3sat-onan-unan3sat hat auf meine gestrige Frage geantwortet, schon gleich gestern, also sehr rasch aber ohne mich ganz glücklich zu machen aber auch ohne den kleinen Skandal zu eskalieren.

Mein Brief war inhalltlich dem Blogbeitrag ähnlich und verlinkte darauf.

An die Nano-Redaktion,

In der gestrigen Sendung im ersten Beitrag heißt es in der
Abmoderation: "Wir alle, Christen und Muslime, sollten über den
islamischen Fundamentalismus diskutieren."

Da ich weder Muslim, noch Christ bin, frage ich mich, wieso ich als
Atheist und Beitragszahler ausgeschlossen werden soll von der
Diskussion? Ich meine, wir Konfessionslosen sind keine kleine
Minderheit, sondern etwa 40% der dt. Bevölkerung!

Ich habe Ihren Beitrag zwecks öffentlicher Diskussion in meinem Blog:

https://demystifikation.wordpress.com/2014/10/16/nanu-nano/

thematisiert und verlinkt, und würde mich am meisten über eine Antwort
dort freuen. Falls Sie per Email antworten bitte ich um die Erlaubnis
diese Antwort komplett veröffentlichen zu dürfen.

Mich interessiert insbesondere ob die Kirche diesen Beitrag hat
produzieren lassen, ob es viele kirchliche Beiträge gibt, und ob man
diese vielleicht kennzeichnen kann, um zu zeigen, dass es hier nicht
immer neutral zugeht.

Oder ist das so eine Art christliche Seilschaft, bei der die
Mitgliedschaft in einer der großen, christlichen Kirchen nur etwas
informell gewünschtes ist, so dass mit solchen Aussagen häufiger zu
rechnen ist?

Oder wie erklären Sie, dass nur Christen und Moslems über
Fundamentalismus reden sollen?

Vielen Dank für Ihre Antwort

Soweit mein Brief. Da in der Antwort nicht ausdrücklich gestattet wurde diesen vollständig zu zitieren zitiere ich nur Auszüge.

(...) Allerdings können wir Ihre Kritik nicht ganz nachvollziehen und weisen den Vorwurf der Beeinflussung durch die Kirche oder eine andere Organisation zurück.
Unser Moderator hat in seiner Abmoderation Folgendes gesagt: "..."

Dann kommt ein Zeuch, was er wirklich gesagt hat. Die Abmoderation auf die ich mich bezog war die, die die Beitragssprecherin im Beitrag selbst äußerte – wohl im Sprachgebrauch des Senders keine Abmoderation sondern was anderes, ein Fazit vielleicht, weswegen ich mit der kleinen Belehrung bestraft werden musste, denn sie fanden dann die Stelle die ich meinte doch:

Ihr Einverständnis vorausgesetzt, gehen wir jedoch davon aus, dass Sie sich 
mit Ihrer Kritik auf das Ende des Betrages beziehen, in dem der von Ihnen 
zitierte Satz vorkommt.

Danke, dass ist sehr großzügig.

Der Beitrag beschäftigt sich mit Muslimen in einem christlich geprägten Deutschland. D. h. hier geht es um zwei große Weltanschauungen, die in Deutschland aufeinandertreffen. Symbolisch für die Muslime auf der einen Seite und der nicht-muslimischen Menschen auf der anderen wurde hier von Muslimen und Christen gesprochen. Selbstverständlich ist jeder berechtigt und auch eingeladen, an dieser wichtigen Diskussion teilzunehmen. Doch es ist uns aus zeitlichen Gründen nicht möglich, alle gesellschaftlichen Gruppen aufzuführen. Denn dazu würden neben den Atheisten auch noch Buddhisten, Hinduisten, Juden etc. gehören, also alle religiösen und nichtreligiösen Gruppierungen unserer Gesellschaft, die sich von dem Thema angesprochen fühlen.

Das mit der christliichen Prägung, wahlweise auch christlichen Wurzeln kommt einem schon aus den Ohren heraus. Griechen und Römer, Germanen und Franken, Allemannen und Hunnen – alle fallen unter den Tisch, aber die Christen sollen uns geprägt haben. Auch die Ossis, wo teils weniger als 30% Christen leben? Aber damit will ich mich nicht aufhalten.

Symbolisch wird also von Nicht-Muslimen als Christen gesprochen.  Das ist es, was ich kritisierte, nur dass ich da kein symbolisches Sprechen am Werk sah und auch noch nicht sehe. Christen sind in keinerlei Hinsicht ein geeignetes Symbol für Atheisten – für Hindus, Buddhisten und Scientologen sicher auch nicht.

Von Moslems und Nicht-Moslems hätte man reden können ohne jemanden auszuschließen und ohne dass es merklich länger gedauert hätte – man hat also schlicht nicht dran gedacht, sprich, in der Welt derer, die den Beitrag gemacht haben, kommen Atheisten nicht vor. Auch in der Antwort ist von 2 großen Weltanschauungen die Rede: Moslems und die christlich geprägte Umwelt. Tut mir leid, aber das Christentum ist m. E. dem Islam näher als dem Atheismus. Beide glauben an eine Schöpfung, an ein jüngstes Gericht, an Himmel und Hölle, sogar an Abraham, der dessen Glaube und Gehorsam so stark war, dass er seien eigenen Sohn als Brandopfer bringen wollte.

Und die Studie erbrachte ja auch, dass hier wie da Gläubige vorhanden sind, die ihre Religion über das Grundgesetz stellen.

Interessant war aber zu hören, dass es keinen organisierten kirchlichen Einfluss auf die Sendung geben soll.

Man mag es kleinlich finden, dass ich mich wg. eines falschen Wortes so aufrege, aber ich denke, nur wenn man immer Bescheid sagt, wenn einen die Darstellung der Religion als etwas selbstverständliches gegen den Strich geht schafft man ein Bewusstsein dafür, wie oft hier von Selbstverständlichkeiten ausgegangen wird, die längst keine mehr sind.

 

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