komet-rosetta-philaeMit Hilfe einer Mutzemandel ist es mir gelungen die Philae-Landung noch detailgetreuer in Szene zu setzen. Die Mutzemandel ist eine maßstabsgetreue Nachbildung von 67P/Churumov-Gerasimenko. Da am 11.11. die 5. Jahreszeit begann passte es terminlich ganz gut. Allerdings könnte sich von einer 2km großen Mutzemandel wahrscheinlich ganz Deutschland ein Jahr lang ernähren.

Wie prüft man das nach? Nun, ich denke mit ein paar Vereinfachungen: Eine Kugel mit 2km Durchmesser hat nach der Formel 4Π(r3)/3 ein Volumen von rd. 4 Mrd. Kubikmetern. Da 1 Kubikmeter 1000 Litern entspricht reden wir also von 4 Millionen Millionen Litern. Geteilt durch 80 Millionen Leute bleiben 1 Million Liter durch 2 Leute. Das ist also trotz aller Rundungsfehler erheblich mehr als gedacht. Bei 365 Tagen * 2 Personen sind das noch über 1000 Liter pro Person u. Tag. Da die Ausgangsform weit von einer Kugel entfernt ist vielleicht nur 200 Liter pro Person u. Tag. Etwas eintönig wäre die Ernährung, aber man könnte 200 Jahre lang ganz Deutschland von solch einer Mutzemandel ernähren, ein kleiner Kaffeesee als Ergänzung dazu gedacht. Leider verglühen aber die meisten Kometen beim Eintritt in die Erdatmosphäre und genießbar sind sie auch selten.

Mutzemandeln:

  • Mehl 500g
  • Salz Prise
  • Backpulver 2 Tl
  • Zucker 200g
  • Butter 200g
  • Mandeln 200g
  • Eier 6
  • Bittermandelaroma 5 Trp
  • (Rumaroma 1 Fl.)

Zu den Mandeln gibt es eine Familientradition, und zwar darf man keine geriebenen Mandeln, sondern muss ungeschälte Mandeln kaufen. Diese legt man in richtig heißes Wasser ein, etwa für 15 Minuten. Dann schüttet man das heiße Wasser ab und ersetzt es mit lauwarmen. Dann pitscht man die Mandeln aus der Schale raus – eine der wenigen Gelegenheiten für gewaltfreies Pitschen. Die gehäuteten Mandeln darf man dann mit schwerem Gerät (Küchenmaschine) reiben – eine Handmühle ist nicht vorgesehen. Der Rest ist ziemlich trivial: Alles verrühren (auch i.d. Küchenmaschine mit dem Rührhaken) ohne großes Beachten der Reihenfolge – das Backpulver erst mit dem Mehl u. d. Prise Salz mischen ist zur optimalen Verteilung der letzteren geboten.

Das ganze in daumengroße, mandelförmige Stückchen stechen oder schneiden. Es gibt eigene Ausstechformen dafür die dann 363 von 365 Tagen störend in der Schublade liegen – in Schaltjahren an 364 von 366 Tagen – man sollte vielleicht die Prototypen schneiden und wenn man dann Lust bekommt sowas 2x im Monat zu knabbern kann man ja die Investition in die Matrix vornehmen.

Bei 170° in kleinen Portionen von ca. 10 Stück frittieren, so dass diese im Frittierkorb nicht aneinander anliegen. Wenn sie beginnen dunkel zu werden herausheben (ca. 3 Minuten pro Portion) und auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen.

Puderzuckern und essen.

Anmerkungen:

Rumaroma hatte ich keins im Haus und machte sie ohne – das ging auch.

Puderzucker ist auch kein Muss.

Meine Aufzeichnungen besagen, dass ich einmal 800g Mehl nehmen musste um die richtige Konsistenz zu erreichen – keine Ahnung was da los war – zu große Eier?

Wenn man den Teig rechtzeitig, sprich, viele Stunden vorher macht, dann kann man ihn im Kühlschrank parken, wodurch er besser schneidbar/stechbar ist.

Offene Fragen

Im Prinzip müsste man 3 Portionen Mutzemandeln machen mit identischen Eiern, identisch alt und kalt. Ebenso die Butter. Die anderen Zutaten unterliegen seltener Schwankungen in Frische/Qualität/Zustand. Aber als Mandeln nimmt man mal fertig gemahlene (m), mal geschälte (s) und mal ungeschälte (r) – macht 3 Teige die alle gleich behandelt werden. Am besten den ganzen Teig ohne Mandeln fertig machen, durch 3 teilen, und dann die Mandeln einrühren.

Dann – wegen möglicher Unterschiede beim Frittieren in Dauer und Fetthitze – sollte man reihum die Sorten backen: m, s, r – m, s, r, – m, s, r … bis alle gebacken sind. Richtig professionell wäre der Test mit einem Frittierkorb mit 3 abgetrennten Abteilen.

Dann wird eine neutrale Person gebeten die Backwaren auf 3 Körbchen A, B, C zu verteilen und über eine Mittelsperson den Probanden zu servieren, die dann bewerten müssen, welche am besten schmecken. Dann weiß man, ob sich der Aufwand mit dem selbstmahlen und evtl. selbstschälen lohnt oder ob das ein Placeboeffekt ist.

In der Medizin (nicht so in der Alternativmedizin) gibt es solche randomisierten Doppelblindtests. In der Küche fehlen sie, und so ist es schwer zu entscheiden welche Tricks wirklich was bringen und welche nur nutzlose Gymnastik sind. Man müsste eine Art Stiftung dafür haben oder vielleicht ein Freiwilligenprojekt wie Wikipedia oder OpenStreetMap, wo man die Ergebnisse aus vielen Händen sammelt. 1x im Jahr könnte man ja den Aufwand treiben, wenn man dafür im Tausch von 100 anderen Tests profitiert.

Teils hat man es in der Küche ja auch mit guten Handlungsanweisungen aber falschen Erklärungen zu tun.

P.S.: Da ich eh mit meiner Mutter telefonierte fragte ich sie nach ihrem Rezept, meines ist aus dem Internet, irgendwo. Sie hat viel weniger feuchtes im Teig, ansonsten ähnlich:

  • 500g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 150g Zucker
  • 2-3 Eier
  • 1 EL Rum (Stroh, 80%)
  • 3 geriebene Bittermandeln
  • 150g Butter

Es ist schon lange her, dass ich zuhause Mutzemandeln gegessen habe, zuhause im Sinne von ‚bei Muttern‘. Sie waren immer vorzüglich, aber aus der Erinnerung wüsste ich jetzt nicht, welche besser waren – meine oder ihre. Das nächste Mal versuche ich aber ihr Rezept.

P.S.II: Ernsthafte Informationen zu Rosetta, Philae und 67P findet man übrigens bei Florian Freistetter in dessen Astroblog.

3 Gedanken zu „Katzen im Weltall II

  1. dorotheawagner

    Von mir gibt es 100 Gummipunkte für den Spagat, dessen es bedurfte, Mutzemandeln-Rezepte unter der Überschrift „Katzen im Weltall“ zu verbloggen.

    Antwort

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