Kongresstage b10 u. b11

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  • Ein absolut düsterer und sehenswerter Beitrag des 31c3 ist reconstructing narratives. Überwachung, NSA, Prism, Killerdrohnen, Verschlüsselung, Journalismus usw. Klickt man unter der Überschrift oben rechts auf die rote Überschrift „Download“ hat man die Auswahl zw. HD, normalem Video und Audio, optional über Torrent, so dass man es offline in VLC sehen kann was besser kontrollierbar ist, wenn man mal pausen will, zurückspringen um 1 Minute um etwas noch mal zu hören. Wozu man HD benötigt, außer sich die Platte zuzumüllen, ist mir unklar, aber bitte.
  • Sehr schön, wenn auch nicht brandaktuell, war der Vortrag zum Xerox-Desaster mit Scannern, die beim Scannen eine Mustererkennung durchführen um das Resultat besser komprimieren zu können und dabei Zahlen in kleiner Schrift (Pt. 7), vornehmlich 6en und 8en verwechselten und das wohl über 7 Jahre. Jetzt liegen in vielen Archiven unzuverlässige Daten, und manche Daten haben die Originale gelöscht. Neben dem Finden des Bugs wird die Kommunikation mit dem Weltkonzern geschildert und das ist unterhaltsam, leicht verständlich und nicht ganz so düster. Trau keinem Scan…
  • Stallmann hielt einen Vortrag zu offener freier Software *** Überraschung! *** der nichts neues bot für die, die schonmal einen solchen gehört haben und womöglich den ein oder anderen Aufsatz von ihm kennen, aber um in ca. 1h entspannt zu erklären was die Idee dabei ist eine feine Sache.
  • Noch ein Rückblick auf die Fnord-News-Schow die ich gestern erwartungsfroh empfohlen habe: Naja. Entweder ich habe das besser in Erinnerung oder es war früher wirklich besser. Konkret an etwas festmachen kann ich es nicht – biedere Kost, vielleicht auch ein Gewöhnungseffekt.
  • Unterhaltsamer das Perlbashing für Leute, die Programmiersprachen, nicht unbedingt Perl kennen.
  • Dann folgte ich einem Beitrag über GnuPG, die freie Verschlüsselungssoftware die Snowden empfiehlt, und die auch im ersten Beitrag als eine der wenigen, ungeknackten Möglichkeiten genannt wird, neben OTR. Ich will nicht jeden langweiligen Beitrag auflisten, weil es auch mit den Links arbeitsaufwändig wird, ich manches nicht zu Ende geschaut habe, was vielleicht besser wurde, oder ich bin bzgl. des Titels nicht mehr sicher, und müsste nochmal reinschauen, um sicherzugehen, den richtigen Beitrag zu kritisieren.
    Hier sollte es um die schwierige Benutzbarkeit von GnuPG gehen, ausgehend davon, dass es nicht vorinstalliert ist. Dann nennt der Sprecher auf recht schleppende Weise Papers über Designprinzipien für Usability, geht aber auf fast nichts näher ein. Er zeigt nicht, wie das Programm funktioniert und was man besser machen müsste, wie es konkret schlecht gemacht wurde, sondern verharrt auf einer langweiligen, abstrakten Ebene die für alle Programme gültig ist. Es ist aber auch nicht anspruchsvoll und verdichtet sondern einfach nur fleischlos und überflüssig und wenig inspiriert vorgetragen, obwohl er eigentlich interessante Details zu melden hat, wie von Tests, bei denen Probanden es nicht schafften in 90 Minuten eine Mail zu verschlüsseln.
  • Noch schlimmer war der Vortrag eines Ich-weiß-nicht-was. Er wollte wohl eine Selbstkritiklawine lostreten und hatte auch ein griffiges Bild zur Hand: Der Programmierer/Hacker als Rockstar vs. Held. Helden wären Snowden und Co., aber in der Community gäbe es zu viele Rockstars, die Hotelzimmer verwüsten, bildlich gesprochen, und er identifizierte das mit der Rolle weißer, unierfahrener Mittelschichtmänner mit zu viel Bartwuchs.
    Von den wenigen Fällen prominenter Programmierer, die zum Ranten neigen (Thorvalds, …?) verallgemeinerte er m.E. unzulässig auf die Gesamtheit die ich durchaus viel kooperativer erlebe als er dargestellt hat. Dass es das Verhalten dieser Männer sei, welches etwa Türken, Farbige, Frauen davon abhalte sich in dieser zu engagieren nahm er offenbar als gegeben an. Er erhielt etwas mehr als Höflichkeitsapplaus aber hätte m.E. von der Bühne getrieben gehört. Er sprach ungeheuer langsam und schleppend und das Niveau der Auseinandersetzung mit seinem Thema war erbärmlich. Es könnte mir ja leidtun, genau in das rüpelhafte Verhalten zu verfallen, welches er kritisiert, aber rüpelhaftes Verhalten hat gegenüber diplomatischen Nettigkeiten nicht das Problem Zweifel an der Meinung dessen zu lassen, der sie äußert.
    Sein Fazit erschöpfte sich dann auch in einem Appell an den guten Willen der Zuhörer es in Zukunft besser zu machen.
  • Dann gab es noch 2 Vorträge, die etwas quer zum sonstigen Geschehen standen. Einer beschäftigte sich mit der Bildersprache in Medien seit es Händyfotos gibt. Die Systematik fehlte völlig – mir kam alles sehr willkürlich beobachtet vor. Dennoch waren es ganz neue Fragestellungen und da ich auch ständig Fotos verwende war ich schon interessiert was mir da erzählt wurde, und wegen der Neuheit des Themas wird es mich vielleicht länger beschäftigen als andere Beiträge, die ich leichter einsortieren kann.
  • Ein anderer war mehr eine Videovorführung, Exploit in Theater, aber künstlerischer Art, und überließ auch viel dem Zuschauer, machte seine Aussagen auf unkonventionelle Weise. Eine willkommene Abwechslung, auch wenn ich nicht mehr als einen Beitrag pro Tag dieser Art sehen möchte. Thema hier auch Verschlüsselung und Überwachung.

Der Webserver des Kongresses, ich weiß nicht, steht er unter Attacke, jedenfalls gab er mir heute selten Antwort, und jetzt ist der Mirror auch noch zur Teergrube geworden. So konnte ich nur die Links zu den Videos, zu denen ich schon/noch einen Tab offen hatte beisteuern und zu den Sachen von Tag 3, für den ich die Fahrplanseite auch offen hatte. Hoffentlich ist das bis morgen früh behoben. Also heute.

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