Was bist Du für ein Sternzeichen?

Krokodil – ist eine meiner 2 Lieblingsantworten. Die andere: Presslufthammer.

Ja.

Nun.

Krokodil mit Python beim Frühstück

Krokodil mit Python beim Frühstück

Also wieso nicht? Haben Sie mal den Nachthimmel abgesucht nach Jungfrau, Widder, Steinbock und Fischen? Haben Sie schonmal im Zoo einen großen Bären gesehen und gedacht: „Hey, ein großer Wagen!“ Oder umgekehrt auf der Autobahn?

Nein? Aber als kleines Kind, wenn man, nachdem man schon oft von Sternzeichen gehört hat, und dann eine Sternhimmelskarte sieht, wo die Sternbilder eingemalt sind – hat da jemand schonmal die Zwillinge erkannt? Oder das übrige Getier? Mit Stier, Widder und Steinbock sind die Horntiere ja etwas überrepräsentiert, ebenso mit Krebs und Skorpion die Schalentiere. Da kann man daher am besten unauffällig etwas dazuschmuggeln, etwa Bergziege, Gnu und Languste, das fällt weniger auf als Krokodil oder Presslufthammer. Mit Waage gibt es ja nur ein Artefakt am Himmel – Presslufthammer ist hier eigentlich sehr von Nöten und würde auch eine allfällige Modernisierung gut einleiten.

Pflanzen fehlen seltsamerweise völlig – wie wäre es mit Dornbusch, Affenbrotbaum oder Korkeiche? Antik-Mediterran wären auch Leier und Eule. Zu der seltsamen Figurengruppe: Jungfrau, Zwillinge, Wassermann und Schütze ließe sich vielleicht Landser, Centaur, Centurion und Druide addieren. Seien Sie kreativ!

Denn die Sternzeichenmanie ist dem Wesen nach dem Rassismus in manchen Punkten ähnlich. Man bekommt für Merkmale, für die man nichts kann, ein Bündel angeblicher Charaktereigenschaften übergeholfen und soll diese auch nicht loswerden können.

Wäre es so, dass man in der Antike empirisch erforscht hätte, dass Krebse nun mal so und so sind – man hätte hunderte und tausende untersucht und Gemeinsamkeiten gefunden, oder vielleicht nur 3-4 Prominente, Feldherren, Cäsaren, Philosophen und Künstler, nun, durch die Präzession der Erde hat sich leider das Geschehen am Firmament um 30° – das ist ein zwölftel des Kreises, eo ipso ein Monat, verschoben – haha. Es gab aber nie eine Zäsur und Umdefinition, was denn nun wen ausmacht. Schlimmer noch hat Papst Gregor dazwischengefunkt, und den Gregorianischen Kalender begründet, eine Reform des vormaligen Kalenders mit verbesserter Schaltjahrsverrechnung, der aber eine einmalige Hüpferei im Kalender um 10 Tage nötig machte, die einmal übersprungen werden mussten, weil sich so viele alte Fehler aufgesammelt hatten, und man wollte eine korrekte Verortung von Tag-und-Nachtgleiche haben.

Deswegen wird übrigens das Oktoberfest im September begonnen: Das gab es schon, und damals lag der Starttermin nominell im Oktober, bis man die Korrektur durchführte. Und so kommt also noch ein Drittel Monat Sternzeichenfehler obendrauf – oder zieht man es wieder ab?

Gehopst wie gesprungen. Die Leuchtkraft der Sterne wird überstrahlt von jeder kl. Funzel die man in der Stube entzündet, zumal etwa die Hälfte der Kinder tags geboren werden, wenn man die Sterne nicht sieht. Die Anziehungskraft der Sterne kann es aber auch nicht sein, denn was sich ändert ist ja nicht die Entfernung zu diesen, sondern nur der Winkel, wo sie stehen. Die Mütter richten sich bei der Geburt aber nicht nach den Sternen oder der Himmelsrichtung aus – also was soll da wirken und wie? Ein Staubkorn am Boden hat übrigens eine gravitativ höhere Wikung auf das Kind als alle Sterne zusammen, weil es so nah dran ist.

Und die Gruppierung in 12 Abschnitte ist eben völlig willkürlich. Außerdem stehen die Sterne nicht notwendig nah beieinander. Da man die dritte Dimension nicht sieht können 2 Sterne, die diametral entgegengesetzt am Nachthimmel stehen aber beide sehr nah zur Erde sind und klein räumlich einander viel näher sein, als scheinbar benachbarte, die viel größer sind, aber x-mal weiter weg.

Vögel sind übrigens auch völlig absent im Nachhimmel – vielleicht damit man nicht sagen muss, die Eule fliegt ins Sternbild Eule. Aber neben Löwe und Stier würde ein Adler auch gut passen. Und wieso werden eigentlich so wenige im Sternzeichen des großen oder kleinen Wagen, alias Bär geboren? Da ist gewiß kurze Konfusion möglich.

Historisch gab es übrigens anfangs wirklich nur 11 Sternbilder.

Fazit: Je nach Geschmack fügt man entweder subtile Sternbilder hinzu wie Einhorn, Uhu oder Schwertfisch, oder man eskaliert fröhlich über Lohnsteuerkarte, Cola, Schaltkreis, Nachhaltigkeit und Tiermedizin. Auch Adjektive könnte man versuchen: Sternbild rot, langsam, hungrig oder kontaktfreudig.

Update: Zum Unterschied Sternzeichen und Tierkreiszeichen und manch anderer Frage hier ein anderer Blog, der etwas nüchterner an solche Fragen herangeht: kritisch gedacht

Update 2: Florian Freistetter hat ebenfalls einen interessanten Artikel zum Thema aus astronomischer Sicht, nämlich hier: Astrodicticum simplex

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6 Gedanken zu „Was bist Du für ein Sternzeichen?

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