Hautfarbpalette

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In Berlin plant man aus der Verfassung die Rasse als Begriff zu streichen, weil es keine Menschenrassen gibt.

Da das immer wieder zu Irritationen führt, und ich es leid bin, das anderen zu erklären, will ich es hier ein für alle Male abhandeln und bei Bedarf darauf verweisen.

Kurz zusammengefasst lautet die Behauptung, dass es Menschenrassen, egal wie man das nun mal nennen wolle, gibt und dass man daher auch einen Begriff braucht.

Dazu will ich 5 Punkte anmerken:

  1. Die Rassendefinition und die menschliche Population.
  2. Der faktische Gebrauch von Differenzierung
  3. Was man sieht und was man nicht sieht
  4. Polizeiliche Ermittlungen
  5. Differnzierung braucht man nur, wenn man Gebrauch davon macht

Und los:

  • Die Rassendefinition und die menschliche Population.

Von Rassen redet man, wenn man eine Population hat, die sich stabil räumlich von verwandten Gruppen absondert und über mehrere Generationen nicht mischt. Der Hunsrückbewohner vor dem Einfall der Römer mag so eine Population gewesen sein. Mit den Besatzern aus Rom war Schluss mit dem Schmoren im eigenen Saft, dann war Völkerwanderung, Auto, Flugzeug und Touristen – die Rasse des Hunsrückers und alle anderen Rassen sind Geschichte. Nur ein strenger Rassismus, also die Verhinderung der Vermischung hätte dies verhindern können aber nun ist es natürlich zu spät, und das gilt für alle Regionen weltweit – von 1-2 Amazonasvölkern abgesehen, die tatsächlich noch von jedem Kontakt mit anderen Zivilisationen abgeschnitten leben.

  • Der faktische Gebrauch von Differenzierung

Die US-Einwanderungsbehörde hat ein Formular, da werden 4 Rassen unterschieden: Afroamerikaner, Hispanics, Asiaten und Kaukasier. Falls Sie sich jetzt selbst suchen gehen gehören sie wohl zur Gruppe der Kaukasier, alias Bleichgesichter, Langnasen, Kartoffeln und was der Liebenswürdigkeiten mehr sind. Der Begriff geht auf einen Forscher vor ca. 100 Jahren zurück und ist wissenschaftlich passe, aber das hindert die US-Behörde nicht ihn zu verwenden – in den  USA ist er auch ziemlich bekannt. Es gibt aber keine kaukasische Rasse. Wenn man absieht davon, dass sich die Menschen munter und unrassistisch weltweit mischen und tut, als gäbe es regionale Separation, dann wäre zwischen einem Nordiren und einem Portugiesen genauso zu unterscheiden wie zwischen einem Portugiesen und einem Marokkaner, einem Spanier und Dänen, einem Ungarn und einem Äthiopier und einem Athiopier und einem Marokkaner. Mit 4 Rassen kommt man keinesfalls aus, auch wenn die ohnehin fragwürdige Unterscheidung natürlich nicht entlang von Nationalstaatsgrenzen läuft.

  • Was man sieht und was man nicht sieht

Schauen Sie sich die 5000 m der Herren bei Olympia an, oder die 4×400 m der Damen. Da haben sie sehr viele dunkelhäutige Menschen am Start, nichts davon richtig schwarz, aber sie sehen viele Dunkelbrauntöne in der Nähe von Mattschwarz, von Glänzendschwarz, von Weder-Noch und in verschiedenen Helligkeits- und Brauntönen, und oft ähnliche Töne bei gleichen Farben des Trikots, welches alle Läufer einer Nation teilen. Wieso sollte man eine Unterscheidung auf 2 Farben vornehmen, Schwarz und Weiß, oder auf 4? Wieso nicht auf 20 Töne? Auf 200? Wo sollte die Grenze zu einem sogenannten Weiß liegen? Sind Sie mehr zarthellbraun oder schweinchenrosa, weiß oder cremefarben? Dann wird noch gerne erwähnt, dass schwarze Menschen dickere Lippen hätten und krauses, schwarzes Haar, aber schon schwarzes Haar ist nichts, was auf Afrikaner beschränkt ist. Krauses Haar auch nicht. Von 1000 möglichen körperlichen Merkmalen nimmt man 3, und diese Auswahl ist ziemlich willkürlich. Für die vielen asiatischen Menschen sieht es genauso aus. Tja – viele Südostasiaten haben eine Laktoseintoleranz, aber nicht alle. Wem hilft es zu wissen, ob jemand Asiate oder Afrikaner ist? Dem Vermieter, der nur an Weiße vermieten will – sonst braucht die Unterscheidung niemand.

Und schauen Sie sich den ersten schwarzen Präsidenten der USA an. Der ist zur Hälfte weiß. Haben Sie das auch nicht gleich gesehen? Was kann man also eigentlich sehen?

  • Polizeiliche Ermittlungen

Bei der Fahndung der Polizei mag es hilfreich sein, die Hautfarbe als Unterscheidungskriterium zu verwenden. Das ist leichter festzustellen als die Augenfarbe.

  • Differenzierung braucht man nur, wenn man Gebrauch davon macht

Wenn man glaubt es sei wichtig, dann braucht man ein Wort für die Hautfarbe. Ist das jetzt der erste Präsident der nicht ganz überwiegend weiß ist? Was war der erste US-Präsident mit blauen Augen? Der erste rothaarige Präsident? Wofür ist das interessant? Bei der Hautfarbe doch nur als Indikator dafür, wie stark und verbreitet Rassismus ist. Wenn ich in einem Orchester spiele und einer der Geiger hat braune Haare, dann werde ich kaum jemals dessen Haarfarbe thematisieren, außer es geht tatsächlich um Haarfarben.

Die Berliner Verfassungsfrage sehe ich aber durch die Verschiebung von „wegen ihrer Rasse“ durch „aus rassistischen Gründen“ nicht nachhaltig gelöst. Der Wortstamm ist ja der gleiche, und praktisch ging es den Rassisten ja nicht darum aus einer wenn auch falschen wissenschaftlichen Theorie über Rassen eine Konsequenz zu ziehen. Es gab Ängste und Fremdenfeindlichkeit, und die Wissenschaftler dieser Zeit waren von der Xenophobie auch betroffen und lehnten ihre Forschung teilweise an das an, was sie denken wollten oder was sich verkaufen ließ.

Ich selbst habe keine knackige, bessere Formulierung anzubieten. Vielleicht könnte man „äußerliche Merkmale/Aussehen“ nehmen?

Für Vorschläge bin ich offen. Und wenn Sie meinen, es gäbe Rassen, dann erklären Sie bitte was Sie darunter verstehen und beantworten Sie mir die Fragen: Wieviele Rassen gibt es zur Zeit auf der Welt? Zu welcher Rasse zählen Sie sich? In welchen Situationen spielt die Rasse eine Rolle – außer in der Biologie/Zoologie bzw. Gelegenheiten, bei denen man den Begriff Rasse definiert, wie hier. Ist die Hautfarbe der Schlüssel und in welcher Zeile/Spalte der oberen Palette finden Sie sich wieder?

Aktualisierungen

  1. Körper zugefügt, Hintergrund zartblau, Logo

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