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kürbisfreie Halloweenfratze (Brillenfragment auf Melone)

Ökumene auf dem Kinderrücken – so kann man wohl die harmonische EInfalt und Eintracht bezeichnen, die hier einen katholischen Bischof zeigt, der um Allerhand und Allerwenigstens fürchtet sowie um Exbischöfin von und zu Hannoveen Käß- wie Wurstmann, welche mahnend den Zeigefinger hebt, aber nicht mit erhobenem Zeigefinger dastehen will – wohl weil das von nachlassender Popularität ist, und Popidol wäre sie nun mal gerne, die gute Fee Margot.

Was ist eigentlich deren Problem?

Kindern tue man nichts Gutes mit der Scheinwelt aus „Geistern, Monstern, Hexen und Vampiren ohne Christus“. Der Blick sei auf die christlichen Feste Allerheiligen und Allerseelen zu lenken, die von der realen Welt künden.

So klingt es aus der r.k. Realwelt. Ja, die r.k. Kirche wacht eifersüchtig über Hexen, Monster, Geister und Dämonen – das ist ihr ureigenstes Metier, und soll man ihr nicht streitig machen. Sind denn die Priester und Bischöfe zum Fürchten genug für die Kleinen? Hat man ihnen nicht ausgiebig genug mit den Höllenqualen gedroht? Früher konnte man sie zumindest an St. Ruprecht und Niklaus noch ordentlich durchmöbeln, die ungezogenen Balgen!

Und an Halloween lernen sie selbst wie man Masken und Fetische produziert, wie man selbst Angst erzeugt. Käßmann:

Da sind am 31. Oktober die Kinder in Grusel-Kostümen unterwegs. Das kann ich nicht ernst nehmen

Beschwert sie sich, dass die Kostüme zu harmlos sind, um sie das Gruseln zu lehren? Tja – kostümiert sind bei den Christen ja zuerst mal die Priester und Bischöfe. Wenn jetzt jeder Wicht lernt, dass das auch nur Klamotten sind mit anderen Farben und anderen Schnitten. Der ganze Zauber geht verloren.

Es ging darum, irgendwo im Kalender zwischen den Sommer-Grillpartys und dem 1. Advent noch ein Verkaufs-Event mit allem möglichen Schnickschnack zu etablieren. (M.K.)

Ja, die frivolen, lustvollen Sommergrillparties der evangelischen Kirche, auf Malle und am Anbaggersee. Ha, ha, Halloween! :)

Der frohen Botschafterin von Konsumverzicht und Leiden, von masochistischer Einkehr und öder Lustfeindlichkeit geht es gegen den Konsum an sich. Ginge es nach ihr wäre nämlich mit Halloween nicht Schluss, sondern danach ginge es den Grillfesten ans Fleisch. Die diesseitige Freude selbst ist das Übel, statt Jesus Christus zu folgen und das Kreuz auf sich zu nehmen.

Süßes und Saures – das fehlte noch!

Die moderne, aufgeklärte und säkulare Kritik an Halloween ist, dass immer noch die kaum schmackhaften Kürbisse landauf, landab verwendet werden, statt die menschengemachte Globalisierung mit süßen Melonen zu feiern, dem Kürbis der Feinschmecker.

Halloween sei eine Mischung aus Heidentum und Kommerz, die in beiden Komponenten gleichermaßen abzulehnen ist.

Das ist quasi das gleiche von katholischer Seite. Wieso genau ist Kommerz eigentlich abzulehnen? Wo kauft denn Herr Bischof seine Autos? Seinen Kaffee und Tee – baut der den selbst an, oder lebt er von Spenden? Kommerz kann man als sehr effiziente Form des Tauschens ansehen; dank Sozialstaat mit einer sehr humanen Komponente. Über die Mehrwertsteuer werden Lehrer, Sozialfälle und Bischöfe bezahlt.

Der Blick sei auf die christlichen Feste Allerheiligen und Allerseelen zu lenken, die von der realen Welt künden. (…)

Was ein Bischof sich so unter der realen Welt vorstellt:

Das Hochfest Allerheiligen ist ein Fest (…) aller Brüder und Schwestern, die in der Geschichte Aufnahme in den Himmel gefunden haben, (…). (…) Allerseelen (…) ruft in Erinnerung, dass mit dem Tod nicht alles aus ist, sondern es ein Leben nach dem Tod gibt.

Soviel zur realen Welt, nicht wahr?

Die Ausbreitung dieses heidnischen Spektakels sei (…) eine zu leichte Hingabe an berauschender Weltflucht in eine Scheinwelt (…)

Großartig, oder? Halloween ist eine Weltflucht in eine Scheinwelt, aber die glückseelige Freude der Toten im Himmel, das ewige Leben nach dem Tod, das ist das Reale! Da radle ich doch lieber zu Real, und kaufe eine kommerzielle Packung fruchtgummiger Dämonen und Hexen, klebriger Kobolde und saurer Vampire, knöchrige, mahnende Zeigefinger von Katjes und einen aufblasbaren Angstbischof von Eltz zu 9,99€. Frau Käßmannkostüme sind schon aus, habe ich gehört. Vielleicht noch im Reformhaus?

Dankbar darf man dem Bischof dennoch sein, denn so eng zueinander bringen die Prediger Geister, Monster, Hexen, Vampire und Christus selten, denn genau in diese Gruppe gehört er nun mal hin.

Frau Käßmann war übrigens bereits früher schon Zielscheibe meines Spotts in diesem Blog.

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