kirchliches Arbeitsrecht

dieKirchePutzen

Das Grundgesetz verbietet eine Diskriminierung aufgrund des religiösen Bekenntnisses – inklusive der Abwesenheit eines solchen.

Eine Ausnahme bildet das kirchliche Arbeitsrecht. Die Religionen, die sich gerne oben auf dem moralischen Roß sehen, gar als Bringer der Menschenrechte wähnen, praktizieren ganz ungeniert eine Diskriminierung derer, die nicht in ihrem Club sind – wahrscheinlich haben sie Angst sonst gar keine Schäfchen mehr in ihren Fängen halten zu können.

Nun, dass Priester oder Bischof den Kokolores, den sie predigen, selbst glauben müssen, das kann man nachvollziehen; zumindest dass sie so tun als ob sie glauben – prüfen kann man das ja grundsätzlich nicht. Aber auch Putzfrauen, Sekretärinnen, Krankenschwestern, Hausmeister usw. sind betroffen, und nicht nur bei der Kirche direkt, sondern bei ihren ökonomischen Armen wie Diakonie und Caritas.

Da fliegt man auch schon mal, weil man wiederverheiratete, katholische Kindergärtnerin ist.

Dabei werden die Kosten dieser Unternehmen nicht von Kirche und Kirchensteuer bestritten, sondern von den Sozialkassen der öffentlichen Hand, von Krankenkassen usw. Lediglich bei Kindergärten bestreiten die Kirchen einen nennenswerten Eigenanteil von 10% – verständlich, denn es ist natürlich besonders wichtig die ganzen kirchlichen Feiertage bastelnd zu begleiten (Ostereier malen, St. Martins-Laterne bauen, Osterhasi und Nikolaus malen, Krippenspiel und heilige drei Könige. Als Kind will man da natürlich Bescheid wissen und mitmachen, und ist so schon mal drin in der religiösen Scheinrealität.

Hier ein aktueller Rechtsstreit: http://aktuell.evangelisch.de/artikel/94952/kirchlicher-arbeitgeber-darf-fuer-job-kirchenmitgliedschaft-verlangen

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3 Gedanken zu „kirchliches Arbeitsrecht

  1. Van Lure

    Aha…. aber eine nicht berücksichtigte Kopftuchträgerin (ein Zahnarzt wollte, wenn er sie einstellt, das sie das Kopftuch nicht in der Praxis trägt) klagt auf Schadensersatz und bekommt einen 5-stelligen Betrag…

    Aber ich will mich auch nicht unbedingt hinter die Konfessionslose hier im Beitrag stellen weil…
    die Leute doch eigentlich wissen wie der Hase läuft. Damit will ich sagen das sie sicher wusste (oder wissen hätte müssen) das die Kirche „so drauf ist“ das sie nur Gläubige einstellt (auf Steuern, Subventionen will ich hier garnicht eingehen, das sprengt sonst das Kommentar). Sich einfach trotzdem zu bewerben und weil nix zurückkommt klagen klingt meiner Meinung danach als hätte sie es von Anfang an darauf angelegt eine Entschädigung zu fordern.

    Viele potenzielle Arbeitgeber (mit vielen Bewerbungen) schreiben oft nicht mal mehr per Mail eine Absage. Angenommen 20 andere (christliche) Bewerberinnen werden auch nicht über die Absage informiert… auf was sollen die dann bitte klagen?

    Versteh mich nicht falsch, ich bin Atheist, aber es gibt auch immer zwei Seiten und in dem Fall wurde ja auch ausdrücklich jem. mit chr. Konfession verlangt. Ob diese Ungleichbehandlung fair ist oder nicht steht auf einem anderen Blatt.

    Antwort
    1. user unknown Autor

      Ja, das eine ist dieser konkrete Fall, bei dem es so sein kann, dass sie nur auf eine Entschädigung aus war. Wie groß der Aufwand dafür ist, wie groß die Chancen – das wäre ja dann ihr Problem.

      Und nein, dass sie es vorher wusste zählt m.E. nicht, weil wenn sich nie jemand einzuklagen versucht, dann bleibt die Diskriminierung ewig fortbestehen – wieso sollen das so viele Leute, die in diesem Bereich arbeiten wollen, hinnehmen? Von sich aus werden die Gerichte nicht tätig.

      Antwort
      1. Van Lure

        Ohne jetzt Unterstellungen machen zu wollen, aber ich denke, wenn man zb in finanzieller Not ist, nehmen manche Leute viel in Kauf.

        Aber du hast natürlich auch recht das es mal jemand versuchen muss. Vllt. mit nem anderen Ansatz als diesem. Das Ziel wäre ja nicht das sich einer nach dem anderen hineinklagt, das würde das Problem nur umgehen aber nicht lösen. Sondern die Regel die nur Christen erlaubt muss als diskriminierend anerkannt werden und dann ausgehebelt werden. Damit meine ich das es mehr als eine Einzelperson auf einen Schlag brauchen würde.

        Vielleicht hab ich auch einen etwas anderen Blickwinkel darauf weil ich aus Prinzip nicht für eine Institution arbeiten wollen würde mit der ich mich so überhaupt nicht identifizieren kann.
        Mir ist schon klar das nicht jeder einen Job abbekommen kann den er mag aber das Beispiel von Christen und Atheisten finde ich schon einen krassen Gegensatz.

        Antwort

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