Tanzverbote

 

Tanzverbote

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Die Tanzverbote in der BRD passen eigentlich nicht in die Moderne und offenbaren einen seltsamen Umgang mit Grundrechten.

Sie zwingen Un- und Andersgläubige zu einem Verzicht, einem Opfer, dass man auf dem Altar des Christentums bringen muss, ohne dass ein vernünftiger Grund ersichtlich wäre. Weiterlesen

1 km Verkehrslogik

 1 km Verkehrslogik

Fährt man von der Urania Richtung Großer Stern, dann hat man eine kuriose Verkehrsführung für Radfahrer vor sich. Teil I mit dem Zwangsradweg, der einen erst um die Kurve führt, wo man im Ggs. zum PKW-Verkehr eine Extrarotphase reingedrückt bekommt muss ich ein andermal dokumentieren. Das mysteriöse Stoppschild der Gegenseite habe ich schon verbloggt. Hier haben wir Part I bewältigt und die Radwegbenutzungspflicht, erzwungen mittels blauem Lolli, ist an dem rechteckigen Schild aufgehoben, Radfahrer dürfen hier die Busspur explizit benutzen und der Radstreifen ist nicht beschildert:1km-verkehrslogik-aDer Radstreifen ist nicht übermäßig breit, darauf zu überholen ist eine kleine Kunst die auch eine gewisse Stoik beim Überholten voraussetzt. Klingelt man Radfahrer zu diesem Zweck an verstehen sie es oft als Kritik miss. Aber immerhin verdecken keine haltenden Autos die Radler, und die Oberflächenbeschaffenheit, oft eine bösartige Form der Folter, ersonnen von Stadtplanern und Tiefbauamt um die Zweiradfahrer zu bestrafen, dass sie die dt. Autoindustrie nicht nach vorne bringen durch noch mehr Stau und weniger Parkraum, ist hier nicht zu beanstanden.

Andererseits sind nun 4 Fahrspuren wirklich üppig. Ja, die dicken Busse und beflissenen Taxen sind ab und an drauf auf der rechten Spur. Hier ist sogar noch so eine Art Pannenstreifen oder was das sein soll, rechts davon. 50 bis 100 m geht das so, dann kommt die Kreuzung.

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Wenn Sie bitte rechts am Gebüsch vorbeikucken, dann steht da ein Radler, der offenbar weder von der Fahrbahn begeistert ist, der netten Busspur, und auch nicht von dem Radstreifen daneben. Er bevorzugt den Fußgängern auf den Wecker zu gehen, wahrscheinlich einfach nur Gewohnheit. Kinder bis 9 dürfen ja auf dem Gehweg radeln, und wer stark geistig beeinträchtigt ist, der darf sogar bis 11 oder 12. Viele Erwachsene nehmen dieses Vorrecht für sich in Anspruch, aus tief empfundener Solidarität mit den geistig Zurückgebliebenen. Und um die Fußgänger ein wenig zu scheuchen. Vor allem aber gilt es als gelebter Antifaschismus. Man setzt sich über autoritäre Strukturen hinweg und belästigt Schwächere. Gut – das letzte passt nicht so recht, aber Straßenverkehr mit Faschismus vergleichen, was ist das auch für ein Vergleich?

Stauffenbergs Tyrannenmord misslang, und der Berliner Radler vom Typ Bürgersteigrumeierer (außerdem gibt es den Bürgersteigabkürzer, aber um den handelt es sich hier nicht) organisiert den Kampf gegen das Schweinesystem so, dass die Radler die Fußgänger bedrohen, damit die Fußgänger die Verhältnisse umstürzen, in denen sie die geknechteten sind. Deswegen empfinden die Radfahrer auch keine Scham, wenn sie bei ihren Regelverstößen ertappt und ermahnt werden, sondern sie empören sich in gerechtem Zorn, weil sie sich moralisch im Recht wähnen – immerhin fahren sie kein böses Auto, das muss genügen!

Dabei werden sie von den konfliktscheuen Berliner Autofahrern noch unterstützt und zwar durch Nichtstun. Statt die Verkehrsrowdys regelmäßig durchzuhupen dass sie vom Schreck getroffen in die eigenen Speichen fallen sind die Autofahrer zufrieden dass es der Fußgänger abbekommt, und wenn ein Radler mal auf der Fahrbahn auftaucht, erst dann hupen sie wie die Hirnamputierten, denn dass sie die Fahrbahn mit jmd. unmotorisierten teilen – so weit käm es noch.

Nein, nein, ich rege mich nicht auf – das beste kommt erst noch. Wir steigern uns nur langsam rein.

Also bis zum Gebüsch ist es schön, und über die Kreuzung auch noch, und da ein neuer Hinweis, gleich hinter der Kreuzung:

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Erst also Busspur mit Fahrradfreiheit, unmittelbar eingeläutet vor dem Abzweig nach rechts, und direkt dahinter ist immer noch Busspur, aber nun ohne das Recht des Radlers diese mitzubenutzen. Welch galoppierender Schwachsinn! Bemalt die Fahrbahn mit einem Radpiktogramm, das in der STVO aber nicht erwähnt ist. Es ist einfach eine fromme Idee von Stadtplanern, ein netter, unverbindlicher Hinweis und hier geht ein Radler gleich in die Falle.

Das Schild kann nicht für den rechts abknickenden Bypass gelten, denn das ist ja offensichtlich nicht als Busspur geeignet. Nein, das Schild muss für den (von mir mit Doppelpfeil und 2 Querstreifen) gekennzeichneten Bereich gemeint sein, und dann folgt ein Stück Busspur ohne Fahrraderlaubnis, ein Detail das man leicht übersehen könnte, aber deswegen ist man noch nicht gezwungen da rechts den Bypass zu wählen, sondern darf so fahren, wie der gelb eingepasste Radler zeigt – links der Busspur, rechts auf der ersten, sonstigen freien Spur. Die Busfahrer sind etwas überrascht, wenn sie einen dann rechts überholen, aber so sagen es die Schilder – man müsste ja viel öfter nach Vorschrift radeln.

Ein Verkehrsschild, extra für die paar Meter einer Kreuzung oder Einmündung – das hat man auch selten. Gemeint ist ja wohl, dass man als Radfahrer Platz machen soll für die Autos, die die kurze 4spurigkeit gerne zu einem kleinen Spurt nutzen. Gerade wenn man das nicht will würde man den Radverkehr nicht nach allen Regeln der Kunst zu entmischen versuchen. Nach einem Viertel der Strecke kommt dann, wo der Tiergarten verläuft, ein Zwangsradweg, sogar breit genug um auch nicht ganz sichere Radler zu überholen. Bis zur Goldelse eine nette Fahrt aber dann sind die Verkehrsplaner endgültig durchgedreht, aber davon geeignete Bilder zu erzeugen liegt noch vor mir.
1km-verkehrslogik-dEinmal bin ich übrigens in diesen Bypass aus übertriebener Harmlosigkeit hineingeradelt, arglos, wie man nicht sein darf als Radler in Berlin. Über die volle Breite der Fahrbahn stand dann ein Getränkelieferant da, die hydraulische Heckklappe herabgelassen, mit dem Hubwagen Paletten leerer und voller Getränkekisten rangierend. Ich musste anhalten und absteigen, denn die Bürgersteigkante ist hoch. Ich meine ich hatte auch Pedalhaken am Rad, da freut man sich über solche Das-Rad-über-den-Bürgersteig-tragen-Aktionen besonders. Nie wieder.

Die Photos sind wie so oft in niedriger Auflösung. Dann laden sie schneller, aber mit 4k * 3k Pixel wären sie natürlich etwas ansehnlicher. Je nach Feedback kann ich das in Zukunft auch anders handhaben.

Das Zelt spricht

 Das Zelt spricht

burka-kommunikationDie moderne, aufgeklärte Moslemin weiß sich mit aktueller Technik auch subtile Ausdrucksformen jenseits der mündlichen Rede zu erschließen. 

Im Zeitalter immer neu aufflammender Kopftuch- und Burkadebatten, zu Lehrerinnen, Angestellten des öffentlichen Dienstes allgemein, der Situation in Frankreich und der Türkei darf diese differenzierte Stimme nicht fehlen. Anlass das Thema erneut zu berühren ist dieses interessante Interview des HPD Mit einem Zelt kann man nicht reden.

Zum Thema Kopftuch u. Burka siehe auch Burka und Kopftuchmädchen (Brasil).