Anpassung an „technische Veränderungen“ | Telepolis.

Es wird wohl noch dauern, bis die Radlichter liberaler und sinnvoller behandelt werden. Für Rennräder gilt allerdings jetzt schon, dass man keinen Dynamo braucht.

Meine besten Erfahrungen habe ich mit einem selbstgemachten Vorderlicht aus einer LED-Taschenlampe (1 €) und einem Haushaltsgummi (< 5¢) gemacht: Es ist leicht zu befestigen, es fällt nicht herab, auch nicht, wenn man mit 25 km/h über Kopfsteinpflaster hoppelt, und als Diebstahlschutz lässt sich das ganze Gedöhns flugs demontieren.

fahrradlampe-open-source

Zuvor hatte ich eine ähnliche Konstruktion, die aber direkt als Voderlicht gedacht war, 5 € kostete, und dabei von einem lächerlichen Rücklicht begleitet wurde, welches neben dem vorschriftsmäßigen und brauchbaren Dauerleuchten noch 5 Modi des Flackerns kennt, die alle lt. StVZO unzulässig sind: Blinken langsam und schnell, und drillillill durchlaufendes Licht, wie eine La-Ola-Welle im Stadion, auch jeweils langsam u. schnell.

Daran auszusetzen war, dass man, um es auszuschalten, 6 Mal das Knöpfchen drücken musste, und wenn man vor lauter Enthusiasmus 1x zuviel gedrückt hat gleich noch 6x.

Aber es soll hier vorrangig um das Vorderlicht gehen. Solch ein Vorderlicht im Kombipaket kostet leicht 5€ und mehr, und das Vorderlicht kann man auf eine Schiene schieben, die den Konstruktionsfehler hat, dass die Verriegelung nicht gescheit einrastet, und die Lampe nach vorne montiert werden muss – also nicht nur, dass das Licht nach vorne wegkann, sondern die Lampe selbst.

Jetzt ist ein mit humanoider Kraft bewegtes Rad nicht so doll zu beschleunigen, wie man es abbremsen kann, d.h. beim Bremsen auf ruckligem Untergrund ruckelt sich die Lampe nach vorne, löst sich vom Lenker und bewegt sich dann selbständig in einer ballistischen Kurve hin zu den bösen und brutalen Rädern von Autos, Lastern und Bussen, die nur darauf warten so ein Lämpchen zu zerbratschen.

Mehrfach sprang mir so die Lampe vom Rad, aber ohne dass es zum Äußersten kam. Es brachen aber Stücken des labilen Plastiks ab. Vor allem am Kopf, wo man mit einer kl. Drehung das Gerät öffnete, um die Akkus zu wechseln, brachen funktionskritische Teile ab, aber der hartnäckige Bastler lässt sich von sowas natürlich nicht so leicht schrecken – mit breiter, transparenter Klebefolie ließ sich das kleben. Zwar musste die Klebung immer wieder erneuert werden, aber da das Licht monatelang hielt war das ein verschmerzbarer Aufwand. Insbesondere besser als der Neukauf eines ähnlichen Geräts mit den gleichen Problemen.

disassemblierte Lampe

Lampe, hinüber

Beim letzten Abflug ab durch die Mitte geriet aber auch an der Elektronik manches durcheinander, und die Lampe ließ sich nicht mehr zuverlässig anschalten. Man musste 3, 4 Mal das Knöpfchen drücken. Man fuhr über einen Huppel, eine qua Baumwurzel aufgeworfene Asphalterhebung, und schwupp, war das Licht wieder aus. Dann versuchte ich während der Fahrt das Licht wieder anzukriegen: Klick, klick, klick. Das ging so nicht weiter.

Erst behalf ich mir mit einem alten Vorderstrahler mit klassischem Glühbirnchen. Statt 3er 1.5V AAA Akkus benötigte diese, großspurig „Krypton“ genannte Lampe 2 Babyzellen, und lutschte diese in 30-40 Minuten leer. Das hieß nach quasi jeder Fahrt neuaufladen, und dazu muss man umständlich 2 Kreuzschlitzschrauben lösen.

kryptonlampe

Dann fiel mir auch diese Lampe runter, auch durch den gleichen Konstruktionsfehler, und da kam ich auf die Idee eine Minitaschenlampe mit einem Haushaltsgummi an den Lenker zu befestigen – eine Maßnahme, die schon der ersten Lampe geholfen hätte, also wenn Sie so eine haben: Werfen Sie sie nicht weg!

Als Rücklicht habe ich seit Jahren so eine Lampe, aber hinten ist sie nicht gut zu befestigen. Mit x Zwischenstücken von verschiedenen Fahrradzubehörteilen ging es doch, aber man kann natürlich niemanden überreden X Fahrradzubehörteile mit diesen Winkelstücken und Muffen zu kaufen, um das Hauptteil jeweils wegzuwerfen, nur um eine 1€-Taschenlampe festzumachen. Außerdem muss das Rücklicht Rot sein. Dafür eignen sich defekte Rücklichter, aber das Plastik ist natürlich spröde und will sich nicht bearbeiten lassen.

Rücklicht mit vielen Zwischenstücken

Blaues Rücklicht mit vielen Zwischenstücken am Rahmen befestigt

Nochmal zurück zum Vorderlicht. Wenn einfach das runde Vorderlicht auf dem runden Lenkerrohr ruht, dann verrutscht es sicher auch, und man muss es alle 100 m neu justieren.

lampe-foto-ohne-bett

Daher empfiehlt es sich schon, dieses auf eine der schwarzen Schienen, die man als Bett verwendet, zu legen. Hat man keine solche läßt sich sicher auch etwas günstiges improvisieren.
lampe-mit-bett

In einem anderen Post werde ich vielleicht mal veröffentlichen, wie man an einem geeigneten, schwarzen Plasteteil wie es auf dem vorletzten Bild links zu sehen ist die Digicam befestigt, und verruckelte Videos aufzeichnet – etwa um dämliche Radwege, Kreuzungen und Verkehrssituationen aller Art zu dokumentieren. Alias: filmen.

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4 Gedanken zu „Dynamolose LED-Leuchten am Rad

  1. fahrradfritze

    Man kann aber auch einfach mal 20-50 Euros in die Hand nehmen und sich was anständiges kaufen, was im Gegensatz zur Taschenlampe auf die Straße leuchtet und nicht ins Gesicht des Gegenverkehrs…

    Antwort
    1. user unknown Autor

      Auf die Straße zu leuchten ist eine Frage des Winkels.

      Kannst Du denn etwas anständiges empfehlen, was nicht nach vorne wegrutscht oder andere Mängel hat?

      Antwort
      1. Radfahrer

        Das ist mit Verlaub „Unfug!“. Eine rotationsymmetrische Optik blendfrei zu installieren, grenzt grundsätzlcih an Hexerei. Das ist genau der Grund, warum Leuchten solcher Bauart auch grundsätzlich keine Zulassung für den Straßenverkehr erhalten. Wer sowas mit Gummiband am Lenker fixiert, gefährdet vorsätzlich andere Verkehrsteilnehmer und man sollte ihm das mit ein stabilen Stock zwischen die Speichen auch entsprechend erklären.

        Antwort
  2. user unknown Autor

    Ich habe die Lampe gegen Deinen Rat jetzt mehrfach verwendet und bin bislang kein einziges Mal angehupt worden. Außerdem habe ich mich 3 Meter von der Lampe aufgestellt, ins Licht geschaut, und dann versucht in recht dunklen Verhältnissen etwas zu sehen, was nicht weit vom Lichtkegel entfernt ist, und es ging gut. Ich habe kein Zeitintervall wahrgenommen, dass die Augen zur Adaption benötigt hätten.

    Antwort

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