ZynikatZynikat zum Tod von Frank Schirrmacher Der Künstler schafft oft Figuren, die ein Eigenleben entwickeln, und sich der weiteren Kontrolle des Künstlers entziehen. Verantwortlich handelnden Künstlern bleibt dann nur die Werke zu vernichten, aber wer ist schon ein verantwortlich handelnder Künstler – kennen Sie einen?

3 Gedanken zu „Zynikat zum Tod von Frank Schirrmacher

  1. dorotheawagner

    Vor ein paar Jahren habe ich – aus Zeitgründen – das Zeitunglesen ganz aufgegeben. Wenn der Tag doppelt so viele Stunden hätte, würde ich weiterhin die FAZ lesen. An der FAZ hat mit immer gefallen, daß es eigentlich keinen Unterschied zwischen Feuilleton, Sport, Politik und Wirtschaft gibt – zumindest nicht auf sprachlicher Ebene. Und ich bin davon überzeugt, daß Frank Schirrmacher auch die WM mit großem Interesse verfolgt hätte. Das war übrigens mein erster Gedanke, als ich die Todesmeldung im Radio hörte: Wie schrecklich muß es sein, am Tag des Eröffnungsspiels der WM zu sterben, auf die man sich womöglich ein Jahr lang gefreut hat? Da bleibt für Zynismus kein Raum. Ich muß aber zugeben, daß Du Recht hast, was das Eigenleben der Figuren betrifft. Minouche übrigens (deren 6. Geburtstag wir gestern gefeiert haben!) verschmäht FAZ und Schundroman gleichermaßen. Sie interessiert sich nur für das, was sich bewegt und für Knabberstangen.

    Antwort
    1. user unknown Autor

      Also auf eine WM freut man sich nicht ein Jahr, sondern 4 Jahre – auf die WM in Brasilien vielleicht sogar 6 Jahre, bzw. sobald man weiß es wird eine WM in Brasilien geben. Theoretisch könnte man sich schon heute und schon seit 2 Jahren auf die WM in Katar freuen – ich verstehe gar nicht, wieso das so wenige tun.

      Man kann allerdings auch strikt das Ende der laufenden WM abwarten bis man sich auf die neue freut. Wenn man mit dem europäischen Einheitsgekicke zufrieden ist könnte man sich auch ab der EM erst auf die nächste WM freuen. Als Nationalist könnte man diese Freude weiterhin verschieben, bis man sicher qualifiziert ist, was dann nur ein halbes Jahr Vorfreude bedeutet.

      Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Nationalismus unerfreulich ist, hier ist er.

      Der Punkt mit Schirrmacher ist, dass er im Sportteil nicht geschrieben hat (behaupte ich keck). Ich habe sein Wirken in den letzten Jahren v.a. mitbekommen, und zwar daran, dass er Autoren des CCC, des Chaos-Computer-Club viel Raum im Blatt eingeräumt hat, was zum eher konservativen Image des Blattes – auch wenn es in vielerlei Hinsicht offen, neugierig und modern ist, und widersprüchliche Meinungen zur Förderung von Debatten schon früher zugelassen hat – da ich kaum FAZ lese und etwa bei Historiker- Juristen oder Wirtschaftsdebatten nicht der verständigste Leser bin konnte es mir bei Fragen nach Überwachung und Datenschutz erst richtig bewusst werden.

      Antwort

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