– Per Gentest zum Baby nach Maß – 

Betreff: Wenn der Mensch zum Schöpfer wird: Per Gentest zum Baby nach Maß?

Ein einfacher Bluttest in der Schwangerschaft verspricht Auskunft darüber, ob ein Kind behindert sein wird. Ist der Test ein Fortschritt, weil er riskantere Verfahren ersetzt? Oder verstößt er gegen die Menschenwürde, weil damit unerwünschte Eigenschaften schon vor der Geburt aussortiert werden?

Auf Phoenix http://www.tacheles.tv/mitreden/mitreden-gentest-baby/index.php läuft soeben eine Wiederholung einer gesellschaftspolitischen Diskussion, wie so oft unter Teilnahme des dt. Wächterrats in Form eines Bischofs, Hr. Hein, und wie üblich aus einer Kirche. Gibt es in Deutschland keine neutralen Orte für sowas? Zahlt man da vielleicht hohe Mieten, und es ist eine versteckte Kirchensubvention über GEZ-Gebühren?

Suggestiv selbstverständlich kreationistisch auch die Fragestellung, die einen Schöpfer unterstellt.

Wie dem auch sei. Durch die Partnerwahl legen die Menschen 1000 Eigenschaften des Kindes vorab nicht fest, aber die Wahrscheinlichkeit dass das Kind den Eltern ähnlich wird muss wohl kaum erklärt werden. Frauen die große Männer zum Partner nehmen dürfen mit großen Kindern rechnen. Hat der Partner eine genetisch bedingte Missbildung, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Kinder sie auch haben werden.

Wer wirklich neutral gegenüber seinen Nachkommen und dessen potentiellen Defekten ist, der müsste entweder gleich einen Partner mit manifestem Downsyndrom wählen, oder diesen in einem blinden Lotterieverfahren wählen, so dass betroffene Partner eine gleich hohe Chance haben und Leute mit anderen Merkmalen, von Farbenblindheit bis Kleinwüchsigkeit, von Diabetesrisiko bis Fettleibigkeit, Unsportlichkeit und auffälligem Mangel an Intelligenz.

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11 Gedanken zu „Per Gentest zum Baby nach Maß

  1. dieandereperspektive

    Das wird mit der Wahl des Partners gemacht. Hier Normierungen zu setzen ist das eigentliche Verbrechen. Genauso auch daraus zu schliessen ob jemand zum Sozialschmarotzer wird, oder nicht. Dafür ist Milieu entscheidend, aus dem man kommt und auch die Chancen, die man tatsächlich hat, dem zu entkommen.
    Pränatale Forschung ist schädlich, wenn sie zum Zwecke einer Bewahrung einer Gesundheit missbraucht wird, die sich nicht an der natürlichen Selektion ausrichtet, sondern willkürlich vom Menschen definiert ist.

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    1. user unknown Autor

      Das Wort „Sozialschmarotzer“ ist grenzwertig.

      „Natürliche Selektion“ ist für das Kulturtier Mensch die falsche Strategie, oder leben Sie im Freien, ohne Dach über ‚m Kopf, ohne Heizung, ohne artifizielle Kleidung?

      Wir sind keine Jäger und Sammler mehr und eine Selektion nach natürlichen Kriterien in einer Welt voller Straßen und Städte, Felder und ökonomisch genutzter Forste ist kontraproduktiv. Die letzten Menschenaffen der Welt stehen vor der endgültigen Ausrottung gerade weil sie der Natur angepasst sind und nicht der Zivilisation wie etwa Katzen, Hühnchen und Tauben.

      Dagegen sitzt das Physikgenie Hawkins im Rollstuhl und bringt für die Menschheit, deren Natur es ja gerade war in sozialen Gruppen zu leben, Arbeitsteilung und Kultur zu entwickeln, und sich nicht der Umwelt anzupassen, sondern die Umwelt sich, 100x mehr als es ein körperlich robuster Primat könnte. Es ist eine seltsame Vorstellung, dass in 200 Jahren 100% der Menschen eine Brille brauchen könnten und auch eine bekommen, so dass viele ohne Brille hilflos wären, aber wer von uns würde denn ohne Behausung und Heizung einen dt. Winter überleben in freier Natur?

      Als wilder Robinson überleben zu können ist eine romantische Idee. Der Mensch entwickelt sich aber langsamer als jedes andere Lebewesen auf Erden. Vor der Geschlechtsreife mit 13 oder 14 müssen Kinder lernen, lernen, lernen – junge Männer erreichen das Maximum ihrer körperlichen Fähigkeiten mit vielleicht 20-30 Jahren.

      Allerdings ist körperliche Attraktivität auch in unserer Kultur von hohem Stellenwert. Dass die Menschen sich derart umzüchten, dass nurmehr Hirne in Nährlösungen schwimmen und ansonsten körperlich verkümmern ist wohl nicht so bald zu befürchten – wenn es aber soweit kommt, dann weil wir es so wollen. Dann ist genau das unsere Natur.

      Antwort
  2. dieandereperspektive

    Natürliche Selektion ist in diesem Zusammenhang so zu verstehen, dass die Natur definiert was normal und gesund ist und nicht der Mensch. Daher auch die Selektion sich danach ausrichtet und nicht von Menschenhand betrieben werden darf.
    Nach der heutigen Definition ist der Neger krank, weil er nicht weiß ist und auch eine andere Kultur und Lebenseinstellung hat, als der Europäer. Der erinzige Grund warum dies nicht so ist und nicht als Primat abgestempelt bleibt ist die Tatsache, dass es zuvor einen Apartheitskampf gab. Was nicht der Norm entspricht, jedoch körperlich völlig gesund und intakt ist, wenn auch vielleicht verändert oder nur verscheiden, darf nicht als krank bezeichnet werden. Das ist eine Verletzung der Menschenwürde. Autistische Menschen werden jedoch als krank bezeichnet und bereits in der pränatalen Forschung zum Aussortieren angeboten bzw. in Behinderteneinrichtungen kaserniert.
    Die Tasache, dass sie jedoch erst durch ihre Umwelt krank gemacht werden, wird dabei völlig ausgeblendet. Das wollte ich damit ausdrücken.

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  3. user unknown Autor

    Deine Schreibweise macht nicht ganz klar,, was ironisch gemeint ist, und wo die Ironie endet, oder der Sarkasmus. Der Mensch selektiert bereits durch die Partnerwahl – das war meine Idee zur Diskussion, die in der Diskussion selbst nicht vorkam.
    Nach ‚dürfen‘ fragt der Mensch nicht. Die meisten Katholiken wählen katholische Partner und gesunde Partner werden bevorzugt. Gesundheit ist zwar gesellschaftlich definiert, aber diese Definition dient nicht nur der Ausgrenzung – da macht man es sich auch gerne zu leicht. Eine wesentliche Unterscheidung, die der Begriff erlaubt, ist, ob die Kasse eine Behandlung bezahlt oder nicht. Drogenabhängigkeit etwa wird nicht bloß stigmatisiert – das wurde vorher schon ohne Krankheitsbegriff gemacht. Es öffnet sich für die Betroffenen auch ein Therapieangebot.

    Homosexualität oder Transsexualität wird ja von manchen Traditionalisten als behandlungswürdige Krankheit gesehen, aber von den Betroffenen in Westeuropa kaum noch. Bevormundung ist aber insgesamt i.d. Medizin auf dem Rückzug – für alles muss man sein Einverständnis erklären.

    Vielleicht kann man in 10 oder 20 Jahren Genkonstellationen finden, die stark für Atheismus prädestinieren oder für Frömmigkeit und Wunderglauben.

    Ich wollte aber nicht das ganze Thema diskutieren sondern nur drauf hinweisen, dass es billig ist einen gesunden, sportlichen, klugen und humorvollen Lebenspartner zu suchen, und anderen vorschreiben zu wollen ein krankes, dummes, eingeschränktes Kind großziehen zu sollen.

    Antwort
    1. dieandereperspektive

      Nun, da war gar nichts ironosch oder sarkastisch gemeint, sondern das ist tatsächlich der Unterschied zwischen krank sein und für krank erklärt zu werden.
      Krank sein bedeutet, dass dein Körper als Ganzes oder in Teilen nicht mehr voll funktioniert, dies jedoch nur ein vorrübergehender Zustand ist, der durch Behandlung wieder verbessert werden kann und zwar von (0 bis 100%).
      Wenn jedoch persönliche Eigenschaften oder Merkmale oder Verhaltensweisen, die durch biologische Zusammenhänge erklärbar sind (z.B. Neurologie, Anatomie, Rasse), dann ist das eine natürliche Eigenschaft, die man nicht als Krankheit bezeichnen darf. Darum ging es mir und um beim Thema zu bleiben, ist es von enormer Bedeutung, wenn diese Vorgehensweise als Grundlage in der pränatalen Forschung und Selelektion Einzug findet. Das beudeutet nämlich, dass der „normale“ Mensch von der Wissenschaft definiert und von der Medizin danach behandelt wird, bzw. abgetrieben wird, wenn er dem Ideal nicht entspricht.
      Der moralische Aspekt ist dabei der, dass die Anomalie immer feinmaschiger definiert und damit die Natur immer mehr ignoriert wird. Das wird dann z.B. dazu führen, dass der weisse Neger (Hautpigmentfehler) bereits vor der Geburt abgetrieben wird, weil er krank ist.

      Antwort
  4. user unknown Autor

    Tja, meine Sehkraft ist eingeschränkt und wird auch nicht besser, sondern mit zunehmendem Alter schlechter. Das wäre dann keine Krankheit, weil weder vorübergehend, noch therapierbar? Das erscheint mir eine ganz unpraktikable Krankheitsdefinition zu sein. Sehr viele Erkrankungen waren gestern nicht heilbar aber sind es heute. Dennoch waren es m.E. auch gestern Krankheiten.

    Menschliche Rassen gibt es gar nicht – das Konzept ist längst passe.

    Soweit ich verstanden habe steht gar nicht zur Debatte, dass die Wissenschaft oder Medizin entscheiden, wer abgetrieben wird, sondern das tun die Eltern/tut die Mutter. Die Diagnose stellt die Medizin.

    Bei Fortschritten in der Medizin halte ich es für wahrscheinlich, dass man bald Prognosen stellen kann, wie wahrscheinlich der Nachkomme mit 40 eine Brille braucht und mit 50 Diabetiker ist, mit 30 übergewichtig und allerhand weniger dramatische Erkrankungen oder solche, die später im Leben auftreten. Dann wird sich zeigen, dass bei aller Technik die Nachkommen grundsätzlich sterblich bleiben werden. Womöglich verliert man mit 100 Krankheitsrisiken dann den Überblick und muss die Frage nochmal grundsätzlich neu überdenken.

    Antwort
    1. dieandereperspektive

      Schade, dass meine Definition von 0 bis 100% offensichtlich nicht verstanden wurde, denn das schließt auch unheibare Krankheiten mit ein. Wenn die Sehkraft nachlässt, dann ist das nicht angeboren bzw, eine Variante der körperlichen Entwicklung. Sehr viele Publikationen im Fachgebiet Neurologie/Psychiatrie haben diese Frage schon längst aufgegriffen, aber nicht nur dort.

      Antwort
  5. user unknown Autor

    Neurologie/Psychiatrie befassen sich mit der Sehkraft? Und, wenn die Kurzsichtigkeit nicht genetisch vermittelt ist, was ist sie dann? Doch nicht qua Viren oder Bakterien erworben, und auch kein Unfall. Falscher Gebrauch des Augenlichts? Doch zuviel mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen?

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  6. Ikem

    Ich denke Kurzsichtigkeit entsteht, von zuviel auf den Monitor gucken.

    Dadurch gewöhnen sich die Augen an kurze Distanzen.

    Und die Muskeln für ferne Distanzen erlahmen/werden abgebaut.

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