sie stehen kann. 

Frau oder Magnet? Ich habe mich für die Magneten entschieden. Was sie auch haben ist eine Hand, und zwar Links und Rechts, für Leute die noch analog arbeiten und nicht auf Knopfdruck das Resultat spiegeln können. Allerdings habe ich meine anatomischen Fähigkeiten mit denen dieser Hand verglichen, und war nicht überzeugt – der Daumen war nicht überzeugend.

Auch der weibliche Körper war nicht deutlich genug verschieden um die Ausgaben für 2 Figuren zu rechtfertigen. Dass auch Kinderfiguren sinnvoll sein könnten fiel mir vor Ort erst ein, gibt es aber nicht.

Die Figuren bräuchten auch Sensoren in jedem Glied, so dass man sie in die gewünschte Form biegt, und dann ein Knöpfchen drückt, worauf sie per Bluetooth ihre Positionen an den Rechner schicken. Dort müsste ein 3D-Programm nur darauf warten, wo man dann dick/dünn, Frau/Mann, Kind/Greis wählen können müsste, die Kameraperspektive auf die Figur und die Lichtverhältnisse, und dann spuckt es ein 3-D und 2-D-SVG-Grafiken aus (na, wer gründet ein Start-UP?).

Zuvor hatte ich schon geschaut, ob bei OpenClipArt eine Figur hochgeladen wurde, die brauchbar ist, um im 2D-Modus die Lage der Gelenke zu ändern, wobei Arme, Beine und, weil nicht überzeugend dargestellt, der Kopf, rotationssymetrisch um die Vertikale in Grundposition sind, so dass sie aus allen Perspektiven rund um die Figur verwendbar sind, während Oberkörper, Unterleib, Füße und Hände je nach Blickwinkel ganz anders aussehen. Mit 3 Perspektiven käme man für Oberkörper und Unterleib aber recht weit, die man ein wenig strecken und stauchen kann, um aus Vorderansicht, Seitansicht und 45° auch eine Viertel- oder 3/4 Ansicht und Zwischenstufen erzeugen könnte.

Von oben oder unten gesehen genügen ein paar wenige, kombinierbare Elemente aber nicht. Es gab aber noch keine entsprechende Grafik, zumindest nicht unter den mir bekannten Übersetzungen ‚manequin‘ und ‚jointed doll‘. Das hat mich ziemlich überrascht.

 manikin-2

Wenn man die Flächen von den Extremitäten beginnend gruppiert, also erst die Hand mit Gelenk 1, dann diese Kombination mit Unterarm und G2, diese Gruppe wiederum mit Oberarm und G3, so dass sich bereits für sich gedrehte Teile mit dem Gesamtarm mitdrehen. Mit dem Oberkörper sind dann beide Arme plus Kopf zu drehen um G5, der Kopf aber auch solo um G4. Analog bei den Beinen.

Um aber an die inneren Gruppierungen zu kommen muss man die äußeren lösen, und danach muss man die anderen wieder neu aufbauen, wenn ich Inkscape richtig verstanden habe. Bildet man dann wieder eine Gruppe aus 2 Flächen wird der Rotationsmittelpunkt wieder am Mittelpunkt des umschließenden Rechtecks platziert und nicht im Mittelpunkt des zugehörigen Kreises/Gelenkes.

manikin-3

Fazit ist, dass man aus einer horizontalen Perspektive auf den Körper von vorne brauchbare Ergebnisse erzielen kann, und eine vorbereitete Figur Arbeit erspart. Man kann dann alle Flächen vereinen und die Gelenkecken eliminieren (Figur Mitte), und mehrfach übereinanderlagern, um verschiedene Teile, die man dann beschneidet, unterschiedlich zu färben.

Man könnte eine solche Figur natürlich in einem 3d-Grafikprogramm modellieren, als Freie-und-Open-Source-Lösung böte sich hier Blender an, dann könnte man die Perspektive noch frei wählen und die Beleuchtung. Ein weiteres Programm in der Bearbeitungskette ist jedoch immer schwierig. Hat man das eine abgeschlossen und wechselt zum anderen, und sieht dann einen Korrekturbedarf der mit dem ersten zu vollziehen ist, dann sind die bereits gemachten Schritte im zweiten meist hinfällig.

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