Westparkeröffnung

Gestern wurde der Westpark offiziell eröffnet, heute gab es noch ein Eröffnungsprogramm.

Bild

Beginnen wir mit diesem nicht untypischen Ausblick: Viel Grün von der Wiese, im Hintergrund Architektur und Wetter.

Wozu der Schornstein gehört und das Kugeltürmchen – keine Ahnung. Es ist aus der Parkmitte gen Ost-Südost fotografiert. Womöglich ein Gasbehälter, aber ich bin nicht vom Metier – das ist bloß so dahingeraten, weil man eine oder zwei Leitern (links) und einen Rundlauf sieht, wie bei Industrieanlagen eher üblich als bei Sakralbauten. Und die metallische Ausführung spricht auch gegen eine Kirche, für die nur die verzierte Spitze spricht.

Bild

Einige Stellen sind mit federndem Kunststoffboden belegt wie dieser Bereich vor einem Basketballkorb. Ein ganzes Feld mit zwei Körben und ordentlicher Markierung hat man nicht hingebaut – auch dort hätte man zu fünft oder dritt mit einem Korb improvisieren können. Aber wie man sieht wurde das Gerät von ersten Jugendlichen, hier, wenn ich mich recht erinnere, Türkiyemsport, schon angenommen.

Ein Fußballfeld mit Miniaturtoren gibt es auch:

Westpark Fußballfeld mit Miniaturtoren

Westpark Fußballfeld mit Miniaturtoren

Hier nochmal im Ambiente ohne störende Sportler

Westpark Fußball Struktur Linien Flächen Farbe

Westpark Fußball Struktur Linien Flächen Farbe

Für die Einzelkämpfer gibt es auch Fitnessgeräte

Fitness Stepper

Fitnessstepper

Die Geräte sind mit Anleitungen versehen, und nicht etwa nur für Kinder, sondern gerade nicht für solche:

Anleitung Fitnessgerät

Anleitung Fitnessgerät

100% gelungen ist das nicht – die Pfeile wirken nicht, als beschrieben sie eine horizontale Kreisbewegung weil die ganze Grafik nicht 3D ist. Als ob man nach vorne und hinten schwingen soll, könnte man meinen, aber die Tellerartige Standfläche macht unmissverständlich klar, dass man sich hier horizontal drehen soll, was auch mit 90kg Lebendgewicht nicht schwierig ist – oder deswegen?

Der Farbklecks auf dem Bauch der Figur, der wie ein Laptop aussieht, soll wohl die Muskeln zeigen, denen das Gerät zu Gute kommt: Magen und Darm. Die Warnhinweise verleiten zu Kommentaren über Kaffee in den USA, der heiß sein könnte – das wollen wir jetzt nicht auswalzen.  Hier die zugehörigen Gerätschaften:

Fitnessgeräte

Fitnessgeräte

Von dort aus hat man auch einen schönen Ausblick auf die U-Bahn:

U-Bahn im Westpark

U-Bahn im Westpark

Der kritische Leser mag einwerfen, es handele sich hier ja mehr um eine O-Bahn als um eine U-Bahn im irrigen Glauben, U stünde für unterirdisch. Aber in der Heimat von Beethoven und Bach, Brahms und Bruckner unterscheidet man seit je zwischen U und E, als U-Musik und E-Musik, und wer auf sich hält macht E-Musik, also ernsthafte, während U-Musik was für’s Volk ist, also für Dich und mich, wie auch die U-Bahn. Das ist eine Unterhaltungsbahn – man fährt damit aus Spaß am Fahren herum so wie in Bayern per BMW.

Ernsthafte Transporte macht man dagegen mit der E-Bahn. Um die Lage zu verwirren gibt es aber seit knapp 100 Jahren die E-Gitarre, mit der aber vorwiegend U-Musik gemacht wird. Die ernsthaftesten der U-Musiker haben sich also E-Gitarren zugelegt, während die E-Musiker mit dem D-Zug zu Herstellern von A-Gitarren fuhren – es ist verwirrend, vor allem wenn man noch B-Ware in Betracht zieht, aber dazu zwingt einen ja keiner. Man kann übrigens mit E-Gitarren C-Dur spielen und D-Moll, aber jetzt ufert es aus, wir rufen „Halt, das ist Blödsinn!“ und „kommen wir nun zu etwas völlig anderem“.

Völliger Blödsinn ist dieses Feld, wo man einfach ein paar Pseudomarkierungen angebracht hat:

Stickmusterbogen

Stickmusterbogen

Links davon sind Trampoline, die von einem nihilistischen Standpunkt aus auch sinnlos sind – man hüpft hoch und kommt doch wieder runter, nur um erneut hochzuhüpfen, aber diese Markierungen auf dem Sportfeld haben etwas Janusköpfiges. Der Belag ist ja geeignet um Fahrzeuge auszuprobieren, die man noch nicht beherrscht, um das Scheitern abzufedern. Unter dem Basketballkorb hat man dagegen auf jede Markierung verzichtet, was auch das Spielen nach improvisierten Regeln erschwert. Man würde so ein Vorgehen verstehen wenn es sich um ein potiemkinsches Dorf handelte, wenn gar kein Sport möglich wäre, sondern alles nur Mimikri. Oder wenn es Kunst wäre, reine Gestaltung. Derartig verzuzzelte Linienführungen kennt man sonst übrigens nur von Schnittmusterbögen und real existierenden Radwegen.  Es korrespondiert aber auch vielleicht mit dem Dach des Technikmuseums, das auch etwas mutwillig gestaltetes hat:

Dach des Technikmuseums

Dach des Technikmuseums

Vielleicht dient es aber einem konkreten Zweck, über die Darstellung von Technik hinaus – womöglich kann man ein Zeltdach befestigen, Werbeplakate, oder am Gerüst schwere Ausstellungsgegenstände hochheben in andere Stockwerke? Ich glaube es ist nur Show.

Und das Feld ist ein Sinnbild des modernen Lebens wo eine freie Presse wirklich frei ist, und zugleich auch wieder unfrei und einerseits nur ein Geschäft und ein Als-Ob, und dann aber doch in diesen Zwängen Nachrichten verbreiten will.

Oder Nahrungsmittel wie Tofuburger, die kein Fleisch sein wollen und dann doch wieder so tun als ob, oder Nahrungsmittel, die vor allem nicht ernähren wollen und die Kalorien aus der Nahrung verbannen. Apropos Kalorien: Das Crepes mit Banane und Nuss-Nougat-Creme war köstlich, aber mit 3,50 € auch teuer – dass wäre ja in DM schon happig.

In die Als-ob-Kategorie gehört auch der unvermeidliche, moderne Beach – fern jeden Meeres wird Sand aufgehäuft, Liegestühle aufgebaut, ein Kaffee-Bierbüdchen hingesetzt, gerne auch ein Beachvolleyballfeld – hier allerdings nicht, und der Meerlosigkeit getrotzt.

Westpark-Beach

Westpark-Beach

Grund für mein Auftauchen am Eröffnungstag war nicht der Wunsch auch mal in so einem Senatsliegestuhl zu liegen, aber einen Verantwortlichen am Schlafittchen zu schnappen zu kriegen um 2-3 Fragen loszuwerden. Frage 1 war dann gleich, ob die Liegestühle und Imbissstände über den Eröffnungstag hinaus hier verbleiben – die Antwort war wie erwartet ein doppeltes Nein.

blaue Liegestühle am Gleisdreieck

blaue Liegestühle am Gleisdreieck

Frage 2 war, ob geplant ist eine Zufahrt über die Monumentenstraße zu erlauben, was für mich persönlich bedeuten würde, dass ich nicht erst runter (vom Kreuzberg) und dann wieder hoch fahren muss, wie auch die 4spurige Yorkstraße zu queren keine reine Freunde, und Tatsache – eine Zufahrt über eine der alten, ungenutzten Brücken ist geplant. Baufertigstellung ist aber noch nicht vorhersagbar.

Frage 3 beschäftigt sich mit dem Fahrbahnbelagsangebot.

3-sorten-fahrbahn-9616Links haben wir klassischen Asphalt, rechts ebenso klassischen Beton und in der Mitte einen – tja was? – bearbeiteten Stein oder etwas derartiges. Es gibt aber kein Schild für welchen Fortbewegungsteilnehmer welcher Belag gedacht ist. Neben Fußgängern und Radlern kommen Skater und Rollerfahrer, Rollstuhlfahrer und Rollatorschieber in Betracht. Der kleine Absatz im Stein der nicht durchgängig vorhanden ist – an anderer Stelle treffen die Beläge plan aufeinander – und bei Dunkelheit leicht übersehen werden kann wird sicher den ein oder anderen Fahrradfahrer hinlegen.

Die für Parkfragen zuständige Frau von Grünberlin wusste mich aber zu belehren, dass im Ostpark, dem östlichen Gegenstück dieses Parks welches schon seit 2-3 Jahren geöffnet ist, und was ich fälschlich mit unter Westpark subsumierte, bislang keine Unfallhäufungen bekannt geworden seien. Nun ja, solange es bei leichten Blessuren bleibt, wird man so einen Sturz ja auch eher für sich behalten.

Immerhin konnte mich die Dame über vielerlei Dinge informieren, etwa dass dieser Park durch den Fernradweg Berlin-Leipzig passiert wird, und der Betonbelag soll wohl genau dieser Radweg sein. Naja – mangels Schildern werden dies nur Insider erfahren, die zuvor die Strecke virtuell bei Youtube abfahren.

Berliner Spezialitäten

Berliner Spezialitäten

Als „Berliner Spezialitäten“ Mayo, Ketchup und Senf feierlich in einem kl. Pavillon zu versammeln zeugt von einer Bescheidenheit die für Berlin nicht typisch ist – zumindest bis zur kalten Bulette hat man es doch kulinarisch gebracht. Aber dem Ausdruck „dit is schau“ bin ich gerne mal in schriftlicher Form begegnet, und mehr noch einem „uffsucht“. Dit is schau!

Wir nähern uns dem Ausflugsende. Diese Blüten erinnerten mich an Woody Allens „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber sich nie zu fragen trauten“ und der darin durch die Lande ziehenden, einzelnen Monstertitte:

monsterknospe-9621Die Blütenblätter stören den Eindruck ein wenig, regen aber an die Gestaltung von Reizwäsche noch einmal neu zu überdenken. Hier wirken die Metallgebilde leicht kitschig.

Dann habe ich noch ein Alltagsrätsel: Was bedeutet die Abkürzung Plw auf diesem Häuschen:

Plw-Gebäude

Plw-Gebäude

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s