Im Ostpark, das ist östlich vom Westpark, finden dieser Tage Umsonst & Draußen – Konzerte statt. Eine prima Sache. Vor 2, 3 Tagen, intelligenter Pop aus Deutschland, aber hören Sie selbst:
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Sie hören nix? Ja, ich glaube das gehört so, das war’s schon. :)

Nun, man konnte das Schild auch im Original schlecht lesen, aber schon bei Dämmerung läßt meine Kamera stark nach, und wenn ich’s dann noch ein wenig verwackle … – um 20:00 Uhr war jedenfalls nix intelligentes zu hören.

Aber Horst Evers war natürlich gewohnt albern-absurd und präsentierte eine mögliche Sicht auf die Dinge der Welt, etwa die Kausa Flughafen. Wie lange Radiobeiträge im Netz bleiben – ich fürchte auch bloß eine Woche.

Aber es wäre nicht ganz fair die dt. iPopmusik so ohne weiteren Kommentar abzuservieren, deswegen dazu noch 2 Worte.

Diese intelligente Popmusik war vielleicht nicht unintelligent – tatsächlich könnte ich mir vorstellen, dass etwas ähnlich Uninspiriertes dabei heraus käme, wenn ich Songtitel schreiben würde. Es ging in einem Text inhaltlich darum, welche Titel der 80er oder 90er heute in welchem illegalen Club en vogue sind und es war eine „Du hasst Boygroups und ich hasse Boygroups – oh, wir müssen ja irre cool sein“ Verbrüderung mit ca. 90% der möglichen Fans, nur leider äußerst humorarm, wenig überraschend vorgetragen – das würden einem 4 von 8 Freunden so erzählen können, und zwar die 4 die man nicht wegen ihrer Begabung dafür als Freunde hat.

Das wäre kompensierbar gewesen mit einer guten Musik, aber es war wirklich wie angekündigt Pop – was ja viel heißen kann – aber etwas spezifischeres als Pop würde mir jetzt nicht einfallen, obwohl Rock, Blues, Funk, Soul, Techno, Rap und die anderen 90 Richtungen der letzten 40 Jahre alle Pop waren. Beat, Punk, Cool, Slow, Disco – das war es alles nicht.
Maximal war es nett, aber nett im Sinne von kleiner Schwester, was ein Bonmot ist aber langfristig leider das nette Wort nett kaputt macht, denn es gibt ja weiß Gott Dinge die nett sind und nicht großartig, aber gerade in ihrer zarten, vorsichtigen Kleinheit ihren Reiz haben und nicht kleine Schwester von etwas sind, sondern vielleicht wie ein kleines Kätzchen. (Prompt kommt Minusch, das weiße Kätzchen, und legt sich auf die Tastatur. Ja, sehr nett!)

Also in dem Sinne fand ich Cäthe nicht nett, sondern im Sinne von harmlos, belanglos. Keine Melodie, kein Rythmus, keine Dissonanzen und keine Spannung – es plätscherte so dahin. Sagen wir’s offen heraus, es war ödes Geklimper und es gibt deutsche Schlager die besser sind.

Intelligenz ist ja nun auch nicht unbedingt etwas, was man in der Popmusik haben will. Seiteneffekte von Intelligenz vielleicht, und diese Seiteneffekte gab es einen Tag später mit Annamateur und Aussensaiter. Die Frau hat nicht die Figur, bei der man über die Musik hinwegsehen kann, und kompensiert es prächtig, auch wenn die Musik selbst nicht ganz meine Linie ist, aber die Texte und die Präsentation stimmten vollkommen.

Erst ein Bluesstück, dann etwas im 20er/30er-Jahre Meckie-Messer-Stil, dann etwas zwischen früher Nina Hagen und Spliff. Die Texte völlig entspannt und locker, kein aufgesetzter Jargon, und variantenreich schlüpft sie in unterschiedliche Rollen, ist erfrischend direkt aber so selbstverständlich, dass es weniger provokant wirkt als es ist. Bestens für so eine Festivalatmosphäre – sicher auch auf deutlich größeren Bühnen und das Selbstbewußtsein für Waldbühne etc. hätte sie schon, meine ich.

Und sie hat eben Witz und Gespür und springt zwischen Derbe und Verletzlich, dass man Intelligenz nicht ausschließen will. Für einen Plattenabend vielleicht nicht ganz so geeignet, und wie gesagt – musikalisch bin ich mehr auf lautes und schnelles, Richtung Rock, aus, während sie halbwegs akustisch daherkommt, wie man so sagt – als ob Elektromusik optisch wäre.

Ich habe auch schon eigene Urteile nach einem halben Jahr zurückgezogen, aber das kann ich ja immer noch machen. Ich glaube sie hat großes Potential und wäre nicht Horst Evers auch schon im Park gewesen, der ja auch schon verschiedentlich bundesweit im Fernsehen war, würde ich sagen sie war da unter Wert da, aber ich habe ja nichts dagegen, wenn wertvolles vor meiner Haustür für lau ist.

Ach so – die Texte teils Englisch, teils Deutsch. Der Untertitel vom Vortag wäre hier nicht ganz falsch gewesen.

Hm. Zum Glück habe ich mich kurz gefasst.

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