– iPope – ipope(c) cc-by-sa-nc 2013

Ich würde ja gerne immer Witze mit Tiefgang machen, aber 3/4 des Zeugs, das mir so einfällt, ist doch mehr oberflächlicher Klamauk. Billige Kalauer und das grafische Äquivalent solcher.

Wo wäre denn hier, bei dieser Gestaltung der Witz? Dass Apple ihre Produkte in eine Aura des Heiligen zu tauchen versucht, sich mit dem unschuldigen Weiß kleidend, ganz wie der Papst. Nun – wieso ein toter Papst? Nun, tote Päpste haben etwas kleidsames, während so ein lebendiger Papst bißchen zapplig wäre. Auch drängt das kabelige der iDevices zum Strick – rein grafisch. Die Fragen wären jetzt: Macht so ein Papst Musik, kann er MP3 oder nur Mt4? Ein Display hat er eher nicht. Kann man den Akku wechseln?

Rein praktisch sollte sich die RKKirche mal überlegen, ob sie nicht die alten Gebeine bekannter Päpste, ausbuddelt, zermahlt und in großen Wassertanks verrührt. Dann den Papst schnell heilig sprechen, und das Wasser tropfenweise in mobile, tragbare Reliquiendevices steckt. Diese gestaltet wie der jeweilige Papst, so dass der ambitioniert Gläubige Hl.-Vaterfiguren sammeln kann wie die Panninisammelbilder, was auch sprudelnde Einnahmen generieren könnte.

Als Variante vom simplen Reliquienpope könnte es den Smartpope geben, bei dem man hinten auf einen Knopf drückt (oder man schlägt ein Kreuz auf der Figur, vielleicht auch dass man eine entsprechende Wischbewegung macht, und dann sagt die Figur urbi et orbi (Hier und an den Geräten) oder hallelujah (supi), vielleicht auch Amen (Ende) oder alea jacta est (der Würfel ist gefallen) – etwas lateinisches oder klerikales halt. „Ich verfluche Dich und Deine Sippe bis ins 7. Glied“ wäre zur Abwechslung auch ganz gut – selbst der aufrichtig Gläubige will nicht eintönig mit salbungsvollem Gleichmut eingelullt sein, und das Erhebende wirkt natürlich umso eindrücklicher, wenn es zwischenzeitlich auch mal zum Dies irae (Zorn Gottes) kommt.

Auch möglich wäre die Implementierung als tragbarer Reisesalzstreuer – auch hier wg. des Salz. Religiöses Motto: Ihr seid das Salz der Erde. Oder als tragbares Radio mit nur einem Sender: Radio Vatikan. Sonst machen die Kopfhörer ja wenig Sinn. Salzstreuer mit Kopfhörer – vielleicht, damit man dem Salz beim Wachsen zuhören kann?

Ein Link zu La Nona Ora von Maurizio Cattelan darf hier natürlich nicht fehlen.

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11 Gedanken zu „iPope

    1. user unknown Autor

      iMam? Wenn die Katholiken Frauen zum Priesteramt zulassen? Das könnte noch etwas dauern. Du wirst ja nicht Frau Merkel, auch wenn sie in Teilen des Volksmundes als Mutti verspottet wird, meinen.

      Ich finde nicht viel Muttihaftes an ihr, weswegen ich mich diesem Gefoppe nicht gerne anschließen möchte, aber die Leute haben natürlich unterschiedliche Muttis.

      Als Schoßhündin Obamas hat es Frau Merkel schon in diesen Blog geschafft, und die SVG-Grafik ihres Profils ist auch beliebter Download bei openclipart.org . Ansonsten sind beliebte, weibliche Spottziele, sollte es um Gendergerechtes Ätzen gehen, Frau Exbischöfin (na, Name entfallen!) von der Phätonianersekte, Miss Todesengel von Kalkutta Teresa und die kl. Serie zur Klosterfrau Medusengeist. Eine strenge Quotenerfüllung strebe ich aber nicht an.

      Antwort
        1. user unknown Autor

          iMahm – ja, jjetzt klingelt es. Mit iPad, iPod, iPhone und jetzt iPope waren es aber immer Pehs, die dem i folgten, Einerseits. Andererseits ist das weiß bei Muslimen …. – ja doch, weißer Turban, weißer Umhang … – nur: Wieso sollte ich Deine Ideen zeichnen? Selbermachen ist das Gebot d. Stunde.

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      1. Dirk

        Du verstehst nicht, was an der Mutter „mutterhaft“ ist? Dann hast du wohl Bildungslücken bezüglich mafiösem Unterfangen. Der Film „Der Pate“ (the godfather) sollte dir einen netten und amüsanten Einstieg geben, was ein Familie, ein Vater und eine Mutter bedeuten kann. Man darf sich nicht auf biologische Vorgänge beschränken, sondern man sollte sich mehr mit Interpretationen und Metaphern beschäftigen.

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    2. Dirk

      Übrigens muss man Blogs nicht moderieren. Man sollte nur diffamierende oder sonstige juristisch nicht legale Kommentare modifizieren oder entfernen, wenn man davon Kenntnis bekommt und man die Möglichkeit dazu hat.

      Antwort
      1. user unknown Autor

        Bei neuen Kommentatoren werden die Kommentare von WordPress erstmal auf Eis gelegt. Das ist insofern nicht schlecht, als manchmal Spam durchschlüpft.

        Gibt man den Kommentar frei, werden fortan folgende Kommentare auch freigeschaltet. Kein so schlechtes System, finde ich, solange die Anzahl so überschaubar ist wie bei mir.

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        1. dorotheawagner

          Nee, nee, man kann selbst entscheiden, ob man einen einzelnen Kommentar freigibt oder gleich den ganzen Autor. Ist der Autor erstmal freigeschaltet, erscheinen alle seine folgenden Kommentare automatisch. Wie man ihn wieder sperren kann, weiß ich auch nicht.

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      2. dorotheawagner

        Ich hatte von einem fremden Rechner aus geschrieben und war nicht bei WordPress eingeloggt. Meine Bitte resultierte aus dem Wunsch, das Auftauchen dieses albernen und häßlichen Herzchens bei meinem Namen zu vermeiden, wo ich doch so ein schönes Logo habe.

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  1. Dorothea Wagner

    Du kannst den Kommentar (so wie diesen) auch unmoderiert lassen, dann kommentiere ich heute abend über mein WordPress-Konto. NB: „Dies irae“ heißt „Tag des Zornes“, nicht „Zorn Gottes“. Und „alea iacta est“ ist Neutrum Plural: Die Würfel sind gefallen.

    Antwort
    1. user unknown Autor

      Bei Asterix gab es „alea iacta est“ als „der Würfel ist gefallen“ und „alea iacta sunt“ als „die Würfel sind gefallen“. Worauf ist noch Verlaß? – est und sunt klang so plausibel – wo ist die Mehrzahl versteckt – im „alea“? Es gibt ja auch „Alea vera“, so ein Heilmittel aus einer Sukkulente (oder heißen die Sukkulelen?).

      Wie dem auch sei – das Dies irae mag auch wörtlich übersetzt „Tag des Zorns“ heißen, ich denke mir sowas aber natürlich nicht aus – womöglich habe ich es aus einem Gesangsbuch, wo man aus Reimgründen die Wortreihenfolge umgestellt hat. Im dies irae ist jedenfalls vom Zorn die Rede, und von wessen Zorn? Vom Zorn Gottes. Jüngstes Gericht – er wirft die Gläubigen, die es nicht ganz geschafft haben, in die Hölle. Und die Ungläubigen. Sünder und Wenigbeter. Das weiß man, obwohl man andererseits weiß, dass man nichts weiß und Gottes Wille unergründlich ist, und ganz außerhalb menschlicher Denkfähigkeiten irgendwo angesiedelt ist.

      Was natürlich Quatsch ist, denn wer wäre in der Lage zu beurteilen, ob ein Satz, den man nicht versteht purer Humbug ist, oder so klug, dass ihn keiner versteht? Wer ist der Zeuge für die unendliche Weisheit? Kann es gar nicht geben. Und es hat auch niemand was von Gedanken, die man nicht nachvollziehen kann.

      Egal. In diesem weltbekannten Aufsatz zu Mozarts Missa pro defunctis (Messe für die Disfunktionalen) http://www.martin-loewenstein.de/unveroef/mozart-requiem1-dies_irae.htm wird Gottes Rolle im dies irae bestätigt, auch wenn die wörtliche Übersetzung zweifellos „Tag des Zornes“ lautet.

      Aus ihren Riten hat die Kirche das wohl kürzlich gestrichen, weil es nicht ins aktuelle Marketingkonzept mehr passt.

      Antwort

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