– Logikhuber –
Logikhuber

Logikhilfe für Hr. Huber
Hr. Wolfgang Huber hat lt. Wikipedia Theologie studiert, wurde in Evangelischer Theologie promoviert und habilitierte sich in Systematischer Theologie – was immer das sein mag. Man würde also denken, dass der Prof. Dr. Huber auch ein wenig Logik – womöglich aber mehr Rhetorik, in sich hineingehubert hat – ein schlaues Kerlchen sollte er sein, aber da die ev. Bischöfe, und ein solcher ist er, nicht so lustige Kostüme tragen wie ihre katholischen Cousins, fehlen natürlich äußere Warnsignale – er könnte auch ein Versicherungsvertreter oder ein seriöser Gebrauchtwagenhändler mittlerer Größe sein.

Der Satz, mit dem er es in diesen Blog geschafft hat, lautete, lt pro-medienmagazin: „Wie ein Mensch nicht über seine Geburt bestimmen könne, könne er auch nicht entscheiden, wann das Leben zu Ende ist.“

Das ist eine beachtliche Leistung, gedanklich.
Für Herrn Huber.
Scheint es.
Wieso sonst lässt er uns daran teilhaben?

Man könnte analog sagen: So wie der Pinguin nicht fliegen kann, sollte auch keine Boden-Boden-Rakete fliegen. Vorne haben wir eine naturgesetzliche Tatsache und hinten haben wir eine Verhaltensnorm.

Das dumme an dem Satz ist nur das „wie“, denn das eine ist ja gerade nicht wie das andere. Man kann faktisch nicht bestimmen, dass man auf die Welt kommen und leben will, man könnte nicht gefragt werden, geschweige antworten.

In der Debatte um die Möglichkeit selbstbestimmt aus dem Leben zu scheiden geht es dagegen nicht um naturgesetzlich notwendiges, sondern um Gesetze die wir Menschen uns selbst geben. Ob wir uns dabei auf einen Gott oder mehrere berufen oder nicht – welches Buch wir dazu als deren angebliche Botschaft betrachten, um ihren Willen da herauszudeuten – die Frage nach der Geburt, ob wir die selbstbestimmt und freiwillig durchleben, das ist jedenfalls eine gewagte Form, der Götter Willen zu erkunden.

Wenn es wäre wie bei der Geburt, dann könnten wir gar nicht auf eigenen Wunsch aus dem Leben scheiden, und dann wäre die ganze Diskussion darum nicht nötig. Es ist gerade nicht wie bei der Geburt.

Man könnte auch sagen „Wie man ein Buch nicht aus der Hand legen darf, bevor man es ausgelesen hat, so darf man auch das eigene Leben nicht vorzeitig beenden.“ Hier hat man allerdings eine Lüge an den Beginn der Argumentation gesetzt, aber vielleicht fällt es den Gläubigen ja nicht auf.

Vielleicht könnte man sich so durchhubern.

Argument 2 ist, dass es ein Geschenk sei, das Leben – nicht von unseren Eltern geschenkt, sondern von Gott.

Und wenn es ein Geschenk Gottes wäre – wenn mir jemand eine Reise nach Italien schenkt, und es gefällt mir da nicht – muss ich dann dort bleiben? Aus Höflichkeit, dem Schenker gegenüber?

Wer mir die Reise schenkt, um mir was Gutes zu tun, der wird doch befürworten, dass ich, wenn es sich als Flopp erweist, den Genuss des Geschenkes abbreche, und mich nicht weiter mit etwas quäle, um den Anschein zu wahren! Er sieht sich wirklich in einem Verhältnis zu seinem allwissenden Gott, in dem man die Fassade wahrt, um Gott nicht zu kompromittieren?

Das, Herr Prof. Dr. Huber verrät so manches über Ihren Glauben was sie lieber für sich hätten behalten sollen – schon allein um die Form zu wahren!

Mein lieber Herr Gesangverein.

Als Beispiel nennt er dann Zwergenwerfen, wo man Menschen auch nicht gestatte etwas zu tun, was ihre Würde verletzt. Nur ist – wie immer man zu Zwergenwerfen stehen mag, sehr strittig, ob ein Weiterleben immer die würdigere Alternative ist zum Sterben, ob nicht der Tod würdiger sein kann.

Solch einen Klamauk überhaupt in die Diskussion einzubringen zeigt auch, was er von der Würde der Diskussionspartner hält. Ich traue eigentlich jedem Kleinwüchsigen zu, selbst zu entscheiden, ob er geworfen werden will oder nicht, ob er seine Würde davon verletzt sieht oder nicht. Würde das Arbeitsamt jemanden zwingen wollen, eine solche Anstellung zwergenseitig oder als Werfer anzunehmen – da würde ich durchaus protestieren. Aber die Betroffenen, sollen es frei entscheiden – das hat mehr Würde, als die Wahrheit aus einer angestaubten Anekdotensammlung herauszulesen.

Und zurückkommend auf die Ausgangsfrage – da möchte man schon wissen: Ist es die Unfähigkeit sich ohne Anleitung des eigenen Geistes zu bedienen, die zu dem dümmlichen Schluss geführt hat, das Ende des Lebens sei nach dem Vorbild des Anfangs auszurichten, oder ist es nur ein rhetorischer Kniff, den er anwendet?

Gegen letzteres spricht, dass er, wenn er einen besseren Grund hätte, diesen ja nennen könnte. Er scheint selbst zu glauben was er das verbreitet.

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