Rückkehr zur Denkerei*

Rückkehr zur Denkerei (in Arbeit)dscf9263Vor der Veranstaltung nutzte ich ich die Gelegenheit Photos der Installationen, Kunst, Dekorationen und Arbeitsproben anzufertigen.

(Dieser Artikel ist die – bislang unfertige – Fortsetzung des Artikels “Denkerei”).

Hier gleich ein Rätsel für Freunde des Kyrillischen:

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Manches habe ich entziffern können,

X A N _ _ _ O C E P    _ _   _ _ _ _   I A Φ Φ T

X A P _ O _ N   _ _ _ _ _ _   O P T O r P A Φ N

Y H Δ     O P T O Π E Δ N  Φ O P   O P T O Δ  O K C N

r E r E H     Φ Y H Δ A M E H T A Π N 3 M Y C

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Das sollen die Gruppengrößen sein, und in vereinfachten, ähnlich aussehenden lateinischen Zeichen, mit dem umgekehrten N als N geschrieben, weil das Heraussuchen aller kyrillischer Zeichen zu mühsam wäre – Pi und Phi allerdings sind mir bekannt aus Mathe und Φ Y – vom Griechenlandurlaub her kann ich die Buchstaben übersetzen.

San…oser    …   …iafft

schar_o_i   _ _ _ _ _ _  Orthographie

ist Orthopädie für Orthodoxie

gegen Fundamentalismus.

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Zwar fehlen zu viele Zeichen um den Text so zu komplettieren, aber mit Googles Hilfe lässt sich leicht der ganze Text finden: Heilwasser im Leib schafft Harmonie zwischen Orthopädie und Orthografie für Orthodoxie gegen Fundamentalismus.  dscf9271

Auch die Decke wirkt modern gestaltet:dscf9274 Es gibt Spielerein mit Perspektiven und 3D:dscf9279

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Und Container, die verschraubt sind, als sollten sie den Müll von Brunzbütttel bannen. “Kometenschweif” scheint ein aktueller Bezug auf 67P/Griesemann-Stermann, oder wie hieß dieses interstellare Geschoss noch, 67P/Churyumov-Gerasimenko zu sein – ist es aber nicht; dscf9268

Die Objekte sind erkennbar älter.dscf9273 dscf9278 Am Ausgang steht ein Denkerkopf auf einem Feuermelder…dscf9284

der aber so ganz ohne Siemens- oder anderem Firmenlogo wohl noch Teil des Kunstwerkes ist, und kein zweckentfremdetes Funktionsmöbel. dscf9285

Ein Stecker führt gar in die Steckdose – ob das eine integrierte Alarmanlage ist. dscf9286

Gerne hätte ich es ja angefasst, aber bei Kunst vielleicht besser nicht.

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Hier die Protagonisten, v.l.n.r.: Brock, Ulrich, Sloterdijk, Wyss.dscf9276

Mit dem Grafikprogramm ist dieses Bild horizontal gespiegelt, so dass man die Fensterbeschriftung lesen kann – eigentlich geht das nur von außen, aber wer will bei diesen Wintertemperaturen draußen fotografieren?dscf9277

In der Mitte, unten, BB – nach Berthold Brecht ein neuer Denker in Berlin, Berlin. War Bela Bartok eigentlich auch mal hier oder Brigit Bardot? Als ich Notizen machte musste ich festhalten, dass Sloterdijk Fußnoten liebt – sein Kürzel P.S. läßt dies als narzisstische Deformation Professionelle interpretieren. :)

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Allerdings ist der ganze Block mit den Aufzeichnungen momentan nicht auffindbar. Also wird die Fertigstellung des Artikels erneut verschoben. dscf9283 Hier schon mal, als fotografischer Abschluss, der goldene Helm.

Und nun sind die Aufzeichnung an dem Ort aufgetaucht, wo sie hingehören, aber in einem größeren Block-Bücherstoß einer groben Sichtung entgangen.

Tolerant bei IKEA

Tolerant bei IKEA

Schneepapageien in Indonesien die im Auftrag Apples produziert werden heißen iKeas, aber das nur am Rande. Zum Ende der Toleranzwoche wollen wir den Beitrag IKEAs nicht unterschlagen: dscf8993Eine Pfanne mit einem großen Kreuz. Das bringt mich dann auch gleich wieder raus aus dem Möbelhaus in in anderes Möbelhaus, die Neue Nationalgalerie wo oben Hölzer stehen, womöglich aus Schweden.

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David Chipperfielddscf8923

Sticks and Stonesdscf8927 dscf8930 dscf8931

Bischen weihnachtlich. Baum mit Lichtern. dscf8932

Ziemlich unscheinbar in den Ecken sind an der Decke neonfarbene Zeichen angebracht wie dieser Pfeil. dscf8934

Und dies.dscf8935

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Und dieser:dscf8939 dscf8941

Hier noch ein Feuerlöscher, der einfach nur ein Feuerlöscher ist.dscf8942 dscf8943

Auch unauffällig sind die provisorisch angebrachten Zettel an den Fenstern der Nationalgalerie, die die Decke selbiger zeigen, und so auf die Pfeile aufmerksam machen.dscf8944

Im Keller dagegen ist die Ausstellungdscf8901

No Father

No Motherdscf8902

In den mit “Wer ist Zionist, wer nicht”dscf8904

beschrifteten Räumen von Moshe Gershuni zu sehen.dscf8906

der eine andere Art Kreuz mit Küchenuntensilien in Zusammenhang brachte, als IKEAdscf8907

um den Bogen zu schließen.dscf8909

Aber es gibt nicht nur Tassen und Teller.dscf8910 dscf8911 dscf8912 dscf8913 dscf8914 dscf8915

Diese Schuhspuren wirken humorig auf mich.dscf8916 dscf8917 dscf8918 dscf8920

Katzen im Weltall II

komet-rosetta-philaeMit Hilfe einer Mutzemandel ist es mir gelungen die Philae-Landung noch detailgetreuer in Szene zu setzen. Die Mutzemandel ist eine maßstabsgetreue Nachbildung von 67P/Churumov-Gerasimenko. Da am 11.11. die 5. Jahreszeit begann passte es terminlich ganz gut. Allerdings könnte sich von einer 2km großen Mutzemandel wahrscheinlich ganz Deutschland ein Jahr lang ernähren.

Wie prüft man das nach? Nun, ich denke mit ein paar Vereinfachungen: Eine Kugel mit 2km Durchmesser hat nach der Formel 4Π(r3)/3 ein Volumen von rd. 4 Mrd. Kubikmetern. Da 1 Kubikmeter 1000 Litern entspricht reden wir also von 4 Millionen Millionen Litern. Geteilt durch 80 Millionen Leute bleiben 1 Million Liter durch 2 Leute. Das ist also trotz aller Rundungsfehler erheblich mehr als gedacht. Bei 365 Tagen * 2 Personen sind das noch über 1000 Liter pro Person u. Tag. Da die Ausgangsform weit von einer Kugel entfernt ist vielleicht nur 200 Liter pro Person u. Tag. Etwas eintönig wäre die Ernährung, aber man könnte 200 Jahre lang ganz Deutschland von solch einer Mutzemandel ernähren, ein kleiner Kaffeesee als Ergänzung dazu gedacht. Leider verglühen aber die meisten Kometen beim Eintritt in die Erdatmosphäre und genießbar sind sie auch selten.

Mutzemandeln:

  • Mehl 500g
  • Salz Prise
  • Backpulver 2 Tl
  • Zucker 200g
  • Butter 200g
  • Mandeln 200g
  • Eier 6
  • Bittermandelaroma 5 Trp
  • (Rumaroma 1 Fl.)

Zu den Mandeln gibt es eine Familientradition, und zwar darf man keine geriebenen Mandeln, sondern muss ungeschälte Mandeln kaufen. Diese legt man in richtig heißes Wasser ein, etwa für 15 Minuten. Dann schüttet man das heiße Wasser ab und ersetzt es mit lauwarmen. Dann pitscht man die Mandeln aus der Schale raus – eine der wenigen Gelegenheiten für gewaltfreies Pitschen. Die gehäuteten Mandeln darf man dann mit schwerem Gerät (Küchenmaschine) reiben – eine Handmühle ist nicht vorgesehen. Der Rest ist ziemlich trivial: Alles verrühren (auch i.d. Küchenmaschine mit dem Rührhaken) ohne großes Beachten der Reihenfolge – das Backpulver erst mit dem Mehl u. d. Prise Salz mischen ist zur optimalen Verteilung der letzteren geboten.

Das ganze in daumengroße, mandelförmige Stückchen stechen oder schneiden. Es gibt eigene Ausstechformen dafür die dann 363 von 365 Tagen störend in der Schublade liegen – in Schaltjahren an 364 von 366 Tagen – man sollte vielleicht die Prototypen schneiden und wenn man dann Lust bekommt sowas 2x im Monat zu knabbern kann man ja die Investition in die Matrix vornehmen.

Bei 170° in kleinen Portionen von ca. 10 Stück frittieren, so dass diese im Frittierkorb nicht aneinander anliegen. Wenn sie beginnen dunkel zu werden herausheben (ca. 3 Minuten pro Portion) und auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen.

Puderzuckern und essen.

Anmerkungen:

Rumaroma hatte ich keins im Haus und machte sie ohne – das ging auch.

Puderzucker ist auch kein Muss.

Meine Aufzeichnungen besagen, dass ich einmal 800g Mehl nehmen musste um die richtige Konsistenz zu erreichen – keine Ahnung was da los war – zu große Eier?

Wenn man den Teig rechtzeitig, sprich, viele Stunden vorher macht, dann kann man ihn im Kühlschrank parken, wodurch er besser schneidbar/stechbar ist.

Offene Fragen

Im Prinzip müsste man 3 Portionen Mutzemandeln machen mit identischen Eiern, identisch alt und kalt. Ebenso die Butter. Die anderen Zutaten unterliegen seltener Schwankungen in Frische/Qualität/Zustand. Aber als Mandeln nimmt man mal fertig gemahlene (m), mal geschälte (s) und mal ungeschälte (r) – macht 3 Teige die alle gleich behandelt werden. Am besten den ganzen Teig ohne Mandeln fertig machen, durch 3 teilen, und dann die Mandeln einrühren.

Dann – wegen möglicher Unterschiede beim Frittieren in Dauer und Fetthitze – sollte man reihum die Sorten backen: m, s, r – m, s, r, – m, s, r … bis alle gebacken sind. Richtig professionell wäre der Test mit einem Frittierkorb mit 3 abgetrennten Abteilen.

Dann wird eine neutrale Person gebeten die Backwaren auf 3 Körbchen A, B, C zu verteilen und über eine Mittelsperson den Probanden zu servieren, die dann bewerten müssen, welche am besten schmecken. Dann weiß man, ob sich der Aufwand mit dem selbstmahlen und evtl. selbstschälen lohnt oder ob das ein Placeboeffekt ist.

In der Medizin (nicht so in der Alternativmedizin) gibt es solche randomisierten Doppelblindtests. In der Küche fehlen sie, und so ist es schwer zu entscheiden welche Tricks wirklich was bringen und welche nur nutzlose Gymnastik sind. Man müsste eine Art Stiftung dafür haben oder vielleicht ein Freiwilligenprojekt wie Wikipedia oder OpenStreetMap, wo man die Ergebnisse aus vielen Händen sammelt. 1x im Jahr könnte man ja den Aufwand treiben, wenn man dafür im Tausch von 100 anderen Tests profitiert.

Teils hat man es in der Küche ja auch mit guten Handlungsanweisungen aber falschen Erklärungen zu tun.

P.S.: Da ich eh mit meiner Mutter telefonierte fragte ich sie nach ihrem Rezept, meines ist aus dem Internet, irgendwo. Sie hat viel weniger feuchtes im Teig, ansonsten ähnlich:

  • 500g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 150g Zucker
  • 2-3 Eier
  • 1 EL Rum (Stroh, 80%)
  • 3 geriebene Bittermandeln
  • 150g Butter

Es ist schon lange her, dass ich zuhause Mutzemandeln gegessen habe, zuhause im Sinne von ‘bei Muttern’. Sie waren immer vorzüglich, aber aus der Erinnerung wüsste ich jetzt nicht, welche besser waren – meine oder ihre. Das nächste Mal versuche ich aber ihr Rezept.

P.S.II: Ernsthafte Informationen zu Rosetta, Philae und 67P findet man übrigens bei Florian Freistetter in dessen Astroblog.

Toleranzpyramide

Toleranzpyramidetoleranzpyramide

Das Erste, ein ÖR-Fernsehsender, veranstaltet z.Zt. eine Themenwoche Toleranz. Zum Glück besteht nicht die Gefahr dass es langweilig wird, weil vorhersehbare Opfer von Intoleranz thematisiert werden. Aber ich werde den Teufel tun und jeden einzelnen Beitrag anschauen – lieber lasse ich mir sagen, dass ich Unrecht hatte.