Wachhalten der Beschneidungsdebatte

beschneidung-augenlid

Anfang Mai fand ein Symposium zur genitalen Autonomie statt. Jetzt bin ich im Netz beim AMB über die Videos der Beiträge gestolpert.

Die 11 Videos mit einer Spielllänge von 2 bis 47 Minuten behandeln verschiedene Aspekte der Jungenbeschneidung: Medizinische Indikationen undn behauptete med. Indikationen, Komplikationen, die Rechtslage, die Diskussion im anderen Ländern, Funktion der Vorhaut und so weiter. 

In einem wichtigen Punkt bin ich überrascht und belehrt worden, ohne ihn richtig verstanden zu haben. In Video 6 erklärt Dr. Christoph Kupferschmid, dass weit mehr Deutsche Kinder ohne Migrationshintergrund, ohne religiöse Indikation und ohne medizinische beschnitten werden als türkische bzw. moslemische Jungen – rund 10x so viele, Etwa 3000 Beschneidungen betreffen letztere, 30.000 Deutsche Kinder ohne moslemischen oder jüdischen Background; jüdische Söhne etwa 100 pro Jahr. Allerdings lässt er geheimnisvoller Weise ohne den Gestus des Geheimnisses zu verbreiten offen, was denn jetzt die Motive dieser Beschneidungen sind.

Denkbar wäre eine Beschneidung bei physiognomischer physiologischer Phimose, die auch von selbst heilen könnte oder mit Hilfe einer Salbe, also mit viel geringerem Eingriff. Im Kontext klingt das aber nicht so. Auch käme in Betracht, dass kosmetische Gründe ausschlaggebend sind, oder Fehlinformationen über angeblich positive Wirkungen, die vor allem in Vortrag 2 zerlegt werden. Oder die altbekannte Vermeidung bzw. Erschwernis der Selbstbefriedigung.

Hier die komplette Playlist: https://www.youtube.com/user/GenitaleAutonomie .

*Update: Blutzunahme in Bild 2, Mund auf/zu je nach Sprecher

**Update: Auf YouTube hat Marten, ein Betrachter/Leser, meine auch dort gestellte Frage gefunden und in meinem Blog dann unter dem Beitrag zur Beschneidungsdebatte kommentiert.

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2 Gedanken zu „Symposium Genitale Autonomie

  1. Marten

    Kleine Anmerkung: Statt des Begriffs „physiognomisch“ sollte es hier heißen „physiologisch“. Als „physiologisch“ werden im Klinikalltag normale, gesunde Zustände bzw. Entwicklungszustände des Körpers bezeichnet (d.h. Zustände, die der nicht-pathologischen Physiologie entsprechen). Physiognomie ist dagegen etwas ganz anderes. http://de.wikipedia.org/wiki/Physiognomie

    Antwort

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